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Fallen

Fallen

Drama. Österreich 2006. 85 Minuten.

Regie: Barbara Albert
Mit: Gabriela Hegedüs, Ursula Strauss, Birgit Minichmayr, Nina Proll, Kathrin Resetarits

Alle Utopien schon aufgebraucht? Der neuen Film von Barbara Albert zeigt fünf Frauen auf der Suche nach sich selbst. Offizieller Wettbewerbsbeitrag in Venedig.

Filmstart: 8. September 2006

Fallen im freien Raum der Gefühle als Motor der seelischen Fortbewegung. Der neue Film von Barbara Albert erzählt von fünf Frauen um die Dreißig, die nach einer vom Schicksal aufgezwungenen Auszeit vom Alltag das Leben mit neuen Augen sehen. Eine existenzialistische Selbstfindungsgeschichte, die tief ins Fleisch der Figuren schneidet und vor allem von der großen Kraft ihrer Protagonistinnen lebt. Ist natürlich kein Zufall. Auch das lag im Konzept. Beziehungsweise gerade das.
Sie habe Fallen für fünf Schauspielerinnen ihrer Generation geschrieben, die allesamt den österreichischen Film in den letzten Jahren stark geprägt haben, erklärt Barbara Albert in einer Art Vorwort. Ihr Film wird im Wettbewerb von Venedig seine internationale Premiere feiern. "Das Thema von Fallen würde ich als die Suche nach dem verlorengegangenen Paradies bezeichnen; weniger pathetisch ausgedrückt: die Frage nach dem Lebenskonzept jeder der Figuren. Es geht um das Aufwachen in der Realität, nachdem die alten Visionen nicht aufgegangen sind und viele Träume mittlerweile vergessen, begraben oder nur verdrängt worden sind, und es geht um die Frage, ob damit zwangsweise eine Resignation einher geht."
Der Lieblingslehrer ist gestorben. Fünf seiner Schülerinnen (Birgit Minichmayr, Nina Proll, Ursula Strauss, Kathrin Resetarits und Gabriela Hegedüs), Frauen um die Dreißig, die allesamt mehr oder weniger erfolgreich mitten im Leben stehen, reisen zum Begräbnis an. Früher einmal haben sie sich gut gekannt. Heute kommen sie aus den unterschiedlichsten Welten. Die Trauerarbeit wird einen Tag und eine Nacht lang dauern. Am nächsten Morgen wird jede von ihnen eine andere geworden sein. Sie haben Geheimnisse erfahren, Intimzonen betreten, Türen geöffnet, die eben noch fest verschlossen waren. Das Leben hat sie wieder. Es kann weitergehen. Vielleicht.
"Jeder bekommt seine Kindheit über den Kopf gestülpt wie einen Eimer", hat Heimito von Doderer in einem seiner besten Romane geschrieben. "Ein ganzes Leben lang rinnt das an uns herunter." Wenn man Kindheit durch Schulzeit ersetzt, dann stimmt dieses Zitat für diesen Film. Es geht um alte Ver-letzungen, die frisch aufbrechen, um alte Freundschaften, die neu gefunden werden, und es geht um die wichtigste aller Fragen: Sind unsere Utopien schon aufgebraucht? Oder ist es doch nicht zu spät, um noch einmal neu anzufangen?

Credits

Titel Fallen
Originaltitel Fallen
Genre Drama
Land, Jahr Österreich, 2006
Länge 85 Minuten
Regie Barbara Albert
Drehbuch Barbara Albert
Kamera Bernhard Keller
Schnitt Karina Ressler
Produktion Antonin Svoboda, Martin Gschlacht, Bruno Wagner, Barbara Albert
Darsteller Gabriela Hegedüs, Ursula Strauss, Birgit Minichmayr, Nina Proll, Kathrin Resetarits, Georg Friedrich
Verleih Polyfilm

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

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