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Le voyage en Arménie

Le voyage en Arménie

Tragikomödie. Armenien, Frankreich 2006. 125 Minuten.

Regie: Robert Guédiguian
Mit: Gérard Meylan, Chorik Grigorian, Ariane Ascaride

Annas (Ariane Ascaride) Vater hat gerade eine lebensrettende Operation sausen lassen, um sich seinen Traum von der Rückkehr in sein Heimatland Armenien zu erfüllen. In Sorge macht sich die französische Ärztin auf die Suche nach dem Sturkopf ...

Filmstart: 22. Dezember 2006

„Ich brauche keinen Chirurgen. Wenn es um mein Herz geht, treffe ich die Entscheidungen immer noch selbst!“ Annas (Ariane Ascaride) Vater Barsam (Marcel Bluwal) zeigt keine Einsicht. Er soll operiert werden, weigert sich aber standhaft, dem medizinischen Rat seiner Tochter, einer Kardiologin, zu folgen. Barsam hat ein schwaches Herz, aber eine noch größere Schwäche für sein Heimatland Armenien. So entzieht sich das Schlitzohr des töchterlichen Zugriffs um das zu tun, wovon der Patriot geträumt hat, seit er vor Jahrzehnten französischen Boden betreten hat: Marseille zu verlassen und nach Armenien zurückzukehren. Anna ist entsetzt. Wild entschlossen, ihren „flüchtigen“ Vater wieder einzufangen, beschließt sie, ihn im Land ihrer Vorfahren aufzuspüren. Innerhalb einer Woche will Anna den Ausreißer mit sanftem Druck wieder zur Vernunft zu bringen. Einziger Anhaltspunkt für Barsams Aufenthaltsort ist ein altes Foto, das Anna in seiner Wohnung gefunden hat. Zwar spricht die in Frankreich aufgewachsene Tochter einer italienischen Mutter kein Wort Armenisch, aber aufhalten lässt sich Anna nicht. Nach ihrer Ankunft in Eriwan muss sich Anna erst einmal daran gewöhnen, dass hier sogar die Uhren anders ticken als in Frankreich. Die unfreiwillige Touristin entdeckt ein Land voller blühenden Geheimnisse: Farben, Gerüche und vor allem Menschen, deren Schicksal plötzlich mit dem ihren verbunden zu sein scheint. Auf ihrer Odyssee durch verborgene Hinterhöfe, raue Gebirgsstraßen und Berggipfel sieht Anna das, wofür sie bisher blind gewesen war. Je kleiner die geographische Distanz zwischen ihr und ihrem Vater wird, desto stärker spürt sie ihre armenischen Wurzeln ...
In Robert Guédiguians humorvoller Entdeckungsreise Le voyage en Arménie ist Armenien keinesfalls ein Paradies. Alle Personen, die Annas Weg kreuzen, haben ihre eigene Vision von der Zukunft: So geht der skrupellose Geschäftsmann Sarkis Arabian (Simon Abkarian) über Leichen, um sich auf Kosten von anderen zu bereichern, die Friseurin Schaké (Chorik Grigorian) möchte sich ohne Rückfahrkarte ins Ausland abzusetzen und dafür sogar ihre Seele verkaufen. Yervath (Gérard Meylan), ein Mann mit dubioser Vergangenheit und unwiderstehlichem Charme, wiederum sieht Armenien als Baustelle, die nun neu aufbaut werden muss. Taxi-Chauffeur Manoug träumt davon, dass die Türkei eines Tages den Berg Ararat wieder an Armenien zurückgeben würde ...

Text:  Catherine Holzer

SKIP-Tipp

In traumhaften Bildern und ohne falsche Verklärung präsentiert Robert Guédiguian Armenien als Land mit einer langen und bewegten Geschichte. Reich an Schätzen, die es zu entdecken gilt, auch wenn man nicht gerade auf die Suche nach Verwandten begibt.

SKIP-Tipp von Catherine Holzer

Credits

Titel Le voyage en Arménie
Originaltitel Le voyage en Arménie
Genre Tragikomödie
Land, Jahr Armenien/Frankreich, 2006
Länge 125 Minuten
Regie Robert Guédiguian
Drehbuch Ariane Ascaride, Marie Desplechin, Robert Guédiguian
Kamera Pierre Milon
Schnitt Bernard Sasia
Musik Arto Tunçboyaciyan
Produktion Robert Guédiguian
Darsteller Gérard Meylan, Chorik Grigorian, Ariane Ascaride, Simon Abkarian, Marcel Bluwal
Verleih Cinestar Filmverleih

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

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