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Verblendung

The Girl with the Dragon Tattoo

Literaturverfilmung, Thriller. USA 2011. 158 Minuten.

Regie: David Fincher
Mit: Stellan Skarsgård, Daniel Craig, Rooney Mara

Thrill me, chill me, kill me. Gute Geschichten kann man einfach nicht oft genug erzählen, dachte Suspense-Meister David Fincher, und verfilmte den Millionen-Bestseller um eine geniale Hackerin, einen aufrechten Reporter und viele grausige Verbrechen mit Hollywood-Budget auf seine unnachahmliche Weise nochmal. In den Hauptrollen: Daniel Craig, Christopher Plummer, Stellan Skarsgård, Robin Wright und die faszinierende Rooney Mara als Lisbeth Salander.

Filmstart: 13. Januar 2012

Es ist kalt, es ist ernst, es ist Schweden. Weil er einen brisanten Artikel über den Industriellen Wennerström veröffentlicht hat, ist Aufdeckerjournalist Mikael Blomkvist (Daniel Craig) wegen Verleumdung zu einer saftigen Geldstrafe verurteilt worden. Ein schwerer Schlag für ihn und seine Kollegen beim angesehenen Millennium-Magazin, allen voran Mikaels beste Freundin und Geliebte Erika Berger (Robin Wright). Da erreicht Blomkvist ein ungewöhnliches Angebot: Henrik Vanger (Christopher Plummer), Konzernchef im Ruhestand, will ihn dafür engagieren, eine Familienchronik der Vangers zu verfassen. Doch bald wird klar, worum es dem alten Mann wirklich geht: Vor fast 40 Jahren ist seine geliebte Großnichte Harriet spurlos verschwunden. Die Polizei glaubt an einen tragischen Unfall, Vanger ist sich sicher, dass ein Verbrechen dahintersteckt. Und das soll Mikael endlich aufklären.

Enter Lisbeth Salander (Rooney Mara). Klein, drahtig, tätowiert und gepierct, und immer in Combat Boots und Lederjacke. Kontaktscheu bis an die Grenze zum Autismus, spricht nur das Nötigste und wegen diagnostizierter Soziopathie unter Sachwalterschaft eines (sadistischen) Psychiaters. Und das lebende Beispiel dafür, dass man nie vorschnelle Schlüsse ziehen darf. Denn in Wirklichkeit ist Lisbeth hochintelligent und eine der besten Hackerinnen weltweit. Als solche ist sie nicht nur auf zahllose Details aus Mikael Blomkvists bewegtem Liebesleben, sondern auch auf brisante Fakten ausgerechnet über jenen Wennerström gestoßen, über den Blomkvist gestolpert ist. Und als Mikael bei seiner Suche nach Harriets Verbleib Hilfe eines fähigen und nicht zwingend gesetzeskonformen Ermittlers braucht, kreuzen sich ihre Wege: Der Beginn einer wunderbaren Freundschaft, im Zuge derer die beiden nicht nur eine heftige Affäre durchleben und den wahren Machenschaften von Wennerström auf die Spur kommen, sondern auch das Geheimnis um Harriet Vanger lösen.

Der Hype um Stieg Larssons knallhart spannende Millionenbestseller (auf Deutsch Verblendung, Verdammnis und Vergebung) nimmt kein Ende. Die Bücher verkaufen und verkaufen sich, und bereits die tolle schwedisch-dänische Verfilmung von Niels Arden Oplev (Daniel Alfredson führte bei Teil 2 & 3 Regie), ein Riesenerfolg, schaffte es aufs SKIP-Cover. Dann entdeckte Spannungsvirtuose David Fincher (Se7en, Fight Club, The Social Network) den grandiosen Stoff. Relativ zügig war ein solider Cast gefunden: Neben Daniel Craig als sexy Journalist spielen Hochkaräter wie Robin Wright, Stellan Skarsgård, Christopher Plummer, Embeth Davidtz oder Joely Richardson. Nur die ikonische Rolle der Lisbeth Salander war erwartungsgemäß schwer zu besetzen. Noomi Rapace, die großartige Lisbeth der schwedischen Filme, winkte gleich ab - drei Jahre Salander waren ihr genug. Fincher castete Stars wie Natalie Portman ("zu hübsch"), Jennifer Lawrence ("zu groß") oder Scarlett Johansson ("zu sexy - wie Marilyn Monroe auf dem Motorrad!") und viele Unbekannte. Das Casting war rau: "Wir probten die Szene, in der Salander dem bösen Psychiater einen Dildo in den Arsch rammt. Wir mussten schließlich sehen, wer das bringt!" Am besten brachte es Rooney Mara, die schon in Finchers letztem Film The Social Network eine kleine, aber wichtige Rolle gespielt hatte. Ihre lange braunen Haare wurde abgesäbelt, man verpasste ihr Piercings und Springerstiefel - und die 26-jährige Jung-Actrice aus bestem Haus verwandelte sich in eine überraschend perfekte Leinwand-Version der "Goth-Pippi Langstumpf" Lisbeth.
Finchers berüchtigter Perfektionismus zieht sich durch: Der wuchtig-beklemmend schöne Soundtrack stammt wieder von Nine Inch Nails-Legende Trent Reznor & Atticus Ross, und nichtmal Larssons Bestseller-Story war vor dem Qualitätsanspruch des Meisters sicher: "Das Ende ist anders als im Buch. Ein Roman gehorcht anderen Gesetzen als ein Film - und ich finde, dass die Geschichte so auf der Leinwand besser funktioniert!" so Fincher - und er gilt schließlich nicht umsonst als meisterlicher Erzähler. Also wurde Verblendung in seiner geübten Hand ein superspannender, böser, blutig-mutiger Thriller, der in bester Fincher-Manier zwischen subversiv, knallhart und aalglatt dahinfetzt und sowohl Millennium-Fans als auch vom Thema völlig Unbeleckte zu fesseln weiß. Großartig, sexy und grausam - und ganz und gar nicht jugendfrei!

Text:  Gini Brenner, Kurt Zechner

Credits

Titel Verblendung
Originaltitel The Girl with the Dragon Tattoo
Genre Literaturverfilmung/Thriller
Land, Jahr USA, 2011
Länge 158 Minuten
Regie David Fincher
Drehbuch Steven Zaillian basierend auf dem gleichnamigen Kriminalroman von Stieg Larsson
Kamera Jeff Cronenweth
Schnitt Angus Wall, Kirk Baxter
Musik Atticus Ross, Trent Reznor
Produktion Ceán Chaffin, Scott Rudin, Søren Stærmose, Ole Søndberg, Steven Zaillian
Darsteller Stellan Skarsgård, Daniel Craig, Rooney Mara, Christopher Plummer, Embeth Davidtz, Joely Richardson, Goran Visnjic, Julian Sands, Robin Wright, Joel Kinnaman
Verleih Sony

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

7 Kommentare

soll toll sein, aber nichts für mich

Der Film soll anspruchsvoll und spannend sein und verspricht viel. Aber ich werde mir ihn nicht ansehen, weil mich so etwas einfach nicht interessiert.

7. Januar 2012
12:11 Uhr

von Aniita

gut aber Original besser

auch wenn ich Craig mag; aber beim Original passen die Schauspieler besser vorallem Lisbeth ist nicht zu toppen!

für Neulinge kein Fehler; Originalkenner kein Kinogang notwendig!

13. Januar 2012
12:36 Uhr

von kopfbeisser

Es kommt nix besseres nach ...

Wer die schwedischen Verfilmungen gesehen hat, sollte sich die Kinokarte für diesen Film sparen. Die Hollywood-Lisbeth ist ein müder Abklatsch, alles ist viel zu glatt und gebügelt und perfekt - man kann zwar eine Hollywoodproduktion nach Schweden auslagern, aber man bringt Hollywood trotzdem nicht raus aus dem Endergebnis.

14. Januar 2012
08:37 Uhr

von Troublemaker

Guter Film -

aber kein Vergleich zum Buch und auch der schwedische Film hat mir besser gefallen.

18. Januar 2012
11:17 Uhr

von faery

Gut

Ich fand die Lisbeths aus beiden Filmen sehr gut jedoch entspricht die aus Finchers Version dem Buch viel mehr. Mir kam die Verfilmung auch ein bisschen glatt vor. Vorallem die Vergewaltigungsszene hätte noch heftiger sein sollen. Was er Lisbeth angetan hat, kann man danach nur an ein paar blauen Flecken am Körper ablesen. Ich mag Fincher aber trotzdem und fand die Verfilmung gut bis auf die Tatsache dass ich die Geschichte jetzt schon gelesen und einen anderen Film darüber gesehen habe, wodurch es ein bisschen zach wurde.

18. Januar 2012
20:05 Uhr

von Tobi von Trier

Sehr Gut!

Mir hat der Film sehr gut gefallen! Ich muss aber dazu sagen dass ich die schwedischen Originalfilme nicht kenne. Für mich waren die Charaktere sehr gut herausgearbeitet, eine perfekte Mischung aus Schock, Thrill, Sex und Hochspannung!
Tolle schauspielerische Leistungen der beiden Hauptakteuren Daniel Craig und Roonay Mara.

Ich hoffe das die beiden weiteren Filme der Trilogie ebenfalls unter der Regie von David Fincher mit Craig und Mara neuverfilmt werden!

19. Januar 2012
19:21 Uhr

von sanipeter

The Girl with the dragon tattoo...

...atemberaubend und spannend bis zur letzten minute in diesem über 2 1/2 stündigen crimethriller von david fincher á la ,,seven" gemacht. mit daniel craig als toughen mikael blomkvist und newcomerin rooney mara als attraktive hackerin lisbeth salander. wer das original nicht gesehen hat - sollte es sich auch anschauen. jedoch für dieses remake sehr gelungen. wo david fincher drauf steht ist mit sicherheit auch der inhalt und die handlung wert sich den film anzusehen. in der skip bewertung 5 von 5 punkten!

19. Januar 2012
20:32 Uhr

von Philipp87

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