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Pina

Pina

Tanzfilm. Deutschland 2011. 100 Minuten.

Regie: Wim Wenders

Atemberaubende Tanzkunst: Wim Wenders setzt der verstorbenen Choreographin Pina Bausch ein berauschend schönes Denkmal in drei Dimensionen. Ein unvergessliches Kinoerlebnis auch für jene, die meinen, mit Tanz nichts anfangen zu können.

Filmstart: 8. April 2011

Tanztheater ist nicht so Ihres? Bei der Vorstellung, einen abendfüllenden Tanzfilm zu sehen, überkommt Sie das große Gähnen? Lassen Sie sich überzeugen: Wenn Sie sich nur einen einzigen Tanzfilm in ihrem Leben ansehen, dann sollte es Pina sein.
Blaue Naturkrieger, spritzendes Horror-Blut, knuddelige sprechende Kuscheltiere - wer bisher dachte, dass 3D am besten für Unterhaltungskinospektakel geeignet ist, wird hier in sensationellen Bildern eines Besseren belehrt. Pina ist die lange mit Spannung erwartete Doku über die 2009 plötzlich verstorbene Choreographin Pina Bausch und ihr Ensemble in Wuppertal.
Wenders und Bausch hatten jahrelang von einem Film über ihre Arbeit geträumt, doch erst nach ihrem Tod fand er endlich die adäquaten Mittel in der technischen Möglichkeit, räumlich filmen zu können. Genau für ein solches Unterfangen, so wirkt es, wurde 3D erfunden: Wenders zeigt berauschende Räume, in denen sich die Tänzer ohne Einschränkungen bewegen können, in die Tiefe der Bühne, der Stadtlandschaft, des Waldes. Zentrum des Films sind dabei Ausschnitte aus Bauschs berühmten Stücken wie Kontakthof und Café Müller. Der Film befreit den Tanz aus dem Innenraum und entlässt die Tänzerinnen und Tänzer ins Freie, in die Magnetschwebebahn, auf die Wiese, in den Steinbruch, mitten auf Verkehrsinseln und dann wieder zurück in die vertraute Bühneninszenierung. Die Tanzszenen wechseln sich ab mit Rückerinnerungen von Kollegen und Ensemblemitgliedern, die Pina Bausch bei ihrer jahrzehntelangen Laufbahn begleitet haben, wodurch die Arbeitsweise der Choreographin und der enge Zusammenhalt ihres Ensembles deutlich wird.

Wenders’ Bilder überzeugen durch große Brillanz, die Illusion der Dreidimensionalität funktioniert bis in die letzte Leinwandecke - und er nutzt die Möglichkeiten, die ihm der Film bietet: Die verschiedenen Tänzergenerationen, ganz alte und ganz junge, wechseln einander unversehens innerhalb einzelner Aufführungen ab. In puppenhausgroßen Bühnenmodellen beginnen plötzlich reale Aufführungen. Pina übt sich nicht in falscher Zurückhaltung, was die Stilmittel betrifft, sondern ist ein schwelgerischer, reicher Film über eine unglaublich vielfältige Kunst, die einer breiten Öffentlichkeit so wenig vertraut ist, weil sie im Grunde nur im Hier und Jetzt stattfinden kann - weil Tanz so flüchtig ist wie ein Dufthauch oder ein Sonnenstrahl. Mit Pina gelingt es Wenders, ein großes Stück des unmittelbaren Reizes festzuhalten, fürs große Publikum und lange über Pina Bauschs Tod hinaus. Eine überwältigende Hommage an eine ganz große Künstlerin.

Text:  Magdalena Miedl

Credits

Titel Pina
Originaltitel Pina
Genre Tanzfilm
Land, Jahr Deutschland, 2011
Länge 100 Minuten
Regie Wim Wenders
Drehbuch Wim Wenders
Kamera Hélène Louvart, Jörg Widmer
Schnitt Toni Froschhammer
Musik Thom
Produktion Wim Wenders
Verleih Filmladen

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

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