Filminfo zu

Die wilde Farm

La vie sauvage des animaux domestiques

Abenteuer, Dokumentation. Deutschland, Frankreich 2009. 90 Minuten.

Regie: Dominique Garing, Frédéric Goupil

Freiheit für Schwein, Huhn & Co! Sich selbst überlassen, entdecken die Tiere des Bauernhofs ihre natürlichen Instinkte wieder - und die Kamera ist hautnah mit dabei. Unterhaltsam-utopische Landpartie für kleine, tierbegeisterte Kinofreunde.

Filmstart: 15. Oktober 2010

Der natürliche Lebensraum von Hendln ist weder Fleischtasse noch Legebatterie, und bevor das Schwein zum Grillteller wird, ist es ein extrem charmantes, intelligentes und neugieriges Lebewesen mit einer Schwäche für Schlammbäder. Das lässt sich ganz leicht überprüfen bei einem Urlaub auf dem Bauernhof. Aber, Moment, wo gibts das denn eigentlich noch in Zeiten der industrialisierten Landwirtschaft, glückliche Tiere auf dem Bauernhof? In Bilderbüchern. Und jetzt auch im Kino. Zwei französische Dokumentarfilmer haben aus einer simplen Grundidee einen ungewöhnlichen, überraschenden Tierfilm gezaubert: Man nehme einen kleinen, idyllisch an Waldrand und Weiher gelegenen, altmodischen Bauernhof mit allerlei liebem Vieh und lasse den Bauern weg. Der muss nämlich ins Spital - und so müssen die Tiere ein paar Tage lang selber schauen, wie sie über die Runden kommen. Aus den domestizierten Haustieren, den umsorgten Nutztieren und den rund um den Hof siedelnden Wildtieren wird über Nacht eine vorwitzige, freilaufende Bande, die sich das plötzlich menschenleere Terrain ganz neu erobert. Das geht natürlich nicht ohne Revierkämpfe und das eine oder andere Opfer ab. Als erstes dran glauben muss der Gemüsegarten - die Schweinebande bedient sich großzügig beim Salat. Das Federvieh will da natürlich nicht hintanstehen, verlässt seinen sicheren Stall und geht auf kulinarische Entdeckungsreise - argwöhnisch beobachtet vom Igel, der sich einen Regenwurm schmecken lässt. Der Hunger treibt aber nicht nur die Tiere aus ihren Ställen ins Freie sondern lockt umgekehrt auch ungebetene Gäste auf den Hof: Ein Fuchs schleicht ums Haus - und so ein saftiges Hendl, das würde ihm schon sehr gefallen ...
Allzulange muss das liebe Vieh aber nicht ohne die menschliche Obhut auskommen - es zieht wieder bäuerliches Leben auf dem Hof ein. Die neu gewonnene Freiheit bleibt den schnatternden, gackernden und grunzenden Einwohnern aber trotzdem erhalten. Nicht zu jedermanns Freude muss diese nun sogar mit allerlei Neuankömmlingen geteilt werden. Bis sich alle mit der neuen Lage arrangiert haben, ihr angestammtes Revier entweder erfolgreich verteidigen konnten oder notgedrungen die neuen Mitbewohner akzeptiert haben, bleibt es spannend zwischen Stall und Scheune, Wald und Wiese.

Zurück zur Natur. Über acht Monate erstreckten sich die Dreharbeiten zu Die wilde Farm in Burgund. Und mit rund 200 Tieren am Set waren starke Nerven gefragt, denn kaum einmal hielten sich Ferkel, Pute und Feldmaus auf Anhieb an die gewünschte Dramaturgie. Egal, die Regisseure hielten durch, und am Ende bleibt nur eine Frage offen: Ist Die wilde Farm nun Spielfilm oder Doku? Dazu Regisseur Dominique Garing: "Die Geschichte ist natürlich Fiktion, gemischt mit einer Tierdokumentation ... nein, einer Dokumentation mit Tieren ... es ist ganz einfach ein Kinofilm.“

Text:  Dina Maestrelli

Credits

Titel Die wilde Farm
Originaltitel La vie sauvage des animaux domestiques
Genre Abenteuer/Dokumentation
Land, Jahr Deutschland/Frankreich, 2009
Länge 90 Minuten
Regie Dominique Garing, Frédéric Goupil
Drehbuch Dominique Garing, Frédéric Goupil
Kamera Jérome Peyrebrune
Schnitt Julie Pelat
Musik Max Richter
Produktion Serge Lalou, Gunnar Dedio
Verleih Einhorn Film

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

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