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Mein Führer - Die wirklich wahrste Wahrheit über Adolf Hitler

Mein Führer

Satire. Deutschland 2007. 89 Minuten.

Regie: Dani Levy
Mit: Helge Schneider, Ulrich Mühe, Ulrich Noethen

Der GRÖKAZ als GRÖFAZ. Helge Schneider, größter Komiker aller Zeiten, gibt in Dani Levys (Alles auf Zucker!) genialer Komödie einen Hitler ohne Hemmungen.

Filmstart: 19. Januar 2007

Helge Schneider als Adolf Hitler. Eigentlich müsste ich jetzt gar nicht mehr weiterschreiben, denn das allein ist schon das beste Argument für ausverkaufte Kinosäle. Aber wer sich´s zu leicht macht, verliert - und deshalb kommt hier doch noch eine ordentliche Portion Information über Dani Levys wohlig repektloses filmisches Hitlerbild.
Levy setzt dort an, wo Hitlers verquerer Verstand endgültig aussetzt: 1944 - der Krieg ist verloren, doch ein Mann will nicht aufgeben. Nein, nicht Hitler, der hat schon. Joseph Goebbels (Sylvester Groth), unermüdliches Propaganda-Genie, hat in der schweren Stunde einen Geistesblitz: Mit einer seiner berühmten Brandreden soll der taumelnde Führer die Durchhalte-Power des Volkes noch einmal motivieren. Also lässt Goebbels Hitlers früheren Schauspiellehrer Professor Adolf Grünbaum (Ulrich Mühe) zu einem "letzten Einsatz" aus dem KZ beurlauben. Mit seinen legendären Trainingsmethoden wird er Hitler wieder in ein völkisches Vorbild verwandeln, denkt Goebbels. Grünbaum, selbst Jude, denkt anders. Er sieht die einmalige Chance, die arroganten Möchtegern-Arier reinzulegen - und beginnt damit, einen eleganten Plan geschickt in die Tat umzusetzen …
Diverse Versuche gab es in den letzten Jahren, dem "Phänomen" Hitler zu Filme zu rücken. Und doch blieb trotz viel Getöse unterm Strich letztendlich immer nur peinlicher Voyeurismus am „ultimativ Bösen“ übrig. Mein Führer spaziert nun äußerst angenehm genau in die entgegengesetzte Richtung: Endlich wird "Der Führer" wieder auf das zurechtgestutzt, was er hauptsächlich war: Die größte Witzfigur der Geschichte, ein kümmerlicher, völlig meschuggener Komplexler, der komisch sprach und keinen Sex hatte. Aber - lachen über Hitler? Darf man das überhaupt? Na sicher. Schon Charlie Chaplin, Mel Brooks oder auch das bayerische Avantgarde-Urgestein Herbert Achternbusch zeigten, wie das geht. Und wenn irgendjemand es schafft, diese wohl berüchtigtste aller historischen Figuren in seiner ganzen jämmerlichen Lächerlichkeit darzustellen, ohne in dumpfen Klamauk abzudriften, dann ist das Helge Schneider, Deutschlands verdienteste Kultfigur. Übrigens hatte Hitler, der tatsächlich unter schweren Depressionen litt, auch in Wirklichkeit einen Schauspiellehrer - Paul Devrient, dessen Autobiographie unter dem Titel Mein Schüler Adolf Hitler erschienen ist. Über diesen Treppenwitz der Geschichte malt nun Regisseur Dani Levy, der sich schon mit Alles auf Zucker! stilvoll aber deftig über sensible Themen lustig gemacht hat, sein bös-witziges filmisches Hitlerbild. "Ich bediente mich der Komödie, weil sie viel subversiver ist als die Tragödie. Sie kann Dinge behaupten, die in einer authentisch abgebildeten Ernsthaftigkeit nicht möglich sind. kann Verhältnisse krass und ungeschminkt zeigen und sie dadurch in ihrer Erbärmlichkeit entlarven."

Text:  Kurt Zechner

Credits

Titel Mein Führer - Die wirklich wahrste Wahrheit über Adolf Hitler
Originaltitel Mein Führer
Genre Satire
Land, Jahr Deutschland, 2007
Länge 89 Minuten
Regie Dani Levy
Drehbuch Dani Levy
Kamera Carl-Friedrich Koschnick, Carsten Thiele
Schnitt Peter R. Adam
Musik Niki Reiser
Produktion Stefan Arndt
Darsteller Helge Schneider, Ulrich Mühe, Ulrich Noethen, Meret Becker, Lars Rudolph, Stefan Kurt, Katja Riemann, Adriana Altaras, Sylvester Groth, Wolfgang Becker (II)
Verleih Filmladen

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

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