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Harry Potter und der Halbblutprinz

Harry Potter and the Half-Blood Prince

Action, Fantasy, Literaturverfilmung. GB, USA 2008. 120 Minuten.

Regie: David Yates
Mit: Daniel Radcliffe, Emma Watson, Rupert Grint

In Hogwarts herrschen Sturm und Drang. Aber während im Rest der heranreifenden Zauberschüler die Gefühle und Hormone verrückt spielen, muss Harry Herr der Lage bleiben: Das schicksalhafte Zusammentreffen mit Voldemort steht unmittelbar bevor, und die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Aber auch Harry ist verliebt … 

Filmstart: 15. Juli 2009

Tom Riddle war kein besonders guter, oder besser gesagt kein besonders gehorsamer Schüler. Aber er war außergewöhnlich talentiert, und er interessierte sich sehr für die dunklen Künste. Das ist leider eine ziemlich explosive Mischung. Dass Riddle nicht nur Sohn eines der Gründer von Hogwarts ist, sondern schließlich zu Lord Voldemort wurde, ist bekannt, aber in seiner Relevanz noch nicht wirklich ins Bewusstsein jener gerückt, die Harry Potter auf den Kampf mit ihm vorbereiten sollen. Sie haben ja auch alle Hände voll zu tun. Seit Voldemorts nicht zu leugnender Rückkehr sind die Todesser unglaublich aggressiv geworden. Sie richten mittlerweile sowohl in der Muggel-Welt als auch in der Welt der Zauberer beträchtliches Chaos an, und nicht einmal in den ehrwürdigen Mauern der Schule kann man sich noch sicher fühlen. Dumbledore ist nun quasi Harry Potters Privatlehrer geworden – es geht schließlich darum, seinem zukünftigen Nachfolger so viel wie möglich beizubringen. Zu diesem Zweck konfrontieren Dumbledore und Harry in einem geplünderten Muggel-Haus einen alten Mann, der sich als Horace Slughorn (Jim Broadbent), einst Hogwarts-Lehrer und deshalb leidlich eingebildet, entpuppt. Slughorn soll an die Schule zurückkehren, um Harry zu unterrichten. Schließlich war Tom Riddle einst Slughorns bester Schüler. Also geschieht es auch so. Wenig später gelangt Harry an ein seltsames Buch, dessen einstiger Eigentümer ein gewisser „Halbblutprinz“ war. Dieser ominöse Prinz dürfte ziemlich gewitzt gewesen sein. Er verbesserte reguläre Rezepte für bestimmte Tränke, Zaubersprüche und Flüche erheblich, hatte originelle, aber auch sehr abartige Ideen – und sie alle notierte er an den Rändern der Seiten in seinem Buch, wo Harry sie nun praktischerweise ablesen und lernen kann. Das führt den guten Harry aber in sehr gefährliche Bereiche. Allerdings lebt Harry ohnehin die längste Zeit schon ziemlich gefährlich. Eine ganz spezielle Problemzone, die sich immer mehr zuspitzt, ist z. B. die Rivalität zwischen Harry und Draco Malfoy. Es wird immer klarer, dass Malfoy im Auftrag des Dunklen Lords durch Hogwarts schleicht, und Harry scheint als einziger wild entschlossen, ihm das Handwerk zu legen. Auch in dieser Hinsicht wird es eine heftige Auseinandersetzung geben. Und dabei kommen die verbesserten Sprüche des Halbblutprinzen äußerst gelegen. Es geht heftig und ganz schön düster zu in den altehrwürdigen Hallen. Aber nebenbei gibt es auch kleinere Problemchen – die den Betroffenen aber möglicherweise viel bedeutungsschwerer vorkommen. Die Liebe grassiert nämlich in Hogwarts. Harry ist total in Rons Schwester Ginny Wasley verschossen, sehr zum Missfallen ihres Freundes Dean Thomas. Ron wiederum wird von der ziemlich schrägen Lavender Brown neuerdings mit Aufmerksamkeiten überschüttet. Was Hermine vor Eifersucht kochen lässt – das kann sie allerdings nicht zeigen. Schließlich machen mit einem Liebestrank verpanschte Pralinen die Runde – und das Chaos perfekt. Nur ein Schüler ist von all dem Treiben unbeeindruckt. Dabei würde er so gerne Eindruck machen. Wenn es sein muss, auch mit dunklen Machenschaften. Und so bahnt sich eine Tragödie an, die Hogwarts für immer verändern könnte …

Wie schon bei Harry Potter und der Orden des Phönix 2007 führt auch diesmal David Yates Regie, und wie bei allen bisherigen Filmen stammt auch diesmal das Drehbuch von Steve Kloves. Neu in Hogwarts sind Oscar-Preisträger Jim Broadbent (Iris, Die Chroniken von Narnia) und Helen McCrory (Die Queen) als Draco Malfoys Mutter Narcissa Malfoy, Schwester der bösen Bellatrix Lestrange. Aber auch Newcomer trumpfen auf – z. B. Jessie Cave als Lavender Brown oder Hero Fiennes Tiffin und Frank Dillane als Tom Riddle in unterschiedlichen Altersphasen. Es ist der wahrscheinlich düsterste Harry Potter-Film bisher – eindeutiges Sommerblockbuster-Material.

Text:  Klaus Hübner

Credits

Titel Harry Potter und der Halbblutprinz
Originaltitel Harry Potter and the Half-Blood Prince
Genre Action/Fantasy/Literaturverfilmung
Land, Jahr GB/USA, 2008
Länge 120 Minuten
Regie David Yates
Drehbuch Steve Kloves
Kamera Bruno Delbonnel
Schnitt Mark Day
Musik Nicholas Hooper
Produktion David Barron, David Heyman
Darsteller Daniel Radcliffe, Emma Watson, Rupert Grint, Helena Bonham Carter, Jim Broadbent, Michael Gambon, Tom Felton, Alan Rickman
Verleih Warner

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

4 Kommentare

grauenvoll

Der Regiseur und die Drehbuchautoren müssten für diesen Film ins Gefängnis!!

Die Geschichte wurde meiner Meinung nach vollkommen zerstört.
Die Kampfszenen vorallem den Schlusskampf gibt es nicht.
Es soll wohl die Liebe im vordergrund stehen, sogar dies ist sauber misslungen. Gerade einmal leichte andeutungen von beziehungen gibt es (ausgenommen Ron / Won Won). Sogar in einer schüchternen Teenagerliebe gibt es mehr romantik und Körperlichen kontakt.
Und zu guter letzt wurde der Schluss vollkommen zerstört ach was sag ich er wurde nicht einmal gezeigt. Die komplette Begräbnis Szene fehlt und wurde durch eine neu inszenierung ersetzt. Somit ging auch die ganze dramatik flöten.

Endergebniss: Sehen sie selbst. Eine solche Verfilmung muss man gesehen haben, denn meinen worten kann man sicher nicht glauben.
Die schlechteste Verfilmung eines Harry Potter Buches.

17. Juli 2009
08:04 Uhr

von rfgkm

absolut grauenvoll

rfgkm, Du sprichst mir aus der Seele. Der Film ist eine Katastrophe. Mir ist klar, dass man in einem Film nicht das ganze Buch wortgetreu verfilmen kann, aber dann soll man nicht nahezu alle wichtigen Szenen weglassen (z.B. ist der Teil mit den Rückblenden auf Voldemorts Leben, durch die Harry ja erfährt, welche Horkruxe Voldemort wahrscheinlich verwendet hat, völlig danebengegangen bzw. fast nicht vorhanden), und stattdessen total dämliche Szenen einfügen, die überhaupt nicht im Buch stehen! Mir tut es um die ausgezeichneten Schauspieler leid, die hätten sich ein besseres Drehbuch verdient. Möglicherweise haben die Verantwortlichen für diesen Mist das Buch gelesen - behirnt haben sie es nicht...

19. Juli 2009
06:22 Uhr

von jacksparrowsdarling

nur was für HP-Fans

Vorab zuerst eine wichtige Information: Ich war noch nie Harry-Potter-Fan und werde auch wohl keiner werden.
Deshalb versuche ich den Film so objektiv wie möglich zu beschreiben.

Meine Vorbereitungen begannen damit das Buch zu lesen, glücklicherweise half mir das schlechte Wetter dies durch zuziehen. Das war eine gute Entscheidung, ich hätte mich im Film verlaufen ohne vorheriger Lektüre.
Somit sind wir schon im ersten Teil der Story.
Muggels - Bahnhof – Slughorn – Weasleys – Dampflok – Hogwarts.
Im Zeitraffer wird die erste Hälfte des Buches übersprungen ohne einen Zusammenhang.
Deswegen muss man das Buch vorher gelesen haben, ohne HP-Vorkenntnisse wundert man sich warum plötzlich alle in einen Zug sitzen und warum und wohin?
Oder hat der Vorführer eine Rolle zum einspannen vergessen…
Leider wurden ein paar Szenen aus dem Buch komplett gestrichen – Potters Muggelfamilie vermisst man genau so wie die Konferenz zwischen Premiereminister und Zauberminister.
Lassen wir uns vermuten dass der erste Teil bewusst gekürzt worden ist, damit der Film keine 4 Stunden dauert.

Zweiter Teil – Hogwarts
Die Hauptpersonen sind Harry Potter und Professor Slughorn.
Die Herausforderung wie Harry an Slughorns Erinnerungen kommt, ist für mich die einzige durchgehende Handlung im Film. Leider sind auch hier viele wichtige Kleinigkeiten aus dem Buch Opfer der Filmlänge geworden, wie z.B. Plötzlich steht Hagrid vor einer toten Acromantula oder Harry Potter weiß aus heiterem Himmel welches Gegengift Ron rettet.
Abgerundet wird der zweite Teil durch die Teenagerromanzen zwischen den ganzen Hauptdarstellern, ein paar witzige Szenen sind vorhanden, naja.
(Anmerkung: Die Kleidung wirkt etwas bieder. Immerhin sind laut der Historie Harry & Co nun zwischen 16 und 17 Jahre alt, sind aber angezogen wie brave 10-Jährige, da geht einfach etwas für das Auge ab ;-) , ausgenommen Luna und Malfloy stechen overdressed hervor.)
Finale: Das hat für mich einen groben Fehler: Warum hilft Potter Dumbledore nicht?
Und was ich total vermisst habe: Der Kampf der Auroren gegen die Totesser (für den Adrenalinspiegel) und die Bestattung (für die Tränendrüsen)
Filmende.
Fazit:
Für Potter-Fans unbedingt ein Muss – Jeder der sich noch nie für Harry Potter begeistern konnte, der wird keine Freude mit dem Film haben.
Schauspieler:
Jeder spielt seine Rolle sehr gut, einzig alleine Slughorn hebt sich durch sein tragisches Schicksal hervor.
Action: sehr dürftig, Quidditch wird fast gar nicht gespielt und die Zauberkämpfe hauen auch niemanden vom Hocker.
Story: leider sehr zerrissen und stark vom Buch abweichend.
Der Film wollte beides sein: ein richtiges actionreiches Magicfantasyevent und eine Teenagerstory mit einem tragischen Ende. Warner Bros hätte sich für eines von den beiden entscheiden sollen.

25. Juli 2009
17:41 Uhr

von kinozell

Missglückt

Ich muss sagen, das ich alle HP-Bücher gelesen habe und auch alle Filme bis jetzt gesehen habe, bis jetzt habe ich mich immer schon auf die Premiere des nächsten HP-Teils gefreut.

Nach diesem Film werde ich es mir vielleicht überlegen, ob ich mir die nächsten 2 auch noch ansehe!

27. Juli 2009
19:32 Uhr

von thinkpositive

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