Filminfo zu

Chanson d´amour

Quand j´etais chanteur

Drama. Frankreich 2006. 112 Minuten.

Regie: Xavier Giannoli
Mit: Gérard Depardieu, Cécile De France, Mathieu Amalric

Die hohe Form der leichten Muse. Als charmanter Schnulzensänger säuselt sich Gérard Depardieu ins Herz von Cécile De France. Große Chansons, pure Romantik.

Filmstart: 9. Februar 2007

Pavarotti singt in einer anderen Liga. Aber das ist Regisseur Xavier Giannoli von Anfang an klar gewesen. Für seine charmante Romanze um einen alternden Schnulzensänger (Gérard Depardieu), der sich nach einem flüchtigen One-Night-Stand in eine junge Schönheit (Cécile de France) verliebt und nicht mehr von ihr lassen kann, brauchte er keine Jahrhundertstimme. Ganz normaler Gesang genügte. Manchmal klingt Gérard Depardieu wie direkt aus der Badewanne, aber gerade das macht die einzigartige Qualität dieser Aufnahmen aus. Chansonklassiker von Michel Delpech, Roger Dumas, Julio Iglesias oder Serge Gainsbourg werden von einem Künstler vorgetragen, der nie auf die Hitparaden schielt und deshalb auch keine Angst vor Kitsch und Kommerz zu haben braucht. Französischer Dorfdiscosound für die Wohnzimmer dieser Welt: Genauso großartig wie der Soundtrack von Chanson d’ Amour ist auch der dazugehörige Film. Eine melancholische Liebeserklärung an die hohe Form der leichten Muse. Humor, Melancholie und Herzklopfen im Rhythmus von Leben, Liebe und Lamourhatscher. Ob sie den eigentliche wisse, wie viele Singles es in Frankreich gäbe, fragt Alain Moreau (Gérard Depardieu) die bezaubernde Marion (Cécile De France) gleich bei ihrer ersten Begegnung. Die Dame hat keine Ahnung. "14 Millionen. Ganz schön viele, was?"
Stimmt. Ganz schön viele. Und jeder einzelne davon potenzielles Publikum. Die Einsamkeit ist ein lukratives Geschäft. Selbst wenn es nie gereicht hat für Paris und die ganz großen Hallen. Dieser Sänger tingelt durch die Discos der Provinz, hält Karaoke für die Geißel Gottes und hat es im Laufe vieler Jahre geschafft, irgendwie zur Einrichtung zu gehören. Irgendwie ist Alain Moreau wohl auch ein Star. Aber eben halt nur irgendwie.
Xavier Giannoli gilt als große Regie-Hoffnung des französischen Kinos, seit er 1998 in Cannes mit einer Goldenen Palme für den Besten Kurzfilm ausgezeichnet wurde. "Chanson d’Amour" ist sein dritter Langfilm. Endlich ist das Wunderkind seinem Ruf gerecht geworden. Anfangs glaubt man, die Tragödie eines lächerlichen Mannes zu sehen. Ein alternder Schnulzensänger, der die Frisur von Rod Stewart mit der Taille eines Michelin-Männchens kombiniert, verliebt sich in eine junge Frau, die ihre privaten Probleme gern mit einem breiten Lächeln überspielt. Später meint man, jetzt kommt gleich die Psychotherapie zum Tragen. Aber je zärtlicher die zaghafte Zuneigung wird, je deutlicher der Respekt zu spüren ist, der hier knapp vor der Romantik steht, desto klarer tut sich eine Liebe auf, die wie geschaffen für das Kino ist.

Text:  Peter Krobath

Credits

Titel Chanson d´amour
Originaltitel Quand j´etais chanteur
Genre Drama
Land, Jahr Frankreich, 2006
Länge 112 Minuten
Regie Xavier Giannoli
Drehbuch Xavier Giannoli
Kamera Yorick Le Saux
Schnitt Martine Giordano
Musik Alexandre Desplat
Produktion Edouard Weil, Pierre-Ange Le Progam
Darsteller Gérard Depardieu, Cécile De France, Mathieu Amalric, Christine Citti
Verleih Polyfilm

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

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