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Brand

Brand

Drama. Österreich 2011. 105 Minuten.

Regie: Thomas Roth
Mit: Josef Bierbichler, Erika Deutinger, Angela Gregovic

Auf dünnem Eis soll man nicht mit dem Feuer spielen. Ein Schriftsteller in der Schaffenskrise stürzt sich in eine äußerst verhängnisvolle Affäre mit der verheirateten Pflegerin seiner todkranken Ehefrau ... Stark inszenierter film noir von Thomas Roth mit Josef Bierbichler, Erika Deutinger, Denis Moschitto und Manuel Rubey.

Filmstart: 29. April 2011

Brand (Josef Bierbichler) steckt fest. Beim Denken, beim Arbeiten, beim Leben. Er ist an sich Schriftsteller, ein ziemlich bekannter sogar, doch in letzter Zeit geht gar nichts mehr weiter mit dem Schreiben. Brands Ehefrau Martha (gespielt von Mundl-Tochter Erika Deutinger, deren großes Schauspieltalent viel zu selten gewürdigt wird) liegt, abgemagert bis auf Haut und Knochen, mit Krebs im Krankenhaus - und die täglichen Besuche in dem kargen Krankenzimmer sind das Spannendste, was sich in Brands Tagesablauf findet.
Weil er nicht schreiben kann, fotografiert er. Martha beim Schlafen, Martha beim Verzweifeln, beim Hoffnung Schöpfen. Und hin und wieder ist auch Angela (Roths beeindruckende Schauspiel-Neuentdeckung Angela Gregovic) im Bild, Marthas schöne Krankenschwester mit der geheimnisvollen Ausstrahlung und dem berückenden Akzent.
Am Abend fährt Brand jeden Tag zurück in das einsame Haus im Waldviertel. Ein idyllisches Anwesen, weit weg von der Stadt, mit modern eingerichteten Räumen und einem echten Baselitz-Ölbild über dem Bett. Brand und Martha haben sich diese Insel der Ruhe gemeinsam erschaffen, damals, als sie noch gesund und eine berühmte Schauspielerin war. Jetzt ist Brand alleine in dem schönen Haus, und bildet sich ein, dass er die Stille genießt.
Eines schönen Tages liegt Angela im King-Size-Bett unter dem Baselitz, nackt und unheimlich sexy. Heimlich und glücklich entlädt sich eine heftige Amour fou, und Brand fühlt sich endlich wieder lebendig. Auch - oder doch eher gerade weil - sich diese Affäre unter denkbar ungünstigen Vorzeichen entwickelt: Angela ist nämlich auch verheiratet, und zwar mit dem Kriminalbeamten Celik (Denis Moschitto), ein echter Parade-Macho, ebenso eifersüchtig wie gewaltbereit. Lange dauert es nicht, bis Celik dahinterkommt, dass ihn seine Frau betrügt, und gemeinsam mit seinem Freund und Kollegen Philip (Manuel Rubey) macht er Brand sehr drastisch klar, was er alles mit ihm anstellen wird, sollte dieser nicht umgehend seine vorwitzigen Schriftstellerfinger von seiner Ehefrau lassen.
Martha geht es inzwischen immer schlechter, und als eine neue Therapie wieder nicht anschlägt, beschließt sie, dem Tod halbwegs gelassen ins Auge zu sehen. Zumindest will sie daheim sterben und nicht in diesem kargen Krankenzimmer, das nach Schmerz riecht und nach Hoffnungslosigkeit. Deshalb soll Brand die gemeinsame Stadtwohnung verkaufen, in der sie eh seit Jahren nicht mehr übernachtet haben, und mit dem Erlös eine Hauskrankenschwester bezahlen, die Martha zuhause betreuen kann. Doch was sie nicht weiß: Die Wohnung hat Brand längst verkauft, um Marthas teure Behandlung zu finanzieren - unter anderem. Ob er einen Kredit aufnehmen soll? Sein Freund und Anwalt Viktor (Karlheinz Hackl) entlockt das nur ein schiefes Grinsen, mit Brands Bonität geht da gar nichts. Noch dazu hat Martha plötzlich die fixe Idee, dass sie ausgerechnet Angela als Privatpflegerin haben will. Und irgendwie kann sich Brand des Gefühls nicht erwehren, dass hinter diesem "genialen“ Einfall kein anderer als Angelas Ehemann steckt, der sich seines Nebenbuhlers auf besonders perfide Art und Weise entledigen will …

Einen reduzierten Film mit wenigen Figuren und Schauplätzen hatte Filmemacher Thomas Roth im Sinn, als er das Buch zu Brand schrieb. Und die beklemmende Story wirkt um so intensiver durch die großartigen Schauspieler, die Roth versammelte: Neben der wunderbaren Erika Deutinger als todkranke Ex-Diva, der umwerfenden Angela Gregovic als femme fatale im weißen Kittel und den Jungtalenten Denis Moschitto und Manuel Rubey als testosterongetriebenes Krimineser-Paar hart an der Grenze zur Parodie glänzt Ausnahmeschauspieler Josef Bierbichler (Code unbekannt, Hierankl, Der Knochenmann, Das weiße Band) als großes Ego im freien Fall.

Text:  Gini Brenner

Credits

Titel Brand
Originaltitel Brand
Genre Drama
Land, Jahr Österreich, 2011
Länge 105 Minuten
Regie Thomas Roth
Drehbuch Thomas Roth
Kamera Jo Molitoris
Schnitt Bernhard Schmid
Musik Lothar Scherpe
Produktion Tommy Pridnig, Peter Wirthensohn, Erich Lackner
Darsteller Josef Bierbichler, Erika Deutinger, Angela Gregovic, Heribert Sasse, Karlheinz Hackl, Manuel Rubey, Denis Moschitto
Verleih Thimfilm

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

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