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Die Legende von Beowulf

Beowulf

Abenteuer, Animation. USA 2007. 114 Minuten.

Regie: Robert Zemeckis
Mit: Anthony Hopkins, Ray Winstone, Angelina Jolie

Ein gewaltiger Krieger, ein schreckliches Monster, dessen ebenso schöne wie tödliche Mutter und eine uralte Legende: Angelina Jolie, Anthony Hopkins als aufregend animierte Charaktere in Robert Zemeckis' Fantasy-Spektakel.

Filmstart: 16. November 2007

Menschen lieben es, einander Geschichen zu erzählen. Und manche dieser Geschichten sind so gut, dass sie Jahrtausende überdauern. So wie die Sage vom mutigen Beowulf, um das Jahr 1000 in 3182 in Versen niedergeschrieben, das größte der wenigen erhaltenen Zeugnisse der uralten angelsächsischen Sprache. Es erzählt in ebenso wunderlichen wie packenden Worten die Geschichte eines mutigen, geradezu überlebensgroßen Helden, der einst an den Hof des dänischen Königs Hrothgar kam und ihn in bitterster Not vorfand: Grendel, ein schreckliches Monster aus den nahen Sümpfen, bedroht seinen Palast und hat auch schon einige seiner besten Männer auf dem Gewissen. Beowulf schafft es tatsächlich, das Monster zu besiegen: Er reißt Grendel nach langem Kampf einen Arm ab, und der taumelt blutend zurück in die Sümpfe, um dort zu sterben.

Doch in der Sagenwelt hat auch das grausigste Geschöpf eine liebende Mutter. Die ist klarerweise auf Beowulf gar nicht gut zu sprechen und fordert den mutigen Recken nun ihrerseits zu einem Kampf heraus, gegen den der Fight mit Grendel wie ein Frühlingsspaziergang schien. Denn die ebenso stolze wie zornige Dame fährt mit übermächtigen, magischen weiblichen Waffen auf, gegen die der maskuline Held reichlich machtlos ist …

Ausgerechnet Hollywoodmärchen-Erzähler Robert Zemeckis (Roger Rabbit, Forrest Gump) hat sich der martialisch abenteuerlichen Legende nun angenommen, um die uralte Geschichte in ganz neuer Form zu erzähen: Schnell, actiongeladen, hochspannend, und vor allem visuell revolutionär. Im angelsächsischen Sprachraum übrigens fast ein Sakrileg - schließlich gilt Beowulf unter vielen Wissenschaftlern als unantastbares Stück Hochkultur. Regisseur Robert Zemeckis: "Mir war klar, dass viele Leute die 'Ehre' dieses uralten Schriftstücks verletzt sehen würden, wenn Hollywood daraus ein Fantasy-Abenteuer macht. Aber was sie dabei völlig vergessen, ist, dass Beowulf ursprünglich ja auch nichts anderes war, als ein Action-Spektakel, gemacht, um möglichst viele Leute zu unterhalten - quasi ein tausend Jahre alter Blockbuster!"

Zemeckis' Version wirkt nun alles andere als angejahrt, ganz im Gehenteil - und die hypermodernde Optik ist überwältigend. Das liegt nicht zuletzt an der Riege der Darsteller, die aus einer perfekten Symbiose aus hochkarätigen (menschlichen) Stars und atemberaubender Computeranimation besteht. Die Filmfiguren basieren bis in kleinste Details auf den mittels Hightech-Prozeduren eingefangenen Darstellungen der berühmten Schauspieler, die Hintergründe entstanden im Computer. Dieselbe Technik verwendete Zemeckis schon 2004 in Der Polarexpress mit Tom Hanks - nur wurde sie mittlerweile enorm weiterentwickelt und verfeinert. So sehr, dass es Beowulf gar in verschieden "dimensionierten" Versionen gibt: In der "normalen" 2D-Version (natürlich auch in optimaler Bild- und Tonqualität) und in der hyperrealistischen 3D-Version, die in Österreich in ausgewählten Kinos zu sehen wird.

Ob 2D oder 3D, ganz besonderes Highlight ist natürlich die Rolle von Grendels Mutter, die im Vergleich zur Vorlage stark aufgewertet wurde. Die sexy Sumpf-Sirene gibt im Film ja auch keine Geringere als Angelina Jolie, die splitternackt und digital nachbearbeitet so spektakulär aussieht, dass sich Brad Pitt angeblich schon einen Film-Screenshot vergrößern ließ, um ihn zuhause aufzuhängen. Aber auch Robin Wright Penn als Königin Wealthow, John Malkovich als Beowulfs Kritiker Unferth, Crispin Glover als das Monster Grendel und natürlich der knackige Brite Ray Winstone in der Titelrolle des Beowulf machen als digitale Helden extrem gute Figur.

Weniger happy war allerdings Anthony Hopkins, der den König Hrothgar verkörperte: "Das waren die wohl seltsamsten Dreharbeiten meines Lebens. Wir mussten die ganze Zeit mit lauter Knöpfchen im Gesicht spielen, mit denen sie alle unsere Bewegungen aufzeichneten und dann erst im Computer den eigentlichen Film daraus machten. Das sah sehr lächerlich aus, und es ist mir immer noch nicht klar, was der eigentliche Sinn der Sache ist. Aber Robert Zemeckis ist ganz besessen davon. Und er ist ein großartiger Filmemacher, also wird das schon seine Richtigkeit haben. Ich bin wahrscheinlich schon zu alt dafür, um das zu kapieren."

Text:  Gini Brenner

Credits

Titel Die Legende von Beowulf
Originaltitel Beowulf
Genre Abenteuer/Animation
Land, Jahr USA, 2007
Länge 114 Minuten
Regie Robert Zemeckis
Drehbuch Roger Avry, Neil Gaiman
Kamera Robert Presley
Schnitt Jeremiah O´Driscoll
Musik Alan Silvestri
Produktion Jack Rapke, Steve Starkey, Robert Zemeckis, Steve Bing
Darsteller Anthony Hopkins, Ray Winstone, Angelina Jolie, Crispin Glover, Robin Wright, John Malkovich
Verleih Warner

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

2 Kommentare

Überharter Beowulf

Der Film"Die Legende von Beowulf" war etwas überhart, so sogar, daß meine Bekannte gestern bereits nach wenigen Minuten aus dem Kinosaal gehen mußte!! Etwas übertriebene Härte!!

Gerald

19. November 2007
10:50 Uhr

von geri1965

Ein echter Seidl

Import/Export - in großteils ruhigen, lakonischen Bildern gedreht- die Geschichte zweier Looser. Beide verlassen traute Gefilde, um in der Fremde ihr Glück zu versuchen. Das letzte Bild ist symptomatisch für den ganzen Film - die bizarre Geräuschekulische aus Wimmer, Stöhnen, Fetzen von Selbstgesprächen im Schlafzimmer eines Geriatriezentrums. So trostlos und verstörend wie diese Schlußsequenz ist der ganze Film. Ein echter Seidl eben. Und das verstehe ich als großes Kompliment an einen großen Film

24. November 2007
18:37 Uhr

von Tricksi

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