Filminfo zu

Wächter des Tages

Dnewnoi dozor

Horror. Russland 2007. 140 Minuten.

Regie: Timur Bekmambetov
Mit: Konstantin Khabensky, Mariya Poroshina, Zhanna Friske

Grindiges Setting, grausiger Horror, geniale Action. Der Kampf des Lichts gegen die Dunkelheit geht in die blutige Entscheidungsschlacht: Zweiter Teil des düsteren russischen Fantasy-Spektakels um den getriebenen Hexenmeister Anton.

Filmstart: 21. September 2007

Moskau. Gegenwart. Wind treibt Zeitungsfetzen durch die abgefuckten Straßen, die Menschen sind müde und frustriert. Einzig der Wodka wärmt gelegentlich, und die Freude auf ein schnelles Auto, eine schöne Nutte, eine neue Waffe: Das ist die Post-Sowjet-Welt der Fantasy-Autoren Sergei Lukyanenko and Vladimir Vasiliev. Doch wer bestimmt das Schicksal der Menschen auf der Straße? Im besten Fall sind es die Wächter der Nacht, die die blutsaugerischen Wächter des Tages zurückdrängen. Und es gibt immer wieder Einzelne, die das Schicksal wenden können und das Gleichgewicht zwischen Licht und Finsternis stören.
Teil eins der Saga, Wächter der Nacht - Nochnoi dozor, war der erfolgreichste Film in Russland seit der Sowjet-Ära: "Es gibt wohl keinen Russen unter dreißig, der den Film nicht kennt", sagt Regisseur Timur Bekmambetov stolz. Auch der noch spektakulärere Teil zwei der russischen Fantasy-Trilogie dreht sich wieder um Anton, einen Wächter der Nacht mit finsterer Vergangenheit: Weil er einst versuchte, seine Freundin mit dunkler Magie zu verfluchen, wechselte sein noch ungeborener Sohn Igor auf die Dunkle Seite - und ist der mächtigste Zauberer im Talon der Dunklen Anderen. Inzwischen hat Anton aber eine hübsche Praktikantin, Svetlana. Sie ist Igors helles Gegenstück. Im drohenden Krieg wird Anton entweder seinen Sohn oder sein Love Interest Svetlana opfern müssen. Es kommt, wie es kommen muss: Aus einer dekadenten Party wird die zerstörerischste Nacht, die die Welt jemals gekannt hat …
Schrille Kostüme, elegant-versiffte Wohnungen, spektakuläre Autos - Wächter des Tages ist purer Pop, immer gepaart mit Melancholie und Selbstironie, und verrät womöglich mehr über den russischen Alltag, als ein Dokumentarfilm es je könnte. Sonst schamhaft versteckte Gegenden, gammelige Plattenbau-Wohnungen oder dreckige Inneneinrichtungen werden hier zu magischen Orten, an denen über Rettung oder Untergang der Welt entschieden wird. Nicht die Hochglanzwelt ist faszinierend, es ist das Schmuddelige, in dem Gefahr und Glück verborgen sind. In dieser Welt kann der schmierige Installateur ebenso böser Blutsauger wie weiser Zauberer sein – oder ganz einfach nur aufdringlich.
Die aufwändigen CGI-Effekte sind alles andere als "russisch": Die fantastischen Bilderwelten des Horrormärchens lassen spätestens beim Showdown keine Fragen mehr offen. Fiese Seitenhiebe auf West-Blockbuster von Harry Potter bis zu The Italian Job machen Wächter des Tages zum Genuss - und sind nicht nur Insiderjokes, sondern wiederum Zucker für die Action-Fans: Warum sollte man auch nicht mal eben mit dem Mini eine halsbrecherische Abkürzung durchs Gebäude machen oder gleich mit dem Sportwagen zum Schreibtisch des Chefs kommen? Und auch wenn es nicht so wirklich kuschelig wird: Sogar für die Liebe ist Platz bei den Wächtern des Tages.

Text:  Magdalena Miedl

Credits

Titel Wächter des Tages
Originaltitel Dnewnoi dozor
Genre Horror
Land, Jahr Russland, 2007
Länge 140 Minuten
Regie Timur Bekmambetov
Drehbuch Timur Bekmambetov, Sergei Lukyanenko
Kamera Sergei Trofimov
Schnitt Dmitri Kiselev
Musik Yuri Poteyenko
Produktion Konstantin Ernst, Anatoli Maksimov
Darsteller Zhanna Friske, Konstantin Khabensky, Mariya Poroshina, Viktor Verzhbitsky, Dima Martynov, Verliriy Zolotukhin, Aleksey Chadov, Vladimir Menshov, Galina Tyunina
Verleih Centfox

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

1 Kommentar

eine Niederlage

Nach dem ersten Teil dachte man es kann nur noch besser werden, aber man wird vom Gegenteil überzeugt. Leider wurde der Film so in die Länge gezogen, dass während des Films ganze Reihen aufstanden und gingen. Der Film hört dort auf wo der erste Teil beginnt, d.h. es wäre besser gewesen sie hätten gleich einen dritten Teil gedreht, dann wär einem dieser erspart geblieben!

21. September 2007
14:08 Uhr

von Knolli6

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