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Planet Terror

Grindhouse - Planet Terror

Action, Horror, Komödie. USA 2007. 90 Minuten.

Regie: Robert Rodriguez
Mit: Freddy Rodríguez, Michael Biehn, Rose McGowan, Naveen Andrews

Eine Stripperin mit einem Maschinengewehr als Beinprothese gegen eine Armee von Zombies: Robert Rodriguez’ Verneigung vor dem schönsten aller Horror-Subgenres ist genauso deftig und blutig wie witzig und stylish. Eine Sternstunde des Trash-Kinos.

Filmstart: 5. Oktober 2007

Es gibt gewisse Dinge im Leben, auf die ist einfach Verlass. Wenn es z. B. in den TV-Nachrichten heißt, dass auf der nahegelegenen Militärbasis ein Experiment mit Biowaffen schiefgegangen sei und die Leute in ihren Häusern bleiben sollten, kann man sich darauf verlassen, dass es nicht einmal mehr einen Sinn hat, sein Testament zu machen. Wenn das Militär Scheiße baut, dann nämlich immer unter Ablebensgarantie für die Gesamtbevölkerung. Aber in einem abgetakelten Strip-Club in einer texanischen Kleinstadt, wo sich soeben Ereignisse der beschriebenen Art anbahnen, läuft kein Fernsehen. Hier starren die Leute gewöhnlich woanders hin. Allerdings ist das Publikum auch nicht gerade zahlreich. Und die trashig-attraktive Cherry (Rose McGowan), die hier ihr täglich Brot zu verdienen versucht, hat ohnehin beschlossen, endlich ihr Leben zu ändern. Als sie sich allerdings auf ihr Motorrad schwingt, um mit Vollgas ihrem neuen Leben entgegenzubrausen, muss sie feststellen, dass sich ganz ohne ihr Zutun bereits so ziemlich alles verändert hat. Irgendwas Grausliches ist aus der Forschungsstation der US Army am Stadtrand entfleucht, und jetzt schlurfen Horden von infizierten Kleinstädtern, am ganzen Körper übersät mit eitrigen Blattern, auf der Suche nach leckerem Menschenfleisch durch die Straßen. Die Stadt gleicht einem Kriegsgebiet, Autowracks, Feuersbrünste und Leichen zieren das Stadtbild. Rauskommen kann offenbar keiner mehr. Auch Cherry nicht. Aber wenigstens findet sie ein paar Verbündete - ihren Exfreund Wray (Freddy Rodriguez) und einen hilfsbereiten Polizisten (Michael Biehn), beides üble Proleten, aber durchaus fesch und kampfbereit. Der Kampf läuft aber nicht ohne schwere Blessuren ab. Cherry zum Beispiel verliert ihr linkes Bein. Aber in so einer Situation macht man aus der Not besser eine Tugend: Sie lässt sich ein Sturmgewehr an den Stumpf schrauben und fortan ihr effektives Mittel gegen die Sickos immer griffbereit …
Neu erfinden lässt sich das Zombie-Genre ohnehin nicht, aber es in seiner ursprünglichsten Form - dem Billig-Exploitation-Trashfilm der 70er-Jahre - wiederzubeleben, ist bisher noch keinem eingefallen: Robert Rodriguez geht mit Liebe ans Werk, erschafft mit großem Budget und ernsthaften Schauspielern einen überaus grindigen Look und Feel inklusive Projektorsurren, Bild- und Tonfehlern, schenkt sich in Sachen Blut-Gesplatter absolut nichts, mischt jede Menge schräger Witze rein und schafft unterm Strich den Eindruck von fetziger, hipper Vintage-Ware, die ein Prädikat wirklich verdient: kultig. Das gilt übrigens auch für den Kurzauftritt von Bruce Willis in Zusammenhang mit einem ganz besonderen Hodensack - aber mehr wird nicht verraten.

Text:  Klaus Hübner

Credits

Titel Planet Terror
Originaltitel Grindhouse - Planet Terror
Genre Action/Horror/Komödie
Land, Jahr USA, 2007
Länge 90 Minuten
Regie Robert Rodriguez
Drehbuch Robert Rodriguez
Kamera Robert Rodriguez
Schnitt Ethan Maniquis, Robert Rodriguez
Musik Robert Rodriguez
Produktion Elisabeth Avellán, Robert Rodriguez
Darsteller Freddy Rodríguez, Michael Biehn, Rose McGowan, Naveen Andrews, Stacy Ferguson "Fergie", Josh Brolin, Bruce Willis, Quentin Tarantino
Verleih Senator Film

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

3 Kommentare

typisch Rodriguez

Ich war froh, dass ich davor nichts gegessen hatte. Er war einerseits amüsant und andererseits konnte einem sehr schlecht werden. Aber ich glaube, man darf nicht zuviel bei so einem Film erwarten. Man sollte ihn auf jeden Fall einmal gesehen haben!

20. Oktober 2007
19:49 Uhr

von Knolli6

richtig schön grindig

Das Zwillingsprojekt "Death Proof" hat mir zwar besser gefallen, aber auch "Planet Terror" war recht unterhaltsam. Die Charaktere sind herrlich überzeichnet, die Szenen bewusst grindig (schließlich ist's ja ein grindhouse movie), und Rose McGowan sollte die MP-Prothese nutzen, um ihre Hexenschwestern aus "Charmed" ins Reich der Schatten zu befördern. Dann wird das TV-Vorabendprogramm besser...

2. November 2007
18:00 Uhr

von elvellon

Planet Terror

Ich kann mich nur den anderen Kommentaren anschliessen. Mir gefällt Death Proof, aber das Grindhouse Projekt ist meiner Meinung nach voll aufgegangen. Seh rempfehlenswert.

12. November 2007
12:03 Uhr

von JamesBond007

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