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Death Proof - Todsicher

Quentin Tarantino´s Death Proof

Horror. USA 2007. 113 Minuten.

Regie: Quentin Tarantino
Mit: Zoë Bell, Rosario Dawson, Kurt Russell, Vanessa Ferlito

Quentin Tarantinos hingebungsvolle Trash-Horror-Hommage an ein im wahrsten Sinne des Wortes unsterbliches Genre. Erster Teil des lang ersehnten Grindhouse-Projekts von Tarantino und Robert Rodriguez!

Filmstart: 19. Juli 2007

"Grindhouse" ist ein US-amerikanischer Slangausdruck für ein kleines Einsaal-Kino, in dem es vor allem Filme zu sehen gab, die zu ihrer Entstehungszeit als Schmutz und Schund galten und heute als Kult in seiner reinsten Form: Die billigen Horror-, Softsex, Kung-Fu- und Blaxploitation-Filme der 60er- und 70er-Jahre. Ein ganz eigenes Erlebnis, wunderschön schrecklich vollgepackt mit all den Details, die die damaligen B-Movies zu Perlen der Kinounterhaltung machten und machen: Eine Handlung, die nur dazu da ist, so viele blutige Szenen miteinander zu verbinden, wie es das knappe Budget erlaubt. Eine Hauptdarstellerin, die nur dazu da ist, so wenig anzuhaben, wie es das Jugendschutzgesetz gerade noch zulässt. Ein Drehbuch, dessen schärfste One-Liner gerade deshalb so cool sind, weil sie wirken, als wären sie zufällig reingerutscht. Und das alles zusammengehalten von einer unsterblichen Liebe zum Film. Ausschließlich davon allerdings.
Dass die beiden Filmemacherkollegen und Drehkumpanen Quentin Tarantino und Robert Rodriguez für solch gschmackige Genrekost, von der sie ja in frühen Jahren geprägt wurden, eine besondere Vorliebe haben, ist sattsam bekannt. So gabs auch schon länger den Plan, gemeinsam ein (fast) originales Grindhouse-Projekt zu basteln. Und weil die Filme in den Grindhouses meist als Doublefeatures liefen, also zwei Spielfilme in voller Länge gleich nacheinander (doppelter Horror ist bekanntlich doppelte Freude), entschlossen sich auch Tarantino und Rodriguez zum Zweifach-Angriff. Jeder drehte seinen eigenen Film, liebevoll und kräftig auf B-Picture getrimmt mit allem was dazugehört: Tarantino wagte mit Death Proof einen Ausflug ins Slasher-Genre, und Rodriguez nahm sich mit Planet Terror die Zombies vor. Im Unterschied zu den Vorbildern sind hier zwar Profis mit wenig Budgetproblemen unterwegs, und in den hölzernen Parts stecken keine schlecht bezahlten Möchtegerns, sondern Stars mit ganz eigenem Kultpotential - der bluttriefende Zauber allerdings kommt ebenso rüber wie einst. Dafür sorgt übrigens auch die sorgfältige Nachbearbeitung des fertigen Materials, das künstlich auf alt gemacht wurde - und die absolut abgefahrenen Fake-Trailer vor und zwischen den beiden Filmen, wie z. B. zum (fiktiven) Nazi-Slasher Werwolf Women of the SS, in dem sich Nicolas Cage, Sibyl Danning und Udo Kier die zweifelhafte Ehre geben - unter der Gastregie von Rob Zombie himself.
In unseren Kinos gibt es vom Grindhouse-Projekt als erstes Tarantinos Horror-Hammer zu sehen (Rodriguez´Planet Terror folgt kurz darauf): Death Proof - und das in voller Länge. Und Tarantino zeigt wieder mal sein Genie für großartiges Casting: Er lässt niemand Geringeren als Kurt Russell als narbengesichtigen, durch und durch perversen Stunt-Driver auf junge hübsche Mädchen los - darunter Rosario Dawson, Rose McGowan und Mary Elizabeth Winstead. Was darauf folgt, ist ein mörderisches Gemetzel, reich garniert mit Blut, Beuschel und wahnwitzigen Scherzen. Und genau das war schließlich der Plan.

Text:  Gini Brenner

Credits

Titel Death Proof - Todsicher
Originaltitel Quentin Tarantino´s Death Proof
Genre Horror
Land, Jahr USA, 2007
Länge 113 Minuten
Regie Quentin Tarantino
Drehbuch Quentin Tarantino
Kamera Quentin Tarantino
Schnitt Sally Menke
Produktion Robert Rodriguez, Quentin Tarantino, Elizabeth Avellan, Erica Steinberg
Darsteller Zoë Bell, Rosario Dawson, Kurt Russell, Vanessa Ferlito, Eli Roth, Sydney Tamiia Poitier, Jordan Ladd, Mary Elizabeth Winstead, Tracie Thoms, Quentin Tarantino, Rose McGowan
Verleih Senator Film

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

1 Kommentar

Typisch!

Ein neuer Film vom Kultregisseur,der wiedereinmal sein Genie beweist. Dieser Film ist einfach genial. Story und Schauspieler überzeugen, und Kurt Russel ist in einer seiner besten Rollen. Auch diesmal hat der Regisseur eine kleine Rolle übernommen. Auf jeden Fall empfehlenswert.

24. September 2007
13:55 Uhr

von JamesBond007

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