Filminfo zu

Drei

Drei

Komödie. Deutschland 2010. 119 Minuten.

Regie: Tom Tykwer
Mit: Sophie Rois, Devid Striesow, Sebastian Schipper

Tom Tykwers Love triangle deluxe: Hanna (Sophie Rois) und Simon (Sebastian Schipper) sind glücklich miteinander im harmonischen Gleichklang, den sie sich im Laufe der Jahre erarbeitet haben. Doch dann verlieben sie sich beide in den selben Mann (Devid Striesow)!

Filmstart: 14. Januar 2011

Immer das G’schiß mit der Liebe. Erst sucht man ewig nach ihr, und wenn man sie endlich mal gefunden hat, dann ist sie auch nicht mehr das, was sie einmal war.
Unglaubliche 20 Jahre halten es die TV-Moderatorin Hanna (Sophie Rois) und der Kunsttechniker Simon (Sebastian Schipper) nun schon miteinander aus. Eine gute Beziehung, trotz vieler Höhen und Tiefen. Das Herzklopfen, der fremde, wilde Geruch der Begierde – das alles kommt allerdings von wo anders. So lernt Hanna bei einem Vortrag einen faszinierenden Mann kennen, und schon wenige Tage nach einem hitzigen Streitgespräch landen sie in seinem Schlafzimmer, wo die Positionen plötzlich längst nicht mehr so unvereinbar sind.
Im Schwimmbad wiederum wird Simon von einem gutaussehenden Unbekannten zum Wettschwimmen herausgefordert – und danach, in der Umkleidekabine, noch zu ganz anderen Sachen. Schwuler Sex ist neu für Simon, aber unerwartet heiß, und es bleibt nicht bei dem einen Treffen mit seinem mysteriösen, virilen Lover. Genausowenig übrigens bei Hanna, die sich ihrerseits in eine hitzige Affäre stürzt.
Was sie allerdings nicht wissen: Simon und Hanna betrügen einander mit dem selben Mann, Adam Born (Devid Striesow, der böse KZ-Leiter in Die Fälscher). Und auch der hat keine Ahnung, dass die beiden ein Paar sind, und noch dazu gerade beschlossen haben, demnächst endlich doch noch zu heiraten. Lustigerweise ist Adam anscheinend genau das, was ihrer Beziehung gefehlt hat. Eine fröhlich-unmoralische Sinnsuche beginnt. Hanna und Simon genießen die Gegenwart und überdenken das, was sie waren und werden wollen - und immer mehr stellt sich die Frage: Wer betrügt denn hier wen, und um was eigentlich?

Seit Regisseur Tom Tykwer mit Lola rennt auf der Bildfläche auftauchte, lässt er sich in keinem Genre festmachen. Nach dem sensiblen Liebesdrama Heaven, der großangelegten Romanverfilmung Das Parfum oder dem furiosen Agenten-Thriller The International drehte er seit Jahren erstmals wieder einen vergleichsweise kleinen Film mit ausschließlich deutschsprachigen Schauspielern - und zaubert mit Drei eine etwas andere Love Story auf die Leinwand, die gleichermaßen bezaubert und verstört, teilweise haarsträubend komisch und ganz schön frech daherkommt und sich ebenso nonchalant wie nachdrücklich über die sonst in Stein gemeißelten Gesetze der Kino-Moral hinwegsetzt. Hier wird die Frau nicht bestraft, weil sie fremdgeht, hier muss sich der Mann nicht tragisch entscheiden, ob er nun straight sein will oder schwul, hier wird der Verführer nicht am Ende als böser Mephisto entlarvt. Und dennoch ist Drei nie oberflächlich, Tykwer nimmt seine Figuren und ihre Gefühle ernst, lässt sie die Verantwortung übernehmen für das, was sie tun - und die Liebe erleben, als das, was sie ist: eine unberechenbare Macht, die gleichzeitig vom Zufall regiert wird wie auch von den ganz alltäglichen menschlichen Befindlichkeiten.

Text:  Kurt Zechner

Credits

Titel Drei
Originaltitel Drei
Genre Komödie
Land, Jahr Deutschland, 2010
Länge 119 Minuten
Regie Tom Tykwer
Drehbuch Tom Tykwer
Kamera Frank Griebe
Schnitt Mathilde Bonnefoy
Musik Reinhold Heil, Johnny Klimek, Gabriel Isaac Mounsey , Tom Tykwer
Produktion Stefan Arndt
Darsteller Sophie Rois, Devid Striesow, Sebastian Schipper, Annedore Kleist, Hans-Uwe Bauer, Winnie Böwe, Angela Winkler
Verleih Filmladen

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

0 Kommentare

Kommentar verfassen

Um Kommentare verfassen zu können, musst du eingeloggt sein.

Falls du bereits registrierter SKIP User bist, gehe zum , solltest du noch kein Benutzerprofil haben, kannst du dich hier registrieren.