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Hail, Caesar!

Hail, Caesar!

Komödie. GB, USA 2016. 105 Minuten.

Regie: Joel Coen, Ethan Coen
Mit: George Clooney, Scarlett Johansson, Channing Tatum

Idioten ist nichts verboten: In ihrem neuesten Geniestreich schicken die Coen-Brüder George Clooney als überheblichen Dummkopf in die Antike des Fünfzigerjahre-Hollywoods. Josh Brolin, Tilda Swinton, Channing Tatum und Scarlett Johansson sehen ihm aus der ersten Reihe zu.

Filmstart: 18. Februar 2016

Fixmeister. Eddie Mannix (Josh Brolin) fungiert im Sündenpfuhl Hollywood als das, was man gemeinhin einen Fixer nennt (und spätestens seit der gelungenen Showtime-Serie Ray Donovan mit Liev Schreiber kennt): Ein Dude wie ein Fels, den man zu wirklich jeder möglichen und unmöglichen Tages- und Nachtzeit anrufen kann, damit er auf seine ausgebuffte Art jede erdenkliche Scheiße für seine prominenten und zahlungskräftigen Kunden aus dem Weg schafft. Schließlich schreiben wir hier immer noch die Fünfzigerjahre – und im Golden Age der Traumfabrik sollten Stars tunlichst drauf schauen, dass sie keinen Dreck am Stecken haben. Also werden die vielgestaltigen Verhaltensauffälligkeiten von Klienten wie dem Jungschauspieler Hobie Doyle (Alden Ehrenreich) von ihm so gründlich unter den Teppich gekehrt, dass sie gar nicht mehr die Chance haben können, sich zu medialen Skandalen hochschaukeln zu können. Sein jüngster Auftrag scheint aber selbst für den mit allen dreckigen Wassern gewaschenen Mannix eine spezielle Challenge darzustellen: Er wird von seinem Filmstudio damit beauftragt, Baird Whitlock (George Clooney), den unter mysteriösen Umständen direkt vom Set weg entführten Hauptdarsteller der Prestigeproduktion „Hail, Caesar!“, aufzuspüren – und zwar ohne dass die Klatschpresse (die doppelte Tilda Swinton) vom Kidnapping auch nur das Geringste mitbekommt. Doch neben den Entführern, die sich großspurig „Die Zukunft“ nennen, bereitet ihm dabei auch die scheinbar komplett außer Rand und Band geratene Filmcrew Kopfzerbrechen ...

Remixmeister. Was lange gärt, wird endlich gut: Schon anno 2004 gingen die eh schon fast seit einer Ewigkeit kultisch verehrten Filmemacherbrüder Joel und Ethan Coen mit der Idee schwanger, nach O Brother, Where Art Thou? und Ein unmöglicher Härtefall noch einen dritten Film zu machen, in dem George Clooney als kompletter Dämlack durch eine ihm nach und nach gehörig über den Kopf wachsende Handlung watet. Da außer dem Titel – Hail, Caesar! – damals aber noch wenig feststand, wurde der finale Teil der scherzeshalber „Numbskull-Trilogie“ genannten Reihe vorerst einmal auf Eis gelegt (wiewohl es danach mit Burn After Reading einen Film gab, der diese Schiene dann doch aufs Neue bediente). Es wäre allerdings auch wirklich schade gewesen um diesen wieder einmal allerschönst aberwitzigen Ausflug in die hinreißende Ideenwelt der Brüder, die hier ihre Trademark-Themen (Entführung, Verschwörung, konkreter und allgemeiner menschlicher Wahnwitz) erneut raffiniert zu schönem Quatsch höherer Ordnung und Umdrehung remixen. Eine prächtige Albernheit.

Text:  Christoph Prenner

Credits

Titel Hail, Caesar!
Originaltitel Hail, Caesar!
Genre Komödie
Land, Jahr GB/USA, 2016
Länge 105 Minuten
Regie Joel Coen, Ethan Coen
Drehbuch Joel Coen, Ethan Coen
Kamera Roger Deakins
Schnitt Ethan Coen, Joel Coen
Musik Carter Burwell
Produktion Ethan Coen, Joel Coen, Tim Bevan, Eric Fellner
Darsteller George Clooney, Scarlett Johansson, Channing Tatum, Josh Brolin, Frances McDormand, Tilda Swinton, Jonah Hill, Ralph Fiennes, Alden Ehrenreich, Dolph Lundgren
Verleih UPI

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