Salz mit Pfeffer

Interview mit Angelina Jolie zu Salt

Warum Brad Pitt am Salt-Set Reißaus nahm, was Maddox zu Mama als Mann zu sagen hatte und wann Hollywoods ultimatives Ehepaar Auszeit nimmt - beim SKIP-Exklusiv-Interview in Cancun nahm sich Angelina Jolie kein Blatt vor den schönen Mund.

SKIP: Evelyn Salt ist zwar nicht Ihre erste Action-Heldin, aber sicher Ihre bisher komplexeste ...

Angelina Jolie: Unbedingt. Bei dieser Art von Film kann man sich nicht einfach auf Stunts und Special Effects verlassen. Und Salt hat einfach ein verdammt gutes Skript.

SKIP: Spektakulär sind die Action-Szenen aber allemal - wie gings Ihnen bei den coolen Motorrad-Stunts? Hat Ihnen Brad beigebracht, so zu fahren?

Angelina Jolie: Ich hatte schon einen Motorradführerschein, bevor wir uns überhaupt kennengelernt haben! Aber ich habe schon lange keins mehr gefahren, also hat mir Brad natürlich dabei geholfen, wieder etwas Fahrpraxis zu bekommen. Er ist übrigens ein echt guter Lehrer, einer von den ganz geduldigen. Ich bin ja prinzipiell ein ausgesprochen ungeduldiger Mensch. Ich kann auch sehr rasch ein Motorrad zu Schrott fahren (lacht).

SKIP: Das Skript wurde ein paar Mal umgeschrieben, ursprünglich war Ihre Figur ja sogar ein Mann - Tom Cruise hätte ihn spielen sollen. Ich nehme an, die Änderungen betrafen nicht nur das Geschlecht?

Angelina Jolie: Nein, es musste sehr viel geändert werden. In der ersten Fassung hatte er ein Kind - und am Schluss war er endlich in der Lage, zu seiner Frau "Ich liebe dich“ zu sagen. Uns war schnell klar, dass bei einer Frau beides nicht funktioniert: Erstens hat eine Frau mit diesem Job kein Kind, und zweitens ist es keine große Überraschung, wenn eine weibliche Hauptfigur von Liebe spricht (lacht).

SKIP: Alles Männliche haben Sie nicht eliminiert - einmal sind Sie ja sogar als Mann verkleidet. Wie hat sich das angefühlt?

Angelina Jolie: Sehr schräg, schon deshalb, weil man sich als Mann automatisch ganz anders bewegt. Eines Tages wollte mich Brad am Set besuchen, und ich meinte nur: "Nein, ich bin heute ein Mann, so darfst du mich nicht sehen!“ Aber wie alle Männer meinte er natürlich großmäulig: "He, ich liebe dich, egal wie du aussiehst!“ Er ließ es sich jedenfalls nicht nehmen und kam. Naja, und dann er sah meinen Körper mit einem männlichen Kopf drauf. Das war ihm entschieden zu freakig, da ist er gleich wieder abgehauen (lacht).

SKIP: Und wie gings Ihren Kindern damit?

Angelina Jolie: Als wir das Make-up für diese Szenen getestet haben, habe ichs an Maddox, meinem ältesten, ausprobiert. Er wurde in mein Zimmer geführt, und man sagte ihm, ich sei irgendein General. Er sah mich gelangweilt an, schüttelte mir höflich die Hand und sagte "Hi.“ Irgendwann konnte ich mich nicht mehr halten und prustete los: "Honey, ich bins doch!“ Dann ist er völlig ausgezuckt und hat geschrien: "Mami, tu das runter!“ (lacht)

SKIP: Wie geht es Ihren Kindern generell mit Ihrem Beruf und der Tatsache, dass Sie immer wieder anders aussehen?

Angelina Jolie: Besonders für die jüngeren ist es schon verwirrend, Mummy in einer Rolle in einem Filmtrailer zu sehen. Oder ein Poster mit mir drauf. Da müssen sie immer lachen. Sie finden mich generell sehr lustig. Und wenn ich mit ihnen z. B. aufs Trampolin steige und mal einen Salto mache, sind sie ganz erstaunt, dass ich sowas kann.

SKIP: Können Sie sich vorstellen, auch noch mehr Kinder zu haben?

Angelina Jolie: Was kommt, kommt - aber ich liebe meine große Familie mit lauter starken Individuen.

SKIP: Wie kriegen Sie das eigentlich bei sechs Kindern mit Ihrer Privatsphäre als Paar hin?

Angelina Jolie: Wir machen uns wirklich ganz streng Termine aus, also echte Date-Nights. Da sagen wir den Kindern, Mummy und Daddy brauchen jetzt Zeit für sich. Und das ist gut, weil so wissen sie, Mummy und Daddy haben sich gern und brauchen dafür ihre Mummy-Daddy-Time. Aber sie lachen uns natürlich immer aus deswegen (lacht).

SKIP: Was ist es, was Sie Ihren Kindern vordringlich mitgeben wollen?

Angelina Jolie: Meine Mutter schaffte es, dass ich mich immer sehr geliebt fühlte, und sie hat mich auf das Leben so vorbereitet, dass ich werden konnte, was ich werden wollte. Und genau so möchte ich meinen Kindern vermitteln, dass sie sich meiner Liebe immer sicher sein können, und gleichzeitig fördern, dass sie ungehindert rausfinden können, wer sie sind und was sie wirklich wollen.

SKIP: Wünschen Sie sich nie, einen anderen Beruf zu haben und ein normales Leben zu führen, bei dem nicht jeder Ihrer Schritte beobachtet und kommentiert wird?

Angelina Jolie: Wir googlen nicht, schauen uns keine Gossip-Magazine an, wir haben auch keine Pressesprecher, wir kümmern uns um den Hype um uns einfach überhaupt nicht.

SKIP: Können Sie sich selbst diese Obsession erklären, die die Leute für Brangelina haben?

Angelina Jolie: Nicht wirklich. Wir sind einfach Mum and Dad - und so uninteressant in so vielerlei Hinsicht (lacht).

SKIP: Glauben Sie, dass eine Liebe ewig halten kann?

Angelina Jolie: Oh ja, absolut!

SKIP: Haben Sie nicht einmal gesagt, eine offene Beziehung wäre der Schlüssel zum Glück?

Angelina Jolie: Nein, DAS habe ich sicher nie gesagt (lacht)!

Interview: Kurt Zechner / Juni 2010

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