Lady Killer

Interview mit Thekla Reuten zu The American

Thekla Reuten, kühle Undercover-Killerin an der Seite von George Clooney, im SKIP-Interview über den Filmdreh mit dem Traummann schlechthin, ölmalende Fans und die hartnäckigsten Paparazzi von überhaupt.

SKIP: Die berechnende Auftragskillerin - eine Traumrolle?

Thekla Reuten: Klar, noch dazu mit George Clooney! Ich musste lauter neue Sachen lernen, jetzt kann ich eine AK 47 aus allen Einzelteilen zusammenbauen - und zwar schneller als Clooney! Das ist toll. Es macht Spaß, so eine kühle und berechnende Frau zu spielen. Außerdem bin ich jedes Mal, wenn ich im Film auftauche, undercover und sehe anders aus - das war extrem lustig, ich wechsle ständig die Haarfarbe von schwarz auf blond auf rot.

SKIP: Ein Dreh in Italien mit George Clooney, was will man mehr?

Thekla Reuten: Meine Mutter kommt aus der Toskana, Italien ist - neben Holland - meine zweite Heimat. Aus dem Film kennen wir ja nur die romantische Toskana oder Rom. Es ist großartig, dass hier die Abruzzen einer Hauptrolle spielen. Eine faszinierende, wilde,  raue, schöne Landschaft!

SKIP: Wie ist es eigentlich, wenn ein Fotograf wie Anton Corbijn Regie führt?

Thekla Reuten: Das bedeutet dann, dass ein Teil seiner Regisseur-Persönlichkeit total überentwickelt ist. Anton Corbijn sieht alles noch intensiver. Wahnsinn, was man mit einem Bild alles machen kann - man sieht in seinen Filmen die Welt mit anderen Augen. Es ist toll, dass Clooney sich für die Zusammenarbeit mit Corbijn entschieden hat, die zwei sind schon eine ganz spezielle Kombination.

SKIP: Wer von Ihren bisherigen Co-Stars hat Sie am meisten beeindruckt: Daniel Brühl, Gael García Bernal oder George Clooney?

Thekla Reuten: Interessanterweise waren es eher andere, die mich beeindruckt und inspiriert haben. Mein Kollege Brendan Gleeson und Regisseur Martin McDonagh zum Beispiel bei Brügge sehen ... und sterben, oder John Malkovich beim Dreh von In Tranzit. Ich habe es da glücklicherweise immer sehr gut getroffen - natürlich auch mit George Clooney! Aus Hollywood hört man ja immer diese verrückten Geschichten - und Clooney war der Gegenbeweis für jede einzelne davon. Er war immer den ganzen Tag am Set, hat sich nie in seinem Trailer versteckt, ist immer total entspannt, total umgänglich und charmant. Keine Spur von Hollywood-Star - bis auf die vielen verrückten Fans. Und die Fotografen! Die werden an einem Tag aus einem Gebüsch gescheucht und tauchen am nächsten Tag auf der andere Seite des Berges wieder auf. In der Ferne sieht man hunderte Kamera-Objektive in der Sonne aufblitzen! Es ist unglaublich, wie elegant und leicht er das nimmt. Total professionell. Er sagt, er ist das seit seiner Kindheit gewohnt - er ist ja in dieser Entertainment-Welt groß geworden.

SKIP: Und wie war das mit Georges Fans?

Thekla Reuten: Es kamen unglaublich viele Frauen, auch von weit her. Die warteten stundenlang, ganz geduldig. Wir haben an einem Marktplatz gedreht, das sieht im Film total ruhig aus, aber 10 Meter daneben standen lauter Fans! Manche bringen sogar selbstgemalte Bilder mit, das Gesicht von George als Ölbild. Er nimmt solche Dinge auch an, er ist überhaupt total lieb und nett zu denen. Er schüttelt Hände, gibt Autogramme, posiert für Fotos. Das war schon recht aufregend - wie beim Film (lacht laut)! Das sollte sich jeder vor Augen halten, wenn er laut sagt "Ooooooh, ich möchte berühmt sein!“

Interview: Julia Pühringer / Juni 2010

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