Hallo Spaceboy

Interview mit Duncan Jones zu Moon

Gleich mit seinem Kino-Debüt Moon schuf Hightech-Fan Duncan Jones einen Instant-Klassiker des Sci-Fi-Genres. Mit SKIP sprach der 39-jährige Londoner exklusiv und zukunftsorientiert zugleich per Macbook & Skype-Videotalk.

Daddy David taufte ihn Zowie Bowie, er nennt er sich lieber Duncan Jones. Und statt Musik macht er Filme. Nach Moon dreht Jones bereits an seinem nächsten Sci-Fi-Thriller: Source Code mit Jake Gyllenhaal, Vera Farmiga und Michelle Monaghan.

SKIP: Wie realistisch, glaubst du, ist die Zukunftsvision, die du in Moon entworfen hast?

Duncan Jones: Nun, der ganze Hintergrund - dass wir eines Tages auf den Mond reisen und dort Helium 3 abbauen - das hab nicht ich erfunden, das ist eine recht konkrete wissenschaftliche Zukunftsvision. Und unlängst bekam ich von einem Raumforschungsinstitut sogar einen Preis für außergewöhnliche Verdienste um die Darstellung der Wissenschaft. Lustigerweise gehört dieses Institut ausgerechnet einem multinationalen Konzern, der sich dafür stark macht, die gesetzlichen Restriktionen für den Rohstoffabbau im Weltraum aufzuheben ... Das war dann doch etwas spooky, als ich das erfahren habe.

SKIP: Du warst als Regisseur von Werbespots und Musikvideos sehr gut im Geschäft. Warum hast du dir jetzt einen Langfilm angetan?

Duncan Jones: Es war immer mein Traum, Kinofilme zu drehen. Schon als kleines Kind habe ich Kurzfilme gemacht. Von Tony Scott (Ridley Scotts Bruder & Regisseur von Top Gun, True Romance & Déja vu, Anm.) bekam ich dann den Tipp, dass Werbung ein großartiges Training sei, weil man mit so vielen verschiedenen Dingen effektiv umgehen lernen muss. Das war aber für mich immer nur Vorbereitung fürs "richtige“ Filmemachen.

SKIP: Die Hauptrolle hast du extra für Sam Rockwell geschrieben?

Duncan Jones: Ja, er ist einfach unglaublich gut - und darüberhinaus einer der ganz wenigen, die sich trauen, eine Figur einmal so zu spielen, dass man sie nicht mag. Das ist sehr selten, die meisten Schauspieler wollen ja vom Publikum geliebt werden, auch wenn sie den Superbösewicht spielen. Sam dagegen ist ehrlich - schau dir an, was er mit seiner Rolle in The Green Mile gemacht hat. Kein großer Part, aber jeder erinnert sich daran. Er sollte viel berühmter sein. Und endlich seinen Oscar kriegen.

SKIP: Du bist der älteste Sohn eines der berühmtesten lebenden Pop-Icons – wie gut ist euer Verhältnis? Und hat seine Überlebensgröße deine Arbeit schwerer oder leichter gemacht?

Duncan Jones: Meine Eltern haben sich früh scheiden lassen, und mein Dad bekam das alleinige Sorgerecht - das war damals in den 70ern sehr ungewöhnlich. Wir stehen uns nach wie vor sehr nahe - und telefonieren fast täglich, über Skype, klar (lacht). Aber ich habe mein Bestes getan, mir meine Karriere unter meinem eigenen Namen aufzubauen. Es hat lange genug gedauert, mit seiner Hilfe wäre es sicher schneller gegangen. Aber ich hatte großes Glück, dass mein Hauptinteresse nicht die Musik war - als David Bowies Sohn wäre ich da immer nur der zweitbeste gewesen (lacht).

SKIP: Magst du seine Musik?

Duncan Jones: Ganz ehrlich - nicht wirklich (lacht). Ich bin generell nicht sehr musikinteressiert, und besonders die Songs von meinem Dad habe ich nie wirklich gern gehört. Seine Musik war für mich immer Daddys Job. Langweilig, und auch ein bisschen unangenehm (lacht).

Interview: Gini Brenner / August 2010

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