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Interview mit Josh Brolin zu Wall Street: Geld schläft nicht

Von seinem Vater James hat sich Josh Brolin das Schauspielen abgeschaut - und zeigt ihm dafür, wie man an der Börse richtig Kohle macht. SKIP traf den coolen Bösewicht aus Wall Street: Geld schläft nicht exklusiv in Cannes.

SKIP: Viele Schauspieler haben Angst vor Oliver Stone, Sie haben ihn hier in Cannes sogar öffentlich geküsst ...

Josh Brolin: Ich hab ihn schon oft geküsst! Ich liebe den Mann. Er ist ein richtiger Teddybär für mich. Klar ist er als Regisseur auch fordernd. Aber alles, was er will, ist eine ordentliche Performance.

SKIP: Für die Rolle in Wall Street: Geld schläft nicht sind Sie ja gleich mehrfach qualifiziert, nicht nur als Schauspieler, sondern auch als sehr erfolgreicher Börsenspekulant ...

Josh Brolin: Ja, mich hat das interessiert - weniger das Geld als vielmehr dieses völlig obsessive Benehmen, das viele Broker an den Tag legen. Also hab ich mich eine Zeit lang intensiv damit beschäftigt. Tja, und das führte dazu, dass ich auch gleich meine eigene Trading-Company gegründet habe, die sehr gut läuft (lacht). Bei der Vorbereitung zum Film erzählte mir Shia LaBeouf, wie er das alles gelernt hat. Und ich dachte, das ist ja alles fein und nett, wenn man neun Millionen Dollar auf der Bank hat, aber wenns wirklich um deine finanzielle Existenz geht, ist das schon ganz was anderes. Die Entscheidungen, die man trifft, wenn es um echtes Geld geht und man dieses Geld auch braucht, haben eine vollkommen andere Dynamik. Und die macht mir sehr viel Spaß.

SKIP: Sie sind als Sohn eines erfolgreichen Schauspielers aufgewachsen. Hatten Sie nie eine Phase, in der Sie alles tun wollten, nur nicht ausgerechnet dasselbe, was auch Ihr Vater macht?

Josh Brolin: Wissen Sie, ursprünglich wollte ich nie Schauspieler sein, und meine Freunde waren alle sehr überrascht, als ich das doch irgendwann wurde. In der Schule hab ich mich eher für das Gesetz interessiert, Strafgesetz speziell. Und Business. Ich habe einen ganz natürlichen Business-Riecher. Wie das Schauspielding funktioniert, habe ich nur durch extra Anstrengung rausgefunden. Schließlich war und bin ich niemand, der die Szene betritt und alle sagen: "Oh mein Gott, Gott sei Dank ist ER hier!“ (lacht). Bei mir sagen alle maximal "Hm, ok.“ Aber das ist ok für mich, so musste ich automatisch härter arbeiten und habe dadurch viel gelernt. Mein Mentor hat immer gesagt: "Schmeiß dich auf die Charakterrollen. Das ist das, was du wirklich gut kannst!“ Ich hab ihm das zunächst nicht geglaubt und gemeint: "Findest du mich denn nicht auch hübsch?“ (lacht)


SKIP: Momentan können Sie über mangelnde Rollenangebote jedenfalls nicht klagen - was motiviert Sie am meisten, das Skript, eine Rolle oder doch der Regisseur?

Josh Brolin: Klar am ehesten der Regisseur, der Filmemacher. Wenn du den hast, kannst du dir fast sicher sein, dass das Skript auch ok sein wird und wohl auch die Rolle. Ich kümmere mich nichtmal darum, ob ich vielleicht noch überhaupt irgendwann irgendwas verdiene bei dem Job - Hauptsache, meine Kinder, mein Vater und ich selbst können sagen: Ich liebe die Filme, die du ausgewählt hast. Das ist mir wichtig.

Interview: Kurt Zechner / Mai 2010

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