Für eine Handvoll Gitanes

Interview mit Eric Elmosnino zu Gainsbourg - Der Mann, der die Frauen liebte

Obwohl er seit seiner Rolle als Chanson-Enfant-Terrible Serge Gainsbourg Kettenraucher ist, liebte Theaterschauspieler Eric Elmosnino seinen ersten großen Filmauftritt - so sehr, dass er zum SKIP-Interview singend erschien.

SKIP: Sie singen aber schön! Begleitet Sie der Gesang seit diesem Film?

Eric Elmosnino: Ja, absolut (lacht). Ich habe gerade ein Chanson gesummt, das Sex Shop heißt, eines meiner liebsten von Gainsbourg.

SKIP: Abgesehen von den Chansons, wie haben Sie sich vorbereitet?

Eric Elmosnino: Ich habe viel gelesen, seine Chansons gehört und mir viele Interviews aus den sechziger Jahren angesehen, um eine Vorstellung davon zu bekommen, wie er als junger Mann war. Und ich habe viel taggeträumt bei diesem Film.

SKIP: Haben Sie von seinen vielen schönen Frauen geträumt?

Eric Elmosnino: Das musste ich nicht, die hab ich beim Drehen ja alle im Arm gehalten (lacht)! Es ging eher darum, dass ich mich von ihm richtig durchdringen habe lassen. Ich wollte ihn wirklich verkörpern und seine Widersprüche miteinbeziehen: Dass er sehr labil war, auch gewalttätig und doch feminin - es ging darum, all das zu verbinden. Sehr spannend war das! Gut, die Frauen waren auch spannend, klar (grinst).

SKIP: Apropos Frauen, haben Sie sich einmal mit Jane Birkin oder mit seinen Töchtern getroffen?

Eric Elmosnino: Nein, wir hatten weder vor noch nach dem Film irgendwelche Gespräche. Ich weiß nur, dass die Familienmitglieder den Film nicht sehen wollten - ich hab keine Ahnung, ob sich das inzwischen geändert hat, aber ich kann das irgendwie nachvollziehen.

SKIP: Bei uns sind Comics weit nicht so verbreitet wie Bandes Dessinées in Frankreich, Graphic Novels in Amerika oder Mangas in Japan - und Gainsbourg-Regisseur Joann Sfar ist ja erfolgreicher Comiczeichner. Sind Sie ein Fan?

Eric Elmosnino: Ich bin kein Fachmann, aber ich kannte die Comics von Joann. Ich finde es interessant, dass er und ich beide aus einer ganz anderen künstlerischen Sphäre kommen als dem Film, ich vom Theater, er vom Comiczeichnen.

SKIP: Was bleibt Ihnen von Gainsbourg?

Eric Elmosnino: Die eigentliche Entdeckung war für mich ganz eindeutig seine Musik, und das ist etwas, das mich auch im Alltag begleitet. Obwohl meine Generation Gainsbourg ja eigentlich irgendwie kennt, war er mir musikalisch bisher komplett entgangen - und ich bin Joann sehr dankbar dafür, dass er mir Gainsbourg nahegebracht hat. Ansonsten bleibt das Gefühl, dass ich mich im Laufe des Kennenlernens fast in diese Figur verliebt habe. Und leider bleibt mir auch das Rauchen! Eine schreckliche Angewohnheit.

Interview: Magdalena Miedl / August 2010

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