Otto. Watt else?

Interview mit Otto Waalkes zu Otto's Eleven

Früher spielte Otto Bass. Heute spielt er besser. Aber so gut wie George Clooney? Naja, zumindest fand der Deutschen liebster Komödiant den Titel Otto’s Eleven einfach lustig. Im SKIP-Interview in Berlin erzählte der Ostfriese, warum es ab 60 so richtig aufwärts geht.

SKIP: Beim letzten Mal waren es noch sieben Zwerge. Nun sinds schon elf Casino-Räuber - waren sieben Hauptdarsteller denn nicht schon Herausforderung genug?

Otto Waalkes: Naja, es waren am Anfang ja gar nicht elf. Dass sich das so vermehrt, das war eigentlich keine Absicht. Entscheidend war der lustige Titel. Was ich beim Original, also Ocean’s Eleven, so schön fand, war, dass man hier einer Gruppe von Männern zusehen konnte, die Spaß daran hatte, einen Film zu machen. Und das war auch bei uns so!

SKIP: Mit Mirko Nontschew oder Sky du Mont treffen wir auf alte Bekannte, aber mit Stefan-Raab-Parodist Max Giermann oder Germany’s Next Topmodel Sara Nuru sind auch Kino-Neulinge dabei. Wie kam denn die Auswahl zustande?

Otto Waalkes: Das denkt man beim Schreiben immer automatisch ein bisschen mit. Da fragst du bei Sky du Mont, du, wir brauchen einen Casino-Chef, oder klopfst bei Mirko oder Max oder Rick Kavanian an. Es macht auch keinen Sinn, einen Komiker eine Rolle spielen zu lassen, an der er keinen Spaß hat - sonst könnte man ja gleich irgendeinen Schauspieler nehmen.

SKIP: Bei so einem Dreh treffen doch wohl auch ziemliche Egos aufeinander. Haben da auch alle genügend Freiraum, sich selbst einzubringen oder sogar zu improvisieren?

Otto Waalkes: Soweit es das Drehbuch eben zulässt. Während der Drehpausen werden die Rollen ja quasi fortgesetzt, und diese Leute haben ja wahnsinnig viel Energie. Dann übernimmt man diese oder jene Pointe einfach für die nächste Szene - meistens sehr zum Missfallen des Regisseurs, der dann brüllt: "Was macht denn jetzt dieser Jodler in der Liebesszene?“

SKIP: Otto wirkt so ein bisschen wie ein Gravitationszentrum, die Trademark und das verbindende Element für alle Altersschichten, und alle Kollegen schwärmen von deiner Energie und Power ...

Otto Waalkes: Ach, das sagen die nur, weil die dafür bezahlt werden! Das ist schon eine Gemeinschaftsarbeit gewesen. Man inspiriert sich gegenseitig, das sind ja alles Bewegungskünstler und Wort­akrobaten und Artisten und Parodisten und Stimmungs-­macher - da kann ich genauso viel lernen wie sie von mir.

SKIP: Im Film gibt es eine Unmenge von Wortspielen, Liedern, Zeichnungen, absurden Bewegungen - welche Art von Humor, welche Blödelart ist denn Otto eigentlich selbst am liebsten?

Otto Waalkes: Ein guter Reim, ein guter Wortwitz, unterlegt mit einer schönen Gitarrenmelodie - und wenn das dann noch Akzeptanz beim Publikum findet, das ist toll. Das ist mir mein Liebstes.

SKIP: Und gibts auch schon Ideen für Otto’s Twelve und Otto’s Thirteen? Clooney hat da ja schon mächtig was vorgelegt …

Otto Waalkes: Ach, das ist noch zu weit vorgegriffen. Da bräuchte es auf jeden Fall eine gute Idee dafür, vielleicht auch eine andere Konstellation: Otto mit vier Frauen gegen den Rest der Männer. Klatsch, klatsch, Schenkelchen, Opa wünscht sich Enkelchen!

SKIP: Du bist ja jetzt doch schon über 60, absolvierst Tourneen und drehst Filme. Wo soll denn das alles noch hinführen? Wird Otto nie müde?

Otto Waalkes: Ach, Loriot hat mit 65 seinen ersten Film gemacht, da gehts erst richtig los! Oder Hans Moser, der stand in seinen 70ern noch seinen Mann. (Singt) "Des muss a Reblaus g’wesen sein ...“

SKIP: Wird Otto also immer besser?

Otto Waalkes: Hmm, besser, ich weiß nicht. Früher spielte er Bass, heute spielt er besser ... Die große Kunst ist es ja, unter Druck trotzdem locker zu bleiben. Wenn der Film den Leuten, die ihn sehen wollten, gefallen hat, dann haben wir erreicht, was wir erreichen wollten. Auf die Menge kommt es nicht an.

SKIP: Was macht Otto denn, wenn er nicht mehr auf der Bühne oder vor der Kamera steht?

Otto Waalkes: Es gibt gerade Pläne für das Otto-Museum in Emden in Ostfriesland. Da würde ich gerne monatlich einmal als Reiseführer fungieren, um mir ein bisschen ein Zubrot zu verdienen. Habt ihr davon in Österreich schon gehört? Besucht uns doch einfach mal, das ist ein großes Ausstellungshaus mit Kino und allem Drum und Dran, gegenüber vom Rathaus, nicht zu verfehlen ...

Interview: Daniel Ebner / November 2010

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