Grüne Alternative

Interview mit Seth Rogen zu The Green Hornet

A Mighty Good Man: In der US-Comedy-Szene ist Seth Rogen (Beim ersten Mal, Superbad) längst ein Held - und hebt als Autor & Hauptdarsteller mit The Green Hornet das Superhero-Filmgenre auf eine ganz neue Ebene. SKIP traf ihn zum entspannten Heldengespräch in Cancun.

SKIP: Seth, warst du als Kind ein Green Hornet-Fan oder hast du irgendeinen anderen Superhelden toll gefunden?

Seth Rogen: Ich bin ein großer Batman-Fan, aber die Rolle war ja schon vergeben (lacht). Evan Goldberg (Rogens Koautor, Anm.) und ich, wir standen schon als Kids ständig im Comicladen, und das ist bis heute so. Ich fand Green Hornet natürlich schon als Bub cool! Evan und ich schreiben am liebsten Drehbücher, in denen es um Freundschaft geht, und außerdem wollten wir als echte Comic-Fans natürlich immer mal einen Superheldenfilm schreiben - und irgendwann fiel uns auf, dass bei The Green Hornet eben beides möglich ist. Da sind Kato und Green Hornet, die brauchen einander und teilen eine große Freundschaft - und das hat uns sehr gefallen an dem Thema.

SKIP: Green Hornet ist ja ein Superheld, den es schon seit 70 Jahren gibt: Ursprünglich in Radiohörspielen, dann in Comics, im Fernsehen - worauf habt ihr euch bezogen?

Seth Rogen: Wir haben die meisten ursprünglichen Ideen behalten, etwa dass Green Hornet und Kato als Kriminelle auftreten, um sich in die Welt des Verbrechens einzuschleichen. Auch das geniale Gefährt Black Beauty und die legendäre Gaspistole – all diese fundamentalen Dinge sind geblieben. Das alles organisch in die Geschichte zu integrieren, war gar nicht so leicht – und darin lag der Kick beim Schreiben.

SKIP: Wie haben die Geldgeber darauf reagiert, als ihr gesagt habt, dass du den Helden spielen willst? Nichts für ungut, aber wie der typische Superheld wirkst du auf mich nicht gerade …

Seth Rogen: (lacht) Das war uns sehr bewusst, keine Sorge, und wir haben den Film so geschrieben, dass das alles zusammenpasst. In den ersten fünf Minuten des Films siehst du, dass die Filmfigur wahrscheinlich völlig anders ist, als du dir das vorstellst. Da ist viel mehr Tiefe als in anderen Superheldenfilmen, er ist viel trauriger als andere Helden, und das hilft der Geschichte sehr. Ich finde, jemandem wie Brad Pitt zuzuschauen wie er ein Held ist, ist viel weniger spannend, weil der fängt ja quasi schon als Held an (lacht)! Es gab ja Pläne, eine frühere Version des Films mit George Clooney zu drehen, aber das kam nicht zustande. Wir sind das Projekt ganz anders angegangen.

SKIP: Das Superheldengenre ist immer wieder bevölkert von millionenschweren Playboys, und auch Britt Reid alias Green Hornet hat jede Menge Geld. Inwiefern ist er dann anders?

Seth Rogen: Wir haben einfach versucht, die Version zu machen, die wir selbst am besten verstehen, mit der wir uns also selbst am meisten identifizieren können. Was Britt Reid etwa von Iron Man Tony Stark unterscheidet, ist, dass Tony Stark ein Genie ist, und Reid ist es eben nicht, der ist ein ganz normaler Typ. Seine Intelligenz ist viel leichter zugänglich für einen durchschnittlichen Zuschauer. Batman wiederum hat ein sehr düsteres Leben voller schmerzhafter Narben auf seiner Seele und versucht, Rache zu üben. Auch das tut meine Figur nicht. Wenn ich drüber nachdenke, aus welchen Gründen ich Superheld werden würde, kann ich mir am ehesten vorstellen, dass das aus schlechtem Gewissen passiert. Die Sache mit dem Megagenie oder der tiefen seelischen Wunde, die verheilen soll, finde ich hingegen recht unglaubwürdig. 

SKIP: Wie wichtig ist hier Cameron Diaz als Leading Lady?

Seth Rogen: Definitiv sehr! Wir wollten, dass auch unsere weibliche Figur nicht, wie sonst in Superheldenfilmen üblich, bloß eine Jungfrau ist, die gerettet werden muss und sonst nichts in der Geschichte verloren hat. Wir haben viel Mühe hineingesteckt, damit die Figur witzig und originell wird. Cameron hatte selbst auch eine Menge cooler Ideen, was mich mächtig beeindruckt hat. Ich meine, sie ist superberühmt, sie müsste sich eigentlich gar nicht so Mühe geben damit sie alle toll finden, aber sie tut es trotzdem (lacht). Ihre Rolle ist echt schräg geworden.

SKIP: Hattest du beim Casting etwas mitzureden?

Seth Rogen: Ja, klar, wir haben den Film ja auch produziert, Evan und ich, also waren wir bei all diesen Entscheidungen dabei. Ich habe mit allen Schauspielern Testlesungen gemacht, natürlich auch mit allen Kato-Kandidaten. Mit Jay Chou hat dann einfach die Chemie auf Anhieb gestimmt.

SKIP: Und ihr habt Christoph Waltz als Fiesling besetzt …

Seth Rogen: Ja, bei Christoph Waltz war ich der wichtigste Fürsprecher, ich wollte ihn unbedingt als Bösewicht haben. Ich bin ein Riesenfan von Tarantinos Inglourious Basterds, ich finde das ist einer von Quentins besten Filmen, und ich fand Christoph hervorragend darin. Er ist ein wirklich wunderbarer Schauspieler, außerdem sehr nett, und er war total unkompliziert, obwohl er erst quasi in letzter Sekunde zu uns gestoßen ist. Also ja, ich hatte da einiges mit dem Casting zu tun, und ich hab mit meiner Meinung nicht hinterm Berg gehalten (lacht).

Interview: Kurt Zechner, / Madgalena Miedl / Juni 2010

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