Play to Win

Interview mit Jake Gyllenhaal zu Love & Other Drugs - Nebenwirkung inklusive

Donnie Darko, Brokeback Mountain, Prince of Persia und nun Love & Other Drugs - Jake Gyllenhaal, das 30-jährige Ausnahmetalent mit dem lustigen Gesicht, ist in jedem Genre gern zuhause. Denn er spielt, um zu gewinnen, wie er SKIP beim Exklusiv-Interview in London erzählte.

SKIP: Haben Sie durch diesen Film eigentlich etwas über Viagra gelernt, das Sie noch nicht wussten?

Jake Gyllenhaal: (lacht) Es ist auf jeden Fall ein recht komplexes Medikament. Was ich lustig finde, ist ja, dass Viagra nicht absichtlich erfunden wurde, sondern man mehr oder weniger darübergestolpert ist. Eigentlich wollte man ein Herzmedikament herstellen - und plötzlich liefen im Labor alle mit einem Steifen rum (lacht). Das ist ja eine der schönsten Sachen im Leben generell: In die wunderbarsten Dinge stolpert man oft einfach so rein, obwohl man etwas ganz anderes wollte.

SKIP: Nach Brokeback Mountain ist das schon der zweite Film, in dem Sie mit Anne Hathaway Sex haben ...

Jake Gyllenhaal: Stimmt - nur wars beim ersten Mal ja nicht so berühmt, ich hab ja ihren schwulen Ehemann gespielt, also hatte ich in der Beziehung einiges gutzumachen (lacht). Ist es nicht toll, wenn man als Mann eine zweite Chance kriegt?

SKIP: Die beiden Liebenden in Love & Other Drugs tun sich nicht leicht damit, ihre Liebe zuzulassen. Wie geht es Ihnen in dieser Beziehung? Macht Ihnen Liebe Angst?

Jake Gyllenhaal: Die Liebe selbst macht mir keine Angst, nur die Sachen drumherum. Es gibt so unendlich viele Risiken dabei. Erstmal braucht man irre viel Mut, jemanden wissen zu lassen, dass man ihn liebt. Denn da ist immer das Risiko, dass er nicht so fühlt. Und wenn er es doch tut, dann kommt schon die nächste Gefahr: Denn unausweichlich wird er irgendwann mal nicht mehr da sein. Selbst wenn die Liebe ein ganzes Leben lang hält, danach wartet der Tod. Es gibt keine ewige Liebe. Und das mir macht Riesenangst. Diese Gefühle sind so groß und so wundervoll, dass es furchtbar weh tut, sie zu verlieren.

SKIP: Macht Ihre Berühmtheit das alles noch komplizierter?

Jake Gyllenhaal: Warum sollte es?

SKIP: Naja, weil man nie zu zweit alleine ist - bei Ihrer Trennung von Reese Witherspoon waren wir ja quasi live dabei ...

Jake Gyllenhaal: Ah, Sie waren das? Na dann, danke recht herzlich für die Unterstützung (lacht). Aber nein, Liebe diskriminiert nicht. Liebe ist immer schwierig, ob man nun berühmt ist oder nicht.

SKIP: Sie kommen aus einer echten Hollywood-Familie. Hat Sie das irgendwie auf das vorbereitet, was später auf Sie zukam?

Jake Gyllenhaal: Das klingt, als ob ich ein Soldat wäre oder so (lacht). Vorbereitet auf was? Interviews zu geben in einem wunderschönen Luxus-Hotel (lacht)? Ich hatte natürlich durch meine Eltern eine gewisse Vorstellung davon, wie so eine Karriere verlaufen könnte. Aber für das Leben gibt es kein Drehbuch. Und alle Erfahrungen, aus denen ich wirklich was gelernt habe, hab ich im sogenannten richtigen Leben gemacht und sicher nicht in Hollywood.

SKIP: Auch Ihre Schwester Maggie ist Filmstar. Wenn Sie einander treffen, besprechen Sie dann die Arbeit, oder versuchen Sie so gut es geht, das zu vermeiden?

Jake Gyllenhaal: Eher letzteres. Obwohl ich ein Riesenfan von ihr bin. Manchmal, wenn wir bei irgendeiner Entscheidung nicht ganz sicher sind, dann holen wir uns schon Rat beim anderen. Und wenn Maggie eine Rolle mal nicht gekriegt hat, dann erkläre ich ihr, was für Riesenidioten da am Werk sind.

SKIP: Und sagt Ihnen Maggie, was Sie von Ihrer Arbeit hält?

Jake Gyllenhaal: Wenn sie mich gut findet, schon (lacht). Ich bin sicher, dass sie mich hin und wieder auch wirklich scheiße findet, aber das merke ich eher daran, dass sie gar nichts sagt.

SKIP: Welcher Ihrer Filme ist Ihnen selbst am liebsten?

Jake Gyllenhaal: Das kann ich ganz schwer sagen, ich bin auf einige davon sehr stolz, und nicht immer aus den gleichen Gründen wie Kritiker oder Publikum.

SKIP: Heißt das, dass Sie sich eher wenig ums Box Office kümmern?

Jake Gyllenhaal: Doch, natürlich tu ich das! Man macht doch bei diesem Spiel nicht mit, wenn man es nicht gewinnen will (lacht). Ich erwarte nicht, dass Erfolg mich glücklich macht oder alle meine Träume erfüllt. Aber er verschafft mir viele Möglichkeiten. Trotzdem weiß ich, dass ich immer und in jedem Fall Filme machen kann und werde. Ich hab schon einen Film mit meinem iPhone gemacht! Es gibt nichts, was eine gute Idee stoppen kann. Und wenn man davor Angst hat, dann verkrampft man sich und trifft falsche Entscheidungen.

SKIP: Was macht Sie glücklich?

Jake Gyllenhaal: Ein gut geschnittener Anzug. Laufen. Meiner Nichte beim Tanzen zuzusehen. Das ist das Allerschönste überhaupt.

Interview: Gini Brenner / November 2010

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