Total normal

Interview mit Paul Rudd zu Woher weißt du, dass es Liebe ist?

Der Held der Antihelden. Wenn Paul Rudd, 41, auf der Leinwand auftaucht, dann weiß man: Er kriegt am Schluss das Mädl, egal, wie toll sein Widersacher ist. Aber von so viel Charme und Offenheit muss man eben hingerissen sein, genau wie SKIP beim Exklusiv-Talk in Cancun.

SKIP: Im Film stellen Sie sich haarsträubend ungeschickt dabei an, Reese Witherspoon zu erobern. Was hat Ihre Frau gesagt, als sie Sie so gesehen hat?

Paul Rudd: "Schatz, da hast du aber nicht viel schauspielen müssen!“ (lacht)

SKIP: Sie dürfen aber nicht nur Reese Witherspoon näherkommen, sondern auch Jack Nicholson küssen, der Ihren Vater spielt. Wie lief die Arbeit mit ihm? Ist er ein guter Küsser?

Paul Rudd: (lacht) Es war ziemlich unglaublich, mit Jack zu arbeiten. Es ist genauso, wie man es sich vorstellt, mit so einer Legende zu drehen. Ich hatte ihn nie zuvor persönlich getroffen. Und er kam bei der Tür herein, ich dachte noch: "Wow, das ist Jack Nicholson!“, und schon schnappte er mich und gab mir einen dicken Kuss! Auf die Lippen! Dann setzte er sich hin und lachte. Die Kussszene mussten wir noch dazu wirklich sehr, sehr oft wiederholen. Mittlerweile habe ich Jack öfter geküsst als irgendeine Frau in einem Film - nein, in meinem Leben!

SKIP: Nicholson ist ja ein riesiger Fan der Lakers, dem Basketball-Team aus L. A. Sind Sie mit ihm mal zu einem Spiel gegangen?

Paul Rudd: Nein, leider hat das nicht geklappt. Aber er ist wirklich fast bei jedem Spiel dabei. Irgendwann ist mir aufgefallen, dass unser kompletter Proben- und Drehplan sorgfältig mit den Lakers-Games abgestimmt war (lacht).

SKIP: Einer der überzeugendsten Charakterzüge Ihrer Filmfigur George ist, dass er ausgesprochen offen über seine Gefühle und Schwächen redet. Sind Sie da ähnlich gestrickt?

Paul Rudd: Manchmal tatsächlich, ja. Ich bin die Art von Person, die ihre Probleme gern ausführlich mit Wildfremden bespricht, z. B. Taxifahrern (lacht). Das ist natürlich nicht immer besonders clever. Aber umgekehrt habe ich dann wieder Phasen, in denen ich nicht mal meine E-Mails checke.

SKIP: Einer der schwersten Jobs in Komödien ist ja, den netten harmlosen Typen glaubwürdig zu geben. Sie können das perfekt, wie man ja schon z. B. in Trauzeuge gesucht sehen konnte.

Paul Rudd: Nun, ich bin von Natur aus wohl keiner, bei dem sich irgendwer bedroht fühlt, bloß weil er einen Raum betritt (lacht). Ich wirke halt einfach nett. Als ich noch in meinen 20ern war, hat mich das verrückt gemacht, ich habe mich bei Auditions immer für die zwielichtigen, argen, interessant-gefährlichen Parts beworben, aber hab sie natürlich nie bekommen.

SKIP: Sie kommen ursprünglich ja gar nicht aus dem Comedy-Genre, sondern dem eher "ernsten“ Fach. Finden Sie auch, dass Komödie die schwierigste der Schauspiel-Disziplinen ist?

Paul Rudd: Absolut. Man kann sich beim Witzemachen nämlich über nichts drüberschwindeln: Entweder man bekommt den Lacher oder nicht.

Interview: Kurt Zechner / Juni 2010

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