Der Feind in meinem Bett

Interview mit Julia Roberts zu Der Feind in meinem Bett

Pretty Woman spielt in ihrem neuen Film eine mutige Frau, die aus der Ehe-Hölle ausbricht. SKIP-Korrespondent Thomy Aigner sprach mit Julia Roberts über Gewalt, Luxus und ihre neue Kurzhaarfrisur.

SKIP: In deinem neuen Film spielst du das Opfer eines Sadisten. Wie reagierst du persönlich auf Gewalt?

Julia Roberts: Ich kann damit sehr schlecht umgehen. Normalerweise gehe ich jeder Art von Gewalt aus dem Weg. In Der Feind in meinem Bett war ich zum ersten Mal in meinem Leben gezwungen, mich damit direkt auseinander zu setzen. Es ist mir wirklich sehr schwer gefallen.

SKIP: Laura, die Frau, die du im Film spielst, verlässt ihren Gatten, einen reichen Geschäftsmann und ein damit verbundenes Luxusleben, um im Mittleren Westen in einer Kleinstadt ein neues Leben anzufangen. Für viele Frauen wären allein schon die Existenzängste schon Grund genug, beim Ehemann zu bleiben. Wie stehst du zu finanziellen Sicherheiten?

Julia Roberts: Laura hat zwar Selbstvertrauen durch die Beziehung mit Martin eingebüßt, doch sie glaubt weiterhin an sich. Das private Glück ist ihr wichtiger als ein einsames Leben umgeben von kalter Schönheit. In diesem Punkt empfinde ich ähnlich wie Laura. Ich bin in einfachen Verhältnissen aufgewachsen. Als ich neun war, starb mein Vater, und meine Mutter musste uns vier alleine durchbringen. Wir waren sicherlich nicht reich. Auf mein erstes verdientes Geld war ich natürlich stolz. Ich habe mir davon ein rotes BMW-Cabriolet gekauft mit einem weißen Verdeck. Wenn es mir heute dreckig geht, dann setze ich mich in mein Auto und fahre den Mulholland Drive entlang. Von dort aus hat man einen Wahnsinnsblick auf Los Angeles. Die Welt sieht dann so klein aus und doch zum Greifen nahe.

SKIP: Der Feind in meinem Bett wird der letzte Film sein, in dem man dich mit langer Mähne sehen wird. Einen kleinen Vorgeschmack, wie du mit kurzen Haaren auf der Leinwand aussiehst, gibst du in einer Szene, in der du eine Kurzhaarperücke trägst. Wirst du dir deine Haare wieder wachsen lassen?

Julia Roberts: Vielleicht. Ich weiß es noch nicht. Vor einiger Zeit habe ich noch ein Filmangebot abgelehnt, weil ich mir dafür die Haare hätte schneiden lassen müssen. Kurze Zeit später entschloss ich mich freiwillig zu einer Kurzhaarfrisur. Man muss doch auch mal im Privatleben in eine neue Rolle schlüpfen können, oder?

Interview: März 1991

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