Einer geht noch, einer geht noch leicht

Interview mit Bradley Cooper zu Hangover 2

One up. Vor Hangover war Bradley Cooper noch der Typ aus Alias, der ein bisschen wie Patrick Dempsey aussah. Nach dem großen Kater steht er als cooler Macker da - und ist immer bereit für eine neue Runde.

SKIP: Der "aufgewärmte“ Rausch ist bekanntlich noch viel böser als der erste - ist das beim Hangover auch so?

Bradley Cooper: Ja, total (lacht). Für Hangover 2 stimmt das echt: Der Maßstab ist um einiges größer. Die Geschichte ist wieder ziemlich dramatisch und arg - also wirklich arg -, und diesmal passiert sie nicht eine Flugstunde von zuhause, sondern am anderen Ende der Welt! Das ist schon nochmal eine ganz neue Dimension.

SKIP: Hatten Sie nie Angst, dass Regisseur und Drehbuchautor Todd Phillips den Wahnsinn des ersten Teiles nicht toppen können würde?

Bradley Cooper: Nein. Ehrlich gesagt wäre mir das auch ganz egal gewesen (lacht). Wir haben das alle so genossen und haben so viel Respekt vor Todd Philips, dass wir tatsächlich bei so ziemlich jedem Blödsinn dabeisein würden, den er macht. Die Hangover-Erfahrung ist einfach so speziell und so speziell anders zu allem, was wir bisher überall sonst erlebt haben. Und wenn dann jemand sagt: "Hey, willst du nochmal 3 Monate mit dieser Truppe verbringen?“, dann sagt man in der Sekunde zu.

SKIP: Haben Sie sich für diesen Film irgendwie besonders vorbereitet?

Bradley Cooper: Wir alle haben für diesen Film extrem viel recherchiert, das kann ich Ihnen versichern. Über viele Jahre ... (lacht).

SKIP: Haben Sie privat in illuminiertem Zustand eigentlich je irgendwas ganz Verrücktes gemacht?

Bradley Cooper: Nieeee (lacht). Naja. Ich neige jedenfalls dazu, mich auszuziehen, wenn ich betrunken bin. Vorzugsweise ganz plötzlich und meist mitten im Winter. Und dann renne ich in den Schnee und so.

SKIP: Nice! Was sind Ihre persönlichen Lieblingszenen aus den Hangover-Filmen?

Bradley Cooper: Beim ersten Teil waren das sicher die Szenen mit Ken Jeong, dem nackten Mafioso. Er ist der Beste! Und ich hatte schon seinen Schwanz und seine Eier um Gesicht. Das macht mich sehr stolz. Meine absolute Lieblingsszene aus Hangover 2 muss ich mir erst aussuchen, weil da gibts gleich mehrere Kandidaten. Wahrscheinlich wirds eine mit meinem ganz speziellen Freund, dem Affen. Der Äffin, um genau zu sein, sie war ja die einzige Lady im Team.

SKIP: Gab es eigentlich irgendwas, was Todd von euch verlangt hat, dass Sie sich geweigert haben zu tun?

Bradley Cooper: Nein, Sie haben die Filme doch gesehen, da ist alles drin (lacht)! Ich würde alles machen, was er mir befiehlt, selbst wenn es illegal wäre. Aber ich bin ja auch ein bisschen sick (lacht).

SKIP: Sind Sie und Ihre Filmkollegen Zach Galifianakis, Ed Helms und Justin Bartha tatsächlich auch im realen Leben Buddies? Das ist ja recht ungewöhnlich im Filmgeschäft nach Drehschluss ...

Bradley Cooper: Ja, das ist es wohl in jedem Business. Bei Schauspielern glaubt man halt automatisch immer irgendwie, wenn Leute Freunde spielen, sind sie das auch. Im Fall von Hangover ist es aber wirklich so. Ein Film ist jedenfalls immer eine sehr intime Sache, die man gemeinsam erlebt. Man muss Leuten vertrauen können, auch bei so wilden Komödien wie den unseren. Man findet aber dafür auch sehr schnell raus am Set, ob man jemanden wirklich mag oder eben nicht.

SKIP: Macht diese spezielle Chemie vielleicht einen Teil des Erfolges von Hangover aus?

Bradley Cooper: Vielleicht, ja. Aber vor allem sind die Filme eben durchgehend lustig. Bis zu einem gewissen Grad bleibt der Erfolg natürlich trotzdem ein Mysterium. Man weiß nie, was beim Publikum funktionieren wird. Hangover war ein kleiner, dreckiger Vegas-Film. Der Film lockte die Leute mit dem geilen Trailer und mit der Mundpropaganda. Klar, fand ich den Film schon beim Dreh umwerfend komisch, aber das ist keine Garantie, dass der Funke dann auch wirklich überspringt. Aber es gibt da eine Art von Magie, wenn alles gut zusammenpasst, die man ein bisschen spüren kann. Die war beim ersten Teil da, und dieses Mal wieder.

SKIP: Aber würden Sie zustimmen, dass ein Geheimnis des Erfolges sicher auch ist, das sich die Hangover-Filme Dinge trauen, die andere Filme nicht wagen würden?

Bradley Cooper: Jede Komödie, die Erfolg haben soll, muss auf irgendeine Weise den Witz neu erfinden. Und das tut Hangover in so vielerlei Hinsicht. Das fängt schon beim Casting an, geht bei der Story weiter - und dann gibts da diesen schwarzen Humor mit vielen Ecken, der in vielen Szenen weit über die Grenzen geht. Und trotzdem bleibt es auch irgendwie realistisch - man glaubt doch sofort, dass das alles diesen Typen tatsächlich passiert, oder?

SKIP: Sollten Sie mal heiraten, würden Sie sich für Ihren Polterabend von den Hangover-Filmen inspirieren lassen?

Bradley Cooper: Ganz sicher nicht, nein! Das könnte doch nur eine Enttäuschung werden (lacht).

Interview: Kurt Zechner / April 2011

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