Für immer blau

Interview mit Hank AzariaNeil Patrick Harris zu Die Schlümpfe

Tangled up in blue: Simpsons-Stimme Hank Azaria spielt in Die Schlümpfe den Bösewicht, How I Met Your Mother-Star Neil Patrick Harris den netten New Yorker, bei dem die blauen Zwerge Hilfe finden. SKIP traf die beiden unter dem schon fast kitschig schlumpfig blauen Himmel von Cancun, Mexiko.

SKIP: Als Sie beide das erste Mal von diesem Film gehört haben, wollten Sie da gleich dabei sein, oder haben Sie eher gezögert?

Hank Azaria: Naja, ich persönlich suche meine Filmprojekte nicht nach dem Thema aus, sondern danach, ob mir das Drehbuch gefällt. Und wenn ich eine Rolle als Bösewicht angeboten bekomme, dann frage ich mich immer: "Kann ich ein lustiger Bösewicht sein?" Hier war die Antwort eindeutig ja. Und als die Autoren dann auch noch bereit waren, einige meiner besonders schrägen Ideen mit einzubauen, war ich überzeugt (lacht).

Neal Patrick Harris: Für mich war es wichtig, dass das kein reiner Kinderfilm wird. Ich kannte die Schlümpfe und dachte schon länger, dass sie prächtige 3D-Filmhelden abgeben würden, so rund und blau wie die sind. Als ich das Drehbuch dann gelesen habe, fand ich durchaus ein paar recht erwachsene Witze drin, und das gefiel mir gut.

SKIP: Rund und blau alleine kanns nicht sein - was macht denn für Sie beide das Erfolgsrezept der Schlümpfe aus?

Neal Patrick Harris: Ihre kräftige Farbe ist durchaus ein Faktor, die spricht die Kinder an. Und die Schlümpfe sind so einfach zu verstehen, ihre Welt ist überschaubar. Jeder hat eine andere, definierende Eigenschaft, mit der man sich identifizieren kann. Für Kinder sind das ganz großartige Archetypen von verschiedenen Charaktereigenschaften. Ich kannte ja anfangs nur die Fernsehserie, die Comics und Bücher habe ich erst durch die Arbeit am Film kennengelernt.

Hank Azaria: Ich kann nicht so genau festmachen, was die Schlümpfe so erfolgreich macht. Sie sind es einfach. Sie sind wirklich witzig, wahrscheinlich ist es das. Ich kannte die Comics auch nicht, ich hielt die Schlümpfe die längste Zeit für eine US-Comicserie (grinst) - und war ehrlich überrascht, als ich erfahren habe, dass die aus Belgien kommen und weltweit so berühmt sind.

SKIP: Am Set mussten Sie ohne Schlumpf-Kollegen auskommen, die kamen ja erst nachher via CGI dazu. Wie war das, mit unsichtbaren kleinen Freunden zu spielen?

Neal Patrick Harris: Meine Szenen mit den Schlümpfen spielen nur in der realen Welt, also musste ich wenigstens kaum vor dem Green screen spielen. Als Schlumpf-Ersatz bei den Proben bekamen wir kleine Plastikfiguren, die dann jeweils herumgetragen wurden, damit wir uns die Positionen merken konnten, wo die Schlümpfe im fertigen Film grad sein würden – wir mussten ja dann beim Dreh in die richtige Richtung schauen. Außerdem ist Raja (Regisseur Raja Gosnell, Anm.) oft auf Händen und Knien herumgekrochen und hat Papa Schlumpf gespielt (lacht), und hat dann auch die passenden Gesichter gemacht, als Anregung für die Animatoren (lacht). Hank hatte es aber ein bisschen schwerer, nicht wahr?

Hank Azaria: Ich hab das alles schon verdrängt (lacht).

Neal Patrick Harris: Aber geh, du bist doch stundenlang an Drähten vor dem Green screen gehangen!

Hank Azaria: Erinnere mich doch nicht dran! Also ehrlich, die Szenen in der Trickfilm-Welt waren schon sehr irre zu drehen. Man bewegt sich in einer giftgrünen Leere, das wird ziemlich schräg mit der Zeit. Ich meine, an sich ist das ja genau unser Job: Uns Sachen einzubilden und die dann glaubwürdig rüberzubringen. Wenn wir das nicht schaffen, sollten wir uns wohl einen anderen Beruf suchen. Aber Mann, diesmal wars wirklich heftig. Ich hing an Drähten, Seilen und allem, was man sich vorstellen kann, wurde herumgeschwungen und fallen gelassen. Und an meinem Lieblingsdrehtag hat mir Raja Gosnell ein rohes Ei ins Gesicht geworfen. Kein CGI-Ei, ein echtes.

Neal Patrick Harris: Das war auch mein Lieblingsdrehtag (lacht). Das Lustige war ja, dass bei den Szenen mit den Schlümpfen in der Postproduction zwar mit modernster Technologie gearbeitet wurde - am Set aber gabs so gut wie keine Elektronik, wir waren super-lo-tech. Wenn die Schlümpfe zum Beispiel auf einen Baum klettern und die Blätter rascheln, dann standen da am Set ein paar Typen, die bei "Action" an Seilen zerrten, die an den Ästen angebunden waren.

SKIP: Der Lala-Song der Film-Schlümpfe ist ja ein ähnlich berüchtigter Ohrwurm wie der alte Schlümpfe-Klassiker von Vader Abraham. Ist es Ihnen schon mal passiert, dass sie den unabsichtlich zu summen begonnen haben?

Neal Patrick Harris: Nur während ich Sex habe (lacht).

Hank Azaria: Beim Showdown des Filmes singen ihn die Schlümpfe ja so ganz ungewöhnlich grimmig, wie ein Kriegslied bevor sie in die Schlacht gegen Gargamel ziehen. Das ist bei mir hängengeblieben, ich habe mich schon ein paarmal dabei ertappt, dass ich den Song laut singe, wenn ich alleine zuhause bin.

Interview: Kurt Zechner / Juli 2011

0 Kommentare

Kommentar verfassen

Um Kommentare verfassen zu können, musst du eingeloggt sein.

Falls du bereits registrierter SKIP User bist, gehe zum , solltest du noch kein Benutzerprofil haben, kannst du dich hier registrieren.