Batman? Bateman!

Interview mit Jason Bateman zu Wie ausgewechselt

Noch ist Jason Bateman bei uns kein household name. Doch längst hat er sich mit trockenem Humor und seiner unnachahmlichen Art, auch die schrägsten Filmmomente mit Fassung zu tragen, eine treue Fangemeinde erobert. Zu der zählt auch Dina Maestrelli, die ihn - wieder zurück im richtigen Körper - in Wien treffen durfte.

Nett. Verdammt nett. Ob in Film (Juno, Hancock), Fernsehen (Arrested Development) oder im echten Leben. Sogar, wenn Jason Bateman einen potentiellen Mörder spielt (Kill the Boss) oder seine Filmbabies mit irren Junkies vergleicht, ist der ehemalige Kinderstar (Unsere kleine Farm) unwiderstehlich liebenswürdig. Und das ist kein verkrampftes Star-Understatement, der Kerl ist wirklich so.

Jason Bateman: Hallo! Bitte fragen Sie mich nicht als erstes, mit wem ich gerne Körper tauschen würde ...

SKIP: Diese Frage hab ich mir eh für später aufgehoben. Ich möchte damit beginnen, mein Wie ausgewechselt-Trauma aufzuarbeiten: Babygacksi im Mund - Warum nur? Passiert das jemals wirklich??

Jason Bateman: Also, mir ist es mit meiner Tochter gottseidank nie passiert, aber was weiß man. Das, was da herumspritzt, hat übrigens köstlich geschmeckt, es war Schokopudding.

SKIP: Ist es Ihrer Ansicht nach eine gute Idee, Teile des Publikums mit solchen Szenen abzustoßen?

Jason Bateman: Ich persönlich mag sowas, ich lache mich kaputt. Dafür kann ich mit Horror-Slasher-Filmen nichts anfangen, wo überall das Blut herumspritzt. Das Kino bietet eben für jeden etwas.

SKIP: Man kann von Wie ausgewechselt aber auch was lernen, zum Beispiel, wie ich, dass es etwas gibt, das Lorno (steht für light porn, Anm.) heißt ...

Jason Bateman: Sehen Sie! Mir war das übrigens vorher auch nicht geläufig.

SKIP: Abgesehen von diesem nutzlosen Wissen, welche Erkenntnisse kann das Publikum noch mit nach Hause nehmen?

Jason Bateman: Hm, vielleicht am ehesten, dass etwas nicht unbedingt schlecht oder langweilig sein muss, nur weil es sich gemütlich und routiniert anfühlt. Es ist immer alles eine Frage der Perspektive. Aber unter uns: Wenn man Lebenshilfe sucht, ist man in Wie ausgewechselt sowieso falsch.

SKIP: Es gibt ja einiges zum Fremdschämen im Film, aber welche war die peinlichste Szene für Sie beim Dreh?

Jason Bateman: Als ich nackt ins Zimmer laufe, weil ich etwas an meiner Körpermitte entdeckt habe. Ursprünglich haben wir das mit einem offenen Bademantel gedreht, aber das war zu harmlos. Immerhin gehts an dieser Stelle darum, die zu Tränen rührende Szene von Leslie Mann möglichst schockierend zu unterbrechen.

SKIP: Haben Sie schon mal was verweigert vor der Kamera, weils zu peinlich war?

Jason Bateman: Nein, ich verweigere höchstens Dialoge, die nach meinem Gefühl nicht zu der Figur passen, die ich spiele. 

SKIP: Kann man es sich als Schauspieler überhaupt erlauben, in Verlegenheit zu geraten?

Jason Bateman: Natürlich. Das beste Mittel dagegen ist, sich einzureden, dass man eine Rolle spielt, und man selber so etwas ja niemals tun würde.

SKIP: Der Film mahnt, sei vorsichtig, was du dir wünschst, es könnte in Erfüllung gehen. Haben Sie sich jemals was gewünscht, was auch tatsächlich in Erfüllung gegangen ist, aber dann total enttäuschend war?

Jason Bateman: (überlegt lange) Ich glaube, nichts, was ich mir je gewünscht habe, ist in Erfüllung gegangen.

SKIP: Ich wünschte, Sie wären meiner Frage jetzt nicht gerade so höflich ausgewichen. Also, Themenwechsel. Wie wichtig ist Ihnen Humor bei Ihren Mitmenschen?

Jason Bateman: Absolut wichtig. Menschen mit Humor sind angenehmer, weil sie nicht alles so ernst nehmen, und üblicherweise sind es die interessanteren Menschen, weil Sinn für Humor auch ein Zeichen von Intelligenz ist.

SKIP: Und worüber lachen Sie?

Jason Bateman: Ich mag britische Komödien, trockenen Humor, Sarkasmus. Meine Mutter ist Britin, von der hab ich das wohl.

SKIP: Am Set, in den Drehpausen, sind Sie da der Spaßmacher?

Jason Bateman: Naja, man kann definitiv Spaß mit mir haben, aber ich bin sicher nicht der Clown am Set, ich halte mich da eher zurück. Als Schauspieler kriegt man eh ständig so viel Aufmerksamkeit.

SKIP: So, jetzt ist es aber Zeit für Ihre Lieblingsfrage ... Ich werde sie etwas abwandeln: Was würden Sie tun, wenn sie einen Tag lang US-Präsident sein könnten?

Jason Bateman: Hey, das ist wahrscheinlich sogar der, mit dem ich am ehesten tauschen würde, aus dem einfachen Grund: Ich möchte die ganzen Geheimnisse wissen, wie: Gibt es UFOs? Ich würde einige Telefonate machen und sagen: Erzählen Sie mir alles, schnell! Und es wäre interessant, zu wissen, wie es im Weißen Haus im Obergeschoß ausschaut, in den Privaträumen. Aber grundsätzlich bin ich sehr zufrieden, ich selber zu sein.

Interview: Dina Maestrelli / September 2011

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