Männer mag man eben

Interview mit Matthias Schweighöfer zu What a Man

Matthias Schweighöfer gönnt sich nach seinem Titel "Mann des Jahres" von GQ und seinem noch frischen MTV Movie Award keine Pause und wechselt hinter die Kamera: Ein SKIP-Gespräch mit dem Allroundtalent über peinliche Situationen, Männlichkeit und den Oscar.

SKIP: Du bist dreißig, Vater, seit Jahren in einer fixen Beziehung - woher kam die Idee zu diesem Stoff? Stellst du deine Männlichkeit in Frage?

Matthias Schweighöfer: Nun, gerade weil ich Vater geworden bin, hab ich mich erst wieder neu orientieren müssen: Welche Männerrolle nehme ich jetzt ein? Welche Position beziehe ich, auch zur Frau, wie viel Mut bringe ich auf für unser Kind, welche Ängste habe ich? Daraus ist die Idee entstanden, darüber zu reflektieren, was in den letzten Beziehungen so passiert ist, bei Doron (Wisotzky, dem Co-Autor, Anm.) und bei mir. Wir haben uns überlegt, woher kommen bestimmte Vorstellungen und Träume - aus der Kindheit zum Beispiel. Die Frage ist doch: Wann ist ein Mann ein Mann in unserer Gesellschaft? Alle meine Freunde denken darüber nach. Die arbeiten, und dann gehen Beziehungen daran kaputt, und dann treffen die Frauen Männer, die sich extrem maskulin geben ...

SKIP: ... und seltsame Sexspielzeuge in einer Kiste in ihrem Kasten verstecken ...

Matthias Schweighöfer: Ja, ich muss gestehen: Ein paar der Dinge im Film sind mir wirklich passiert! Das eine ist die gebrochene Rippe, die meine damalige Freundin hatte, nachdem sie mit einem anderen geschlafen hatte. Und das andere ist diese Kiste mit Spielzeug, die ich da im Schrank fand. Das war so krass, das musste ich unbedingt in einem Film verarbeiten (lacht)! Sogar die Sache mit dem Analspreizer ist echt, die kam von Doron. Und die Szene im Film, wo Carolin zu Alex sagt, "Kannst du mal raufgehen und sagen, dass der leiser laufen soll", das hab ich auch selbst erlebt. Ich bin damals wirklich hochgegangen, und der hat wirklich gesagt, "Ich kann dir den Arsch übern Kopp ziehen, dann hörste garnüscht mehr." Danke und tschüss (kichert). Im Nachhinein sind das aber gute Momente. Und aus diesen Geschichten von Doron und mir entstand auf einmal ein Unterhaltungsfilm über das Mannsein, das ging wie von alleine.

SKIP: War Til Schweiger bei Keinohrhasen eine Motivation, es im Regiesessel zu versuchen?

Matthias Schweighöfer: Ich hatte mir das nach 14 Berufsjahren als Schauspieler schon länger überlegt, klar, und gerade auch bei der Zusammenarbeit mit Til, denn da hab ich gesehen, wie das ist, wenn man selbst Chef am Set ist. Da dachte ich mir schon: Das find ich toll! Jetzt bin ich 30, lasst es uns doch riskieren und gucken wo es hingeht die nächsten zehn Jahre.

SKIP: Du erwähnst immer wieder, dass dich das Abenteuer Hollywood reizt. Ist das jetzt mit den eigenen Filmprojekten etwas im Hintergrund?

Matthias Schweighöfer: Mir macht es vor allen Dingen Spaß, kreativ zu sein, und zu sehen, dass da auch Leute mitziehen. Hollywood ist natürlich ein Traum, aber die brauchen erstmal keine Deutschen - und wer es drüben schafft, hat meistens schon in Europa erfolgreich Filme gemacht. Christoph Waltz hat es uns ja allen vorgemacht, und wie alt ist der? Fünfzig? In dem Alter kriegt man da drüben also auch noch einen Oscar. Also brauch ich mir noch gar keinen Stress zu machen (lacht).

Interview: Magdalena Miedl / Juni 2011

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