First We Take Manhattan

Interview mit Gerhard FilleiJoachim Krenn zu New York ... November

Abenteuer Film. Unglaubliche zwölf Jahre lang arbeiteten die beiden Filmemacher Gerhard Fillei und Joachim Krenn an ihrem aufregendem Kino-Debüt New York … November. SKIP traf die beiden Kärntner zum Exklusiv-Talk.

SKIP: New York … November wurde in englischer Sprache und teilweise an Originalschauplätzen gedreht. Warum habt ihr es euch bei eurer ersten Produktion nicht etwas einfacher gemacht?

Gerhard Fillei: Uns hat immer schon die Leidenschaft für das internationale Kino angetrieben, für Regisseure wie Hitchcock, Tarkowskij, Kieszlowski … Wir wollten das amerikanische Gefühl für Rhythmik und Schnitt mit europäischer Erzähltiefe verbinden und keinen "österreichischen" Film machen.

SKIP: Warum hat es so lange gedauert, bis der Film fertig wurde?

Joachim Krenn: Ursprünglich - das heißt, Mitte der 90er-Jahre - war ein Kurzfilm geplant. Wir hatten schon in unserer Jugend beschlossen, gemeinsam in New York auf die Filmschule zu gehen. Also haben wir uns damals um unglaubliche 450.000 Schilling eine 16mm-Filmkamera gekauft und sind rübergefahren. Die Filmschule haben wir dann schnell bleiben lassen und das ganze Schulgeld in den Film gesteckt.

Gerhard Fillei: Als wir dann nach Österreich zurückgekommen sind, war unser komplettes Geld verbraucht, und der Film war noch im Entwicklungslabor, wir konnten uns nämlich die Laborkosten nicht leisten (lacht). Also haben wir drei Monate gejobbt, damit wir das Material endlich auslösen - und sichten - konnten! Da haben wir dann beschlossen, dass es schade wäre, nur einen Kurzfilm zu machen, und haben Drehbuch und Story weiter vertieft.

Joachim Krenn: Wir haben jedes Jahr in New York gedreht, bis uns das Geld ausgegangen ist, innerhalb von 10 Jahren insgesamt sieben Mal. Wir sind oft finanziell total an der Wand gestanden, zum Glück haben wir irgendwann Produzent Carl Hollmann und sein Team der AdriAlpe-Media gefunden, ohne die hätten wir aufgeben müssen.

SKIP: Bei derart langer Drehzeit altern doch die Schauspieler. War das kein Problem?

Joachim Krenn: Durch das Schwarzweiß konnte man das gut abfangen, oft passte es sogar zur Geschichte. Aber mit unserem Hauptdarsteller Mark hatten wir einmal ein echtes Problem: Da hatte der locker 15 Kilo zugenommen und nichts vorher gesagt! Ich bin dann jeden Tag mit ihm laufen gegangen und hab ihn auf strenge Diät gesetzt (lacht), kurz vor Ende der Drehzeit gings dann.

SKIP: Ihr habt ein paar lustige Cameos im Film …

Joachim Krenn: Ja, der Alexander Goebel z. B. ist in New York plötzlich zufällig vor mir gestanden, ich hab ihn angesprochen und er war sofort dabei. Den Rupert Henning kennen wir aus Kärnten, und die Mercedes Echerer spielt ein Mitglied des SWAT-Teams!

Interview: Gini Brenner, Kurt Zechner / Oktober 2011

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