Jede Stimme zählt

Interview mit Danny DeVito zu Der Lorax

Die Geschichte vom Lorax war Danny DeVito so wichtig, dass er dem wuscheligen Waldgeist nicht nur in der Originalversion, sondern in gleich fünf Sprachfassungen seine markante Stimme geliehen hat. SKIP traf ihn in Berlin zum - einsprachigen - Exklusiv-Interview.

SKIP: Sie haben den Lorax nicht nur in der englischen Version aufgenommen, sondern auch in Deutsch - und in welchen Sprachen noch?

Danny DeVito: Ich hab die italienische, spanische, katalanische, russische und deutsche Version synchronisiert. Das hat extrem viel Spaß gemacht. Ich kann ja keine dieser Sprachen wirklich, es war alles phonetisch, und es war oft gar nicht leicht!  Im Deutschen war es vor allem das "ch", das Probleme machte. "Ich", "Dich" … Aber meine Sprach-Coaches waren toll. Ich meine, meinen New-Jersey-Akzent hört man immer noch in jeder Version, aber den krieg ich nie los (lacht).

SKIP: Woher kam die Idee ursprünglich?

Danny DeVito: Sie entstand während eines Telefonats mit Produzent Chris Meledandri, ich weiß gar nicht mehr, wer als erster darauf gekommen ist. Aber ich fand es gleich super.

SKIP: Außerdem bedeutet das ja auch die fünffache Gage, nicht wahr?

Danny DeVito: Leider nicht! Ich hatte einen miesen Vertrag. Mein Agent, wissen Sie ... (lacht).

SKIP: Sie haben ja schon einige Kino-Synchronisationen gemacht.

Danny DeVito: Ja, in der Tat. Das erste Mal bei My Little Pony - Der Film. Das hab ich damals - das muss schon über 20 Jahre her sein (es war 1986, Anm.) - für meine älteste Tochter Lucy gemacht, die war damals drei. Ich wollte ihr Gesicht sehen, wenn sie mich hört!

SKIP: Und, wie hat sie dreingeschaut?

Danny DeVito: Sie war total weg, dass da ein Zeichentrick-Tier mit Papas Stimme spricht (lacht). Ich hab dann auch den Satyr in Hercules gesprochen oder die animierte Katze in Last Action Hero … Aber der Lorax ist was ganz besonderes für mich. Meine Kinder sind mit Dr. Seuss' Büchern aufgewachsen, und ich finde auch die Message wichtig, die ist genau das, was ich denke. Wir vergiften unsere Welt, unsere Luft, unser Wasser. Dieser Film wird die Welt nicht retten, aber wir müssen alle dringend versuchen, das Ruder herumzureißen.

SKIP: In den USA haben sich Politiker aus dem rechten Lager schon offen gegen den Film ausgesprochen, sie sagen, er wäre Gehirnwäsche für Kinder.

Danny DeVito: Ja, sicher. Pfff. Die wollen einfach weiterhin Geld durch Umweltverschmutzung machen. Ich versteh das ja nicht. Es macht doch keinen Sinn, die Zukunft unseres Planeten aufs Spiel zu setzen, nur um noch mehr Profit zu machen! Warum soll man ausgerechnet denen am meisten zahlen, die am meisten Dreck machen? Es ist verrückt. Aber diese Denkweise hat ein Ablaufdatum, das sind alles alte Leute, die werden bald aussterben. Irgendwann werden die Menschen verstehen, dass wir alle zusammenarbeiten müssen, um auf den Planeten aufzupassen. Vielleicht nicht mehr solange ich lebe, aber das Umdenken wird kommen.

SKIP: Glauben Sie, dass Präsident Obama wiedergewählt wird?

Danny DeVito: Ich hoffe. Er ist ein guter Politiker und ich glaube er tut das Beste, was er kann. Es gibt so viele Leute, die nur drauf warten, dass er versagt. Und das ist eigentlich unglaublich: Dass in einer westlichen Demokratie mächtige Politiker ganz öffentlich und täglich verkünden, dass sie das vom Volk demokratisch gewählte Staatsoberhaupt nicht unterstützen und alles für sein Scheitern tun würden. Ein Wahnsinn. Noch dazu, wo Obama wirklich fair gewählt wurde und nicht so wie bei diesem Bush-Fiasko. Die Politik frisst sich da gerade selber auf mit diesem verrückten Fanatismus. Die USA sind ein kapitalistisches Land, das ist schon ok, aber es braucht ein wenig mehr Sozialismus. Das Wort allein wirkt ja in den USA schon wie ein Schimpfwort - weil die meisten gar nicht wissen, was das heißt.

SKIP: Mr. DeVito, Sie sind seit 30 Jahren mit Ihrer Kollegin Rhea Perlman verheiratet …

Danny DeVito: Echt?

SKIP: Ja! Vor kurzem war Ihr 30. Hochzeitstag!

Danny DeVito: (zählt an den Fingern) Tatsächlich. Und das war nur unsere Ehe! Wir waren davor ja schon elf Jahre zusammen.

SKIP: Was ist das Geheimnis einer derart langen Beziehung?

Danny DeVito: Ein großes Haus.

Interview: Gini Brenner / März 2012

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