Meet Pete

Interview mit Pete Doherty zu Confession

Das Enfant terrible als lässiger Hund: Beim Exklusiv-Interview in Cannes war Pete Doherty auf die Minute pünktlich, zumindest halbwegs nüchtern und ein wirklich superer Gesprächspartner, der sich kein Feigenblatt vor den Mund nahm.

SKIP: In deiner ersten Kinorolle spielst du einen sehr hedonistischen Charakter - witzig, dass deine erste Band ausgerechnet The Libertines (auf deutsch Die Hedonisten) hieß.

Pete Doherty: Stimmt. Dabei hatte ich damals gar keine Ahnung, was das wirklich bedeutet. Ich hatte gerade begonnen, Musik zu machen, mich zu verlieben und Unmengen an Drogen zu konsumieren. Also hab ich mir gedacht "Hey, wir sind ja wie Libertines"! Und de facto waren wir das ja auch, wir waren einfach verrückt, voller Energie und voller Songs.

SKIP: Es gibt viele Gemeinsamkeiten zwischen deiner Filmfigur und deinem öffentlichen Image - auch was die Einstellung zur Liebe betrifft?

Pete Doherty: Die Liebe ist fast so etwas wie mein großes Opfer geworden. Es ist immer so: Ich verliebe mich in jemanden, denke mir dann aber sofort, die Person, die ich da liebe, wäre ohne mich wesentlich besser dran. Und dann haue ich gleich wieder ab. Liebe existiert, und ich glaube auch daran, aber ich habe schon am Anfang den Geschmack des Endes im Mund. Deshalb nehmen die Leute auch Drogen, weil sie eine Art artifiziellen Rahmen kreieren wollen, wo man eben nicht gleich abhauen muss. Wo das Gefühl schön da und groß bleibt. Bloß klappt das natürlich auch nicht.

SKIP: Die Drogen zerstören unterm Strich ja auch Kreativität und Stimme ...

Pete Doherty: Schon. Aber Drogen, Alkohol, schlechtes Wetter, Unterernährung, Armut, häusliche Gewalt; Motorradunfälle, Reitunfälle, all das kann auch vieles zerstören. Ich sterbe lieber einen langsamen jahrelangen Tod mit Alkohol und Drogen als durch einen Motorradunfall, soviel ist sicher (lacht).

SKIP: Wenn du die Zeit zurückdrehen könntest, würdest du heute bestimmte Dinge anders machen?

Pete Doherty: He Mann, ich weiß nicht mal mehr, wie ich die Dinge damals gemacht habe, wie sollte ich sie also jetzt anders hinkriegen?

SKIP: Wenn du heute zurückdenkst an die Zeit mit Kate Moss, wie fühlt sich das an?

Pete Doherty: Oh, ich muss dringend gehen jetzt (lacht). Ach, sie war einfach ein Mädchen aus Südlondon, in das ich mich verliebt habe … Anfangs war es ein Albtraum! Aber irgendwann haben wir uns halt beide ineinander verknallt und dieses schöne Gefühl eine Weile geteilt. Und vielleicht, in einer anderen Welt, in einer anderen Zeit, einer, in der wir beide nicht berühmt gewesen wären, wären wir vielleicht ein richtiges Paar geworden.

Interview: Kurt Zechner / Mai 2012

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