Spaß im Spukschloß

Interview mit Genndy Tartakovsky zu Hotel Transsilvanien

Vom Leben gezeichnet. Als Kind in Russland war Genndy Tartakovsky begeistert, wenn er Zeichentrickfilme im Fernsehen sehen konnte. Dann ging er in die USA, und jetzt lebt er seinen Traum: Hotel Transsilvanien ist die erste Regiearbeit des erfahrenen Animationskünstlers.

SKIP: Wieso haben Sie sich ausgerechnet für Horror-Helden als Protagonisten für einen Kinderfilm entschieden?

Genndy Tartakovsky: Weil Kinder unheimliche Sachen immer schon gerne gemocht haben. Bei Gutenacht-Geschichten zum Beispiel hören sie gerne etwas Unheimliches, weil sie wissen, dass sie in einer sicheren Umgebung sind. Bei einem Film ist es das gleiche - wenn man mit der ganzen Familie im Kino sitzt, weiß man ja genau, dass einem nicht wirklich was passieren kann. Aber in unserem Film gehts ja sowieso in erster Linie um die Unterhaltung.

SKIP: Wieviel Spaß hat es gemacht, die ganzen verschiedenen Monstertypen zusammenzustellen?

Genndy Tartakovsky: Das war extrem lustig. Wir haben erstmal eine richtige weltweite Monster-Bestandsaufnahme gemacht, und dann überlegt, welche am besten in unsere Geschichte passen. Wir habe eine ungefähre Regel aufgestellt: alle Monster, die wir verwenden, müssen einmal menschlich gewesen sein. Dracula war ursprünglich ein Mensch, Frankenstein, die Mumien. Andere, die nicht so funktionierten, haben wir wieder eliminiert. Und dann haben wir uns auch für "traditionelle" Monster entschieden - und so ist etwa Freddy Krueger, den wir ursprünglich dabeihatten, auch wieder rausgefallen.

SKIP: Warum glauben Sie ist Animation heutzutage so populär, auch bei Erwachsenen?

Genndy Tartakovsky: Ich glaube, dass unsere Generation auch im Erwachsenenalter jung geblieben ist, jünger als die Generatonen vor uns. Es ist seltsam - wir tragen sicher nicht weniger Verantwortung als unsere Eltern, aber wir nehmen es gelassener. In der Filmindustrie fühle ich mich immer noch wie ein Kind. Ich glaube, das geht vielen Leuten meiner Generation so. Außerdem glaube ich, dass die heutigen Animationsfilme bis zu einem gewissen Grad qualitätsvoller geworden sind. Sie sind unterhaltsamer und mehr für Erwachsene, nicht nur für Kinder gemacht.

SKIP: Sie sind ja selber Vater - sind Ihre Kinder sozusagen Ihr Testpublikum?

Genndy Tartakovsky: Ja, ich zeige Ihnen die Figuren, während sie noch im Entstehen sind. Dann sagen sie mir ihre Meinung, und ich erzähle, was es mit der Figur auf sich hat. Das amüsiert sie manchmal oder auch nicht. Aber man muss da auch vorsichtig sein, weil ich mache die Sachen ja nicht allein für meinen Sohn oder meine Töchter, ich möchte, dass es möglichst allen gefällt. Ich könnte einen Cartoon ganz auf die Wünsche meines Sohnes abstimmen, aber da wäre ich mir nicht so sicher, ob das jedem gefallen würde.

Interview: Gini Brenner / April 2012

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