Natürlich blond

Interview mit Kate Hudson zu The Reluctant Fundamentalist

In Mira Nairs Venedig-Eröffnungsfilm The Reluctant Fundamentalist droht Kate Hudson, im Politwirbel unterzugehen. Als Stargast der Filmfestspiele hingehen war sie ganz Hollywood-Glamour-Profi - stilecht empfing sie uns in der Marilyn
Lounge zum Exklusiv-Interview.

SKIP: Nachdem wir uns hier in der Marilyn-Lounge treffen: Haben Blondinen wirklich mehr Spaß?

Kate Hudson: (lacht) Nun, Marilyn sah zumindest definitiv wie jemand aus, der viel Spaß hatte. Irgendwann ist dann halt offensichtlich was gehörig schief gelaufen … Ich bin jedenfalls gern eine Blondine. Ich wurde ja auch von einer Blondine (Kates Mama Goldie Hawn, Anm.) erzogen, einer sehr starken allerdings (lacht). Sie ist wirklich verdammt blond. Sie ist allerdings alles andere als ein Blondinenwitz - sie ist eine Naturgewalt.

SKIP: In diesem Film sind Sie dunkelhaarig. Für uns war das ziemlich ungewohnt, wie hat sich das für Sie angefühlt?

Kate Hudson: Ich habe es sehr genossen, weil ich mich wirklich wie jemand anderer gefühlt habe. Ich hatte damals ja gerade mein zweites Kind bekommen, das Baby war erst ein paar Wochen alt, und ich habe mich noch sehr verletzlich gefühlt.

SKIP: Wie ist das, als so frische Mutter schon arbeiten zu gehen?

Kate Hudson: Es war einerseits sehr schwierig, aber gleichzeitig auch sehr praktisch. Ich war nur fokussiert auf zwei Dinge: das neugeborene Baby und meine Rolle. So blieb auch kein Platz für irgendwelche Ablenkungen. Und durch die ganzen Hormone ist man emotional einfach wirklich bereit, sehr viel zu geben. Das war sehr gut für meine Filmfigur. Sie erlebt schließlich eine große Tragödie, und wenn man dann ihre Verletzlichkeiten nicht erkennen könnte, wäre das dem Film abträglich.

SKIP: Nach The Killer Inside Me haben Sie nun wieder einen sehr fordernden, schwierigen Part gespielt. Sie gelten sonst ja eher als Komödienprofi …

Kate Hudson: Ich liebe es, Schauspielerin zu sein und ich liebe es auch, Komödien zu machen. Ich werde sicher nie damit aufhören. Aber gleichzeitig werde ich auch nie aufhören, mich zu fordern: entweder mit Rollen, in denen ich tanzen muss, oder singen, oder eben mit einer wie dieser hier.

SKIP: Aber manchmal lässt einen ja auch das System nicht so, wie man das vielleicht will ...

Kate Hudson: Das stimmt nicht! Da gehts ja viel mehr darum, wie Leute einen kategorisieren können. Aber als Künstler sieht man sich sowieso nicht so. Man pickt sich selbst ja kein Label drauf. Mir gehts um die Leute, mit denen ich arbeiten kann, die Erfahrungen, die ich dabei mache, solche Sachen. Das wird natürlich schwieriger und härter, wenn man älter wird und auch Kinder hat.

SKIP: Wie halten Sies konkret? Sie nehmen die Kinder mit, nehm ich an?

Kate Hudson: Klar, die Kids müssen mit. Ich bin ja selbst quasi schon so aufgewachsen, also weiß ich, dass es immer irgendwie geht, auch mit Kindern.

SKIP: Wo sind Sie jetzt überhaupt zu Hause?

Kate Hudson: In London und L. A. - und das mit den zwei Wohnsitzen ist einfach großartig. In L. A. hab ich meine Familie, meine Eltern und meine Brüder, und dann sind wir wieder in London, und da haben wir Matthews Familie (Hudson ist seit 2010 mit Matthew Bellamy, Frontman der Rockband Muse, liiert, Anm.). Natürlich sind unsere Leben nicht wirklich konventionell, das werden sie auch nie sein. Mein Verlobter ist ein tourender Musiker und ich bin ein reisendes Zirkuspferd (lacht). Du musst einfach sicherstellen, dass du deine Grenzen hast und die einhältst und dass immer oberste Priorität bleibt, dass deine Familie happy ist.

SKIP: Waren Sie schon Muse-Fan, bevor Sie Matthew kennengelernt haben?

Kate Hudson: Nein, überhaupt nicht! Ich hab sie vor so fünf Jahren mal in Australien live gesehen und war regelrecht schockiert, wie gut die sind (lacht). Aber ich kannte keins ihrer Lieder und verstand das gar nicht, weil ich bin ja schon ein ziemlicher Music-Buff und dachte eigentlich, ich kenne alles.

SKIP: Erzählen Sie uns bitte noch über Ihren kürzlich absolvierten Gastauftritt in der TV-Serie Glee!

Kate Hudson: Das war vielleicht das Lustigste, was ich je gemacht habe. Dabei spiele ich wirklich keine nette Person. Aber ich durfte singen und tanzen!

Interview: Gini Brenner, Kurt Zechner / September 2012

0 Kommentare

Kommentar verfassen

Um Kommentare verfassen zu können, musst du eingeloggt sein.

Falls du bereits registrierter SKIP User bist, gehe zum , solltest du noch kein Benutzerprofil haben, kannst du dich hier registrieren.