Der Spielmeister

Interview mit Philip Seymour Hoffman zu The Master

Für seine Rolle als charismatischer Sektengründer in Paul Thomas Andersons The Master bekam Philip Seymour Hoffman (gemeinsam mit Joaquin Phoenix) wenig überraschend den Preis als bester männlicher Schauspieler der 69. Filmfestspiele von Venedig. SKIP traf ihn zum Exklusiv-Interview.

SKIP: Sie haben schon so viele Auszeichungen bekommen, macht Sie das stolz?

Philip Seymour Hoffman: Ich weiß nicht, ich finde die Filme wichtig, nicht die Preise. Aber klar freut es mich, wenn ich gelobt werde. Ein bisschen Bestätigung hat schließlich jeder gern.

SKIP: Der Film ist an die Entstehungsgeschichte der Scientology-Sekte angelehnt. Erwarten Sie böse Reaktionen von deren Seite?

Philip Seymour Hoffman: Eigentlich weniger, nein. Meine Figur ist ja auch kein Porträt des Scientology-Gründers L. Ron Hubbard, er ist eine fiktive Person.

SKIP: Trotzdem haben Sie sich mit ihm im Vorfeld beschäftigt. Glauben Sie, dass er selber an seine Lehren geglaubt hat?

Philip Seymour Hoffman: Oh ja, das glaube ich durchaus. Ich glaube ja selber daran, dass man damit ziemlich heftige Wirkung erzielen kann. Man kann Leute nachhaltig kaputt machen damit.

SKIP: Wie war eigentlich die Arbeit mit Joaquin Phoenix? Er gilt ja als ein bisschen schwierig …

Philip Seymour Hoffman: Er war großartig. Und er hat unglaublich hart und konzentriert gearbeitet, der macht echt keine halben Sachen. Ich steigere mich ja schon ab und an ein bisschen in meine Rollen rein, aber längst nicht so wie Joaquin.

SKIP: Mr. Hoffman, Sie haben mittlerweile drei Kinder (9, 6 und 4 Jahre alt, Anm.) Wie hat Ihre Vaterschaft Ihre Rollenwahl beeinflusst? Überlegen Sie, Rollen nicht anzunehmen, weil Sie nicht wollen, dass Sie Ihre Kinder so sehen?

Philip Seymour Hoffman: Nein. Diese Filme werden sie eben nie sehen, das werde ich einfach nicht zulassen (lacht). Aber nein, der einzige Grund, warum ich eine Rolle ablehne, ist, wenn sie mich nicht interessiert.

SKIP: Sie spielen, führen Regie, machen Film und Theater - haben Sie sowas wie Freizeit?

Philip Seymour Hoffman: Freizeit was wie? Sie haben doch selber gerade erwähnt, ich habe drei Kinder (lacht).

SKIP: Gehen Sie mit ihren Kids manchmal ins Kino?

Philip Seymour Hoffman: Ja! Und ich bin total beeindruckt, wie gut die Kinderfilme heutzutage sind. Unlängst haben wir uns Rapunzel: total verföhnt angeschaut - fantastisch! Total kreativ und intelligent. Oder dieser Lorax-Film, super! Und die Message, genau das, was man den Kids vermitteln will. Ich würde wirklich gern mal bei so einem Film mitmachen.

SKIP: Sie sind auch ein ziemlicher Sportfan, nicht wahr?

Philip Seymour Hoffman: Ja, in der Tat. Ich liebe Sport, alle Sportarten. Baseball, Basketball - sogar Volleyball. Volleyball ist cool. Besonders Beachvolleyball. Bei den Olympiaübertragungen war ich ganz gebannt. Sehr sexy. Das ist doch sexy, finden sie nicht?

Interview: Gini Brenner, Kurt Zechner / September 2012

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