Bad Hair Day

Interview mit Lisa Tomaschewsky zu Heute bin ich blond

Der Tag, an dem Lisa Tomaschewsky sich vor laufender Kamera ihre blonde Mähne scheren musste, war der Tag, an dem sie ihre erfolgreiche Modelkarriere endgültig an den Nagel hängte - um sich mit Haut und Haar der Schauspielerei zu ergeben.

SKIP: Sie spielen in Heute bin ich blond eine junge Frau, die ganz unmittelbar mit ihrer eigenen Vergänglichkeit konfrontiert ist. Was hat das mit Ihnen gemacht?

Lisa Tomaschewsky: Ich habe begonnen, mir Gedanken zu machen, wie ich besser auf mich achten könnte: Ich gehe zur Vorsorgeuntersuchung, und sobald ich merke, dass mit meinem Körper etwas nicht stimmt, gehe ich jetzt gleich zum Arzt. Außerdem habe ich gelernt, darauf zu achten, was man im Leben eigentlich alles Besonderes hat. Man lernt bei einer solchen Geschichte schon, dass die eigenen Problemchen oft wirklich nicht so dramatisch sind wie man vielleicht gedacht hat. Es ist wichtig, sich das immer wieder vor Augen zu halten und seine Offenheit zu bewahren.

SKIP: Sie müssen schon von Berufs wegen bereit zur Wandelbarkeit sein, aber das Spiel mit den neun Perücken treibt das noch einmal auf die Spitze.

Lisa Tomaschewsky: Ja, und es hat Spaß gemacht, damit zu spielen, auch weil ich weiß, dass es unter anderem diese Perücken waren, die Sophie die Kraft gegeben haben, die Krankheit durchzustehen. Ich habe das auch privat beibehalten, gelegentlich Perücken zu  tragen und mich dabei selbst neu auszuprobieren. Manchmal gab es da Momente, in denen ich mich hinter der Perücke verstecken konnte, und dann wieder merkte ich: Diese Perücke holt heute besonders viel aus mir raus.

SKIP: Sie haben sich vor der Kamera Ihr langes Haar abgeschnitten. Hatte das etwas Befreiendes, äußerliche Mädchenklischees hinter sich zu lassen?

Lisa Tomaschewsky: Es war nicht unbedingt eine Befreiung, aber doch ein großer Schritt für mich: Ich habe damit versucht, im wahrsten Sinne des Wortes einen Cut zwischen Modeln (Tomaschewsky modelte u. a. für Tommy Hilfiger und Playboy, Anm.) und Schauspielen zu setzen. Seither ist für mich ganz klar, dass ich das Modeln hinter mir lasse. Ich hatte dabei acht Jahre lang viel Spaß, aber jetzt ist es an der Zeit, meine Kreativität auszuleben.

SKIP: Haben Sie Sophie van der Stap kennengelernt?

Lisa Tomaschewsky: Ja, und wir sind mittlerweile sogar Freundinnen. Wir haben uns vor den Dreharbeiten erstmals getroffen, und es war wie Liebe auf den ersten Blick: Wir haben uns gesehen, umarmt, und gleich angefangen, zu quasseln. Natürlich habe ich versucht, nicht gleich mit der Tür ins Haus zu fallen und sie nach ganz persönlichen Dingen zu fragen, um die es im Film ja auch geht. Aber wir waren auch während der Dreharbeiten in ständigem Kontakt und haben zusammen sehr viel gelacht und auch geweint.

Interview: Magdalena Miedl / März 2013

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