Venusfalle

Interview mit Emmanuelle Seigner zu Venus im Pelz

In La Vénus à la fourrure besetzte Roman Polanski seine Ehefrau Emmanuelle Seigner als ehrgeizige Schauspielerin im Psycho-Clinch mit einem Regisseur. SKIP fragte sie, wieviel vom richtigen Leben drinsteckt.

SKIP: Wie war das für Sie, in einem Film eine Schauspielerin zu spielen?

Emmanuelle Seigner: Ich fand es lustig, fast ein bisschen wie eine Rache an allen Schauspielerinnen.

SKIP: Ihre Filmfigur legt sich ziemlich ins Zeug, um den Regisseur zu beeindrucken. Mussten Sie schon mal zu ungewöhnlichen Mitteln greifen, um eine Rolle zu bekommen?

Emmanuelle Seigner: Nein, ich bin definitiv nicht der Typ dafür (lacht). Ich bin viel zu stolz, um um irgendwas zu betteln.

SKIP: Ihre Figur trickst den Regisseur ja unter anderem damit aus, dass sie sich dümmer stellt, als sie in Wahrheit ist. Ist das eine Strategie, die Sie auch manchmal benutzen?

Emmanuelle Seigner: Nicht wirklich. Aber ich werde oft für dümmer gehalten, als ich bin. Ich bin blond, Französin und Schauspielerin, also muss ich wohl dumm sein … Aber ich kümmere mich nicht mehr darum, was Leute von mir halten. Wenn man ständig daran denkt, müsste man sich ja gleich aufhängen. Jeder hat irgendeine Meinung, man kann eben nicht von allen geliebt werden. Und das ist auch gar nicht mein Ziel.

SKIP: Sie sind seit 1989 mit Roman Polanski verheiratet. Ist es eigentlich schwieriger, vom eigenen Ehemann Anweisungen zu bekommen als von einem Regisseur, mit dem man nicht privat verbunden ist?

Emmanuelle Seigner: Nein, es ist sogar leichter, weil er eben ein ziemlich guter Regisseur ist. Es ist immer besser, von jemandem Befehle zu empfangen, der weiß, was er tut und nicht von einem Idioten. Wie es ja sonst meistens der Fall ist (lacht).

SKIP: Vor Ihrer Filmkarriere waren Sie erfolgreiches Model und sind ja eher „zufällig“ zur Schauspielerei gekommen …

Emmanuelle Seigner: Es ist mir passiert, ja. Zuerst war ich Model, weil ich Geld verdienen wollte und diese tolle Möglichkeit bekam. Dann traf ich zufällig mal Jean-Luc Godard in einem Hotel, und er fragte mich, ob ich in seinem nächsten Film mitspielen will (lacht).

SKIP: Und zu Godard kann man schließlich nicht nein sagen!

Emmanuelle Seigner: Dabei wusste ich damals gar nicht, wer er ist (lacht). Ich war damals nur an Theater interessiert, kaum an Film. Jedenfalls hab ich dann Detéctive gemacht, und der Casting-Director des Films kannte Roman und wusste, dass der gerade eine französische Schauspielerin sucht. Und so landete ich damals schließlich in Frantic.

SKIP: ... und einen Ehemann haben Sie so auch gleich noch gefunden.

Emmanuelle Seigner: Ja genau (lacht)!

Interview: Kurt Zechner / Mai 2013

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