World of Kung Fu

Interview mit Keanu Reeves zu Man of Tai Chi

Das kickt: Für sein allererstes Regieprojekt geht der mittlerweile in Würde gereifte Keanu Reeves zurück an seine Martial-Arts-Wurzeln - und verfilmt die abenteuerliche Geschichte eines jungen Kung-Fu-Meisters. In Cannes erklärte er SKIP, warum.

SKIP: Ihr Regiedebüt Man of Tai Chi ist gleich ein sehr großes Projekt geworden, eine kräftig budgetierte amerikanisch-chinesische Koproduktion. Wie kams dazu?

Keanu Reeves: Es ist das Ziel einer ziemlich langen Reise. Meinen Man of Tai Chi-Hauptdarsteller Tiger Chen habe ich schon beim Dreh von Matrix kennengelernt, da war er einer der wichtigsten Leute im Stunt-Team. Ich habe viel mit Chen trainiert, wir wurden Freunde, und wir sind seither in Kontakt geblieben. Er wollte immer schon gerne schauspielen, und so haben wir gemeinsam eine Geschichte entwickelt - fünf Jahre haben wir daran herumgeschrieben, bis wir schließlich ein fertiges Drehbuch hatten. Dreisprachig: teils Englisch, teils Mandarin und teils Kantonesisch!

SKIP: Das klingt nach verschärften Drehbedinungen - wie ging es Ihnen dabei, gleich in zwei Sprachen Regie zu führen,
die Sie nicht sprechen?

Keanu Reeves: Einfach war das wahrlich nicht immer, aber ich hatte sehr gute Dolmetscher. Und dadurch habe ich gelernt, zuzuhören. Eine wichtige Fähigkeit für einen Regisseur.

SKIP: Was war zuerst da: Dieses Projekt oder der Wunsch, einmal selber Regie zu führen?

Keanu Reeves: Letzteres. Vielleicht hat das was mit dem Älterwerden zu tun - mein Blickwinkel auf die Welt hat sich geändert. Ich will nicht mehr so gerne im Mittelpunkt stehen, sondern eher in größeren Zusammenhängen denken. Und als wir dann dieses Drehbuch fertig hatten, habe ich mir gedacht: Diese Geschichte will ich erzählen! Vor allem wollte ich nicht, dass sie irgendjemand anderer erzählt (lacht). Es war schon ein bisschen furchteinflößend, ein großer verrückter Sprung ins Unbekannte. Und es wurde eine tolle Erfahrung.

SKIP: Sie haben im Lauf Ihrer Schauspielerkarriere mit vielen verschiedenen Regisseuren gearbeitet - haben Sie sich da ein bisschen was abschauen können?

Keanu Reeves: Natürlich. Ich hab ja wirklich mit einigen der Besten drehen dürfen. Und ich denke, unsere Lebenserfahrung ist der beste Lehrer. Ich musste mich auch mit der digitalen Filmtechnik vertraut machen, die wir bei Man of Tai Chi verwendet haben - das habe ich mir am Set von 47 Ronin, bei dem ich zuletzt mitgespielt habe, ganz genau angeschaut.

SKIP: Mit dieser Produktion sind Sie Hoffnungsträger der chinesischen Filmindustrie - ist das nicht sehr belastend für einen First-time-Regisseur?

Keanu Reeves: Ehrlich gesagt: Ich freue mich drauf! Ich bin sehr neugierig darauf, wie das Publikum unseren Film annehmen wird. Ich weiß, dass wir unser Bestes gegeben haben. Darüberhinaus kann ich nun nicht mehr beeinflussen, ob der Film ein Erfolg wird oder nicht. Sowas kann man ja auch nie wirklich vorhersehen, auch wenn man immer versucht ist, die Zukunft mittels Beispielen aus der Vergangenheit vorherzusagen. Aber das funktioniert nun mal nicht.

Interview: Gini Brenner / Mai 2013

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