"Hobbits trinken gerne Bier."

Interview mit Elijah Wood zu Der Herr der Ringe: Die Gefährten

SKIP-Mitarbeiter Dieter Oßwald sprach mit Elijah Wood in Cannes über die Chancen, die ein Hobbit hat, wenn er in Hollywood ganz groß rauskommen will.

SKIP:Wie wird man ein Hobbit im teuersten Film des Jahres?

Elijah Wood: Mein Agent sagte damals, ich sollte mich auf jeden Fall bewerben, die Rolle wäre eine enorme Chance. Ich habe also in Büchern nochmals nachgeschaut, wie Hobbits aussehen. Dann habe mir in einem Kostümverleih die passenden Klamotten ausgeliehen. Damit ausgerüstet ging ich in die Hollywood Hills und ein Freund hat ein Video gedreht - und mit diesem Band habe ich mich beworben.

SKIP: Was macht den Roman 'Der Herr der Ringe' derart populär?

Elijah Wood: Die Attraktivität liegt an den zeitlosen Themen wie Freundschaft, Gut gegen Böse sowie an der faszinierenden Gemeinschaft: Da ist diese Gruppe, die zusammen ein Abenteuer besteht, keiner lässt den anderen im Stich, jeder hilft jedem. Gerade für junge Leute kann das eine faszinierende Botschaft sein: Egal wie schwer ein Weg auch scheinen mag, gemeinsam lassen sich Probleme lösen. Mein Vater ist ein großer Fan des Romans, von ihm habe ich ihn damals auch bekommen.

SKIP: 274 Drehtage sind keine Kleinigkeit - wie war die Atmosphäre am Set?

Elijah Wood: Jede Gruppe verhielt sich auch in den Pausen genauso wie ihre Rollen: Die schwarzen Reiter redeten beim Essen immer nur vom Bösen. Die Elfen redeten ständig über Unsterblichkeiten. Und wir Hobbits tranken nur Bier. Wobei wir uns durchaus gut verstanden haben. Mit den anderen drei Hobbit-Darstellern bin ich während einer Pause sogar noch gemeinsam auf Urlaub nach Thailand und Australien gefahren.

SKIP: Was macht einen Hobbit zum Hobbit?

Elijah Wood: Hobbits haben eine sehr positive Haltung zum Leben. Selbst nach einer Tragödie, bei der sie sich fast wie Kinder verhalten, sind sie einige Stunden später doch wieder guter Laune. Sie haben Spaß im Leben: sie essen gern und trinken gern. Sie streiten kaum. Wenn ich mit jemandem ein Bier trinken gehen wollte, dann am liebsten mit einem Hobbit.

SKIP: Was wird der Film für deine Karriere bedeuten?

Elijah Wood: Mehr Arbeit. Und eine größere Freiheit bei der Auswahl meiner Rollen.

SKIP: Hast du keine Angst vor dem Krieg der Sterne-Effekt – dessen Held, Mark Hamill, hatte nach diesem Erfolg keine Chancen mehr in Hollywood?

Elijah Wood: Frodo ist außergewöhnlich, aber auf eine andere Art. Krieg der Sterne war reine Fantasy, für mich ist unser Film mehr Wirklichkeit. Klar, auch Der Herr der Ringe: Die Gefährten ist Fantasy, aber es gibt eine fast reale Basis – alles ist so, als wäre es tatsächlich passiert. Auch die Hobbits, so klein und andersartig sie sein mögen, sind keine Cartoon-Figuren. Sie sind real – ganz so wie reale Menschen.

Interview: November 2001

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