Captain Future

Interview mit Matt Damon zu Elysium

Im furiosen Sci-Fi-Kracher Elysium spielt Matt Damon einen unfreiwilligen Helden, der im Angesicht des Todes zu Höchstform aufläuft. Mit SKIP sprach er im schönen Cancun darüber, wie er beim Dreh in Mexico City wortwörtlich in der Scheiße steckte - und was ihn jederzeit wieder mit solchen Erfahrungen versöhnt.

SKIP: Vor ein paar Jahren haben Sie mir mal erzählt, dass Sie vor den Bourne-Filmen eigentlich schon gedacht haben, dass Ihre Karriere bald zu Ende wäre. Jetzt sind Sie erfolgreicher denn je …

Matt Damon: (grinst) Ich habe heute natürlich etwas weniger das Gefühl, dass morgen alles vorbei sein könnte. Aber zwischen meinem ersten Erfolg Good Will Hunting und dem ersten Bourne-Teil habe ich eine Serie von Flops hingelegt - und für mich war das eine Zeit, in der ich gelernt habe, meine Gefühle aus dem Geschäft möglichst rauszuhalten. Weil ich begriffen habe, dass die Leute, die Filme finanzieren, reine Business-Entscheidungen treffen und das nie etwas Persönliches ist. Denn wenn es anders wäre, wäre ja jedes Kind eines Studiobosses ein Filmstar (lacht). Aber so funktioniert das eben nicht. Es ist völlig irrelevant, ob sie dich mögen oder nicht, die reagieren nur auf die Entscheidungen des Publikums an der Kinokassa. Das zu erkennen, war ein wichtiger Moment für mich. Als dann Bourne so eingeschlagen hat, lief plötzlich alles rund. Und so ist es Gott sei Dank seither auch geblieben.

SKIP: Allerdings macht man es Ihnen auch nicht immer einfach - beim Dreh von Elysium z. B. steckten Sie im wahrsten Sinne des Wortes in der Scheiße.

Matt Damon: Ja, das stimmt. Wir haben ja einen Teil des Films auf der zweitgrößten Mülldeponie der Welt gedreht, in den Favelas bei Mexico City. Und der viele Staub dort, den man nach einem Drehtag natürlich überall picken hat, besteht, wie man uns erklärt hat, größtenteils aus Fäkalien.

SKIP: Wie konnte Neill Blomkamp Sie alle dazu bewegen, dort zu drehen?

Matt Damon: Nun, er hat uns erklärt: "Theoretisch könnten wir die Szenen auf der Erde auch mit Greenscreen machen. Aber ich habe noch nie einen Blockbuster vor so einem Setting gesehen, ich denke, das wäre es wirklich wert!" Und wir alle haben ihm zugestimmt. Es waren mit Sicherheit die toughsten zwei Drehwochen, die ich je erlebt habe - aber wir wussten ja alle, was auf uns zukommt, und keiner hat sich gedrückt.

SKIP: Sie haben schon öfter erwähnt, dass Sie während Dreharbeiten stets zu Ihrer Familie nach Hause fahren, wann immer es geht. Hat das auch diesmal geklappt?

Matt Damon: Bei diesem Film haben wir sehr viel über den Sommer gedreht, in Vancouver, da ist die Family mitgekommen. Aber als die Kids schließlich wieder in die Schule mussten, hatte ich immer noch vier Wochen Drehzeit dort und danach sechs Wochen in Mexiko. Also habe ich fünf Tage die Woche in Vancouver gearbeitet und bin dann jeden Freitag mit dem Nachtflug nach New York nach Hause geflogen und Sonntag abend mit dem Nachtflug wieder zurück. Um 3 Uhr morgens war ich dann im Hotel und musste zwei Stunden später schon am Set stehen. Aber immerhin, so konnte ich jedes Wochenende mit meinen Kids zuhause verbringen. Das ist mir sehr wichtig: Meine Frau und ich haben uns ausgemacht, dass wir nie länger als zwei Wochen voneinander oder von den Kindern getrennt sind.

SKIP: Was sagen eigentlich Ihre Kinder dazu, dass der Papa ein Filmstar ist?

Matt Damon: Ach, wissen Sie, heute mit den allgegenwärtigen Tablets und Smartphones ist das gar nichts mehr so Besonderes für Kinder. Sie sehen sich da ja ständig selber auf irgendeinem Bildschirm, da ist für sie gar nicht mehr so viel Unterschied zu dem, was ich mache. Außerdem sind Filmsets unendlich langweilig für Kids, nach 20 Minuten haben sie meistens genug davon.

SKIP: Sie sind seit 2005 mit Luciana Barroso verheiratet, haben vier Töchter - wie ist das als einziger Mann in einer so großen Familie?

Matt Damon: Es ist toll, aber immer noch ungewohnt. Ich muss mir halt ständig meinen kleinen Männerplatz suchen (lacht). Ich bin mit meinem Bruder aufgewachsen, und wir haben uns immer gegenseitig verprügelt - hier läuft das jetzt halt definitiv ganz anders.

SKIP: Kennen Sie sich auch schon mit Prinzessinnen aus?

Matt Damon: Natürlich, ich weiß alles über Prinzessinnen. Meine Zweijährige ist gerade Riesenfan von Die Schöne und das Biest. Ich bin dann das Biest, und sie ist natürlich Belle. Das Spiel endet immer damit, dass sie mir sagt, dass sie mich liebhat, weil dann werde ich zum Prinzen. Das ist echt süß.

Interview: Kurt Zechner / April 2013

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