Bart attack

Interview mit Sharlto Copley zu Elysium

Nicht nur Held Matt Damon soll zu Wort kommen, auch sein Film-Gegner Sharlto Copley, der nach seiner Heldenrolle in District 9 auf die dunkle Seite gewechselt ist. Mit unerwarteten Nebenwirkungen, wie der Südafrikaner im SKIP-Interview verraten hat.

SKIP: Sie haben sich für Ihre Rolle als Bösewicht in Elysium einen ganz besonderen Look zugelegt, vor allem der Bart verändert Sie sehr.

Sharlto Copley: Ja, der Bart war mir wichtig, so einen hatten nämlich die Mitglieder einer gefürchteten südafrikanischen Militäreinheit der 70er und 80er. Und es ist schräg, während ich ihn mir wachsen ließ, habe ich festgestellt, dass Bart anscheinend ab einer gewissen Länge nicht mehr gesellschaftlich akzeptiert ist. Hollywood-Stars z. B. würden da nie drübergehen. Wenn er zu lang wird, wird man echt zum Outcast. Ich bin während der Dreharbeiten gar nicht selten echt angepöbelt worden deshalb. Regelrechte Bart-Diskriminierung!

SKIP: Wie ist es, den Bösewicht zu spielen? Nimmt man nach Drehschlus da auch ein bisschen was davon nach Hause?

Sharlto Copley: Den Bart habe ich jedenfalls mal mitgenommen (lacht). Ein bisschen beeinflusst es einen sicher, man lässt bei sowas schließlich eine Seite von sich raus, die normalerweise verborgen bleibt. Das war für mich gar nicht so einfach: Ich bin ein recht fröhlicher Typ und musste meine ganze positive Energie sozusagen "umleiten". Mit der gewalttätigen Seite hingegen habe ich mir sogar leichter getan, ich komme ja aus einem Land, in dem Gewalt leider Alltag ist.

SKIP: Glauben Sie, dass es auf der Welt tatsächlich bald so aussehen könnte wie in Elysium?

Sharlto Copley: Ich glaube jedenfalls, dass die wachsende Überbevölkerung eins der größten Probleme der Menschheit darstellt. Es wären sicher viele Probleme leichter lösbar, wenn man das in den Griff bekäme. Aber wie soll man das anfangen? Chinas Versuch mit der Ein-Kind-Politik brachte ja auch nicht gerade den Mega-Effekt.

SKIP: Hat der Erfolg von District 9 Ihr Leben eigentlich sehr verändert?

Sharlto Copley: Es hat mein Leben … intensiviert. Erfolg scheint alles irgendwie zu verstärken. So fühle ich mich heute sowohl selbstbewusster als auch unsicherer als früher. Und dann gibt es die praktischen Veränderungen: Die letzten vier Jahre reise ich ständig irgendwo herum, davor war ich nur ein ganz normaler Typ mit einem netten normalen Leben und einem Arbeitsplatz sieben Minuten von meiner Wohnung entfernt (lacht). Aber dafür kann ich jetzt meinen ganz großen Traum ausleben. Ich war immer besessen von meinem Beruf, war zu jedem Opfer bereit, um Filme zu machen. Ich war daher auch total fasziniert von Matt Damon, wie der Beruf und Privatleben schaukelt. Er ist tatsächlich jedes Wochenende heimgeflogen, auch wenn das zahllose schlaflose Nächte für ihn bedeutet hat.

Interview: Kurt Zechner / April 2013

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