Nicht ohne meinen Präsidenten!

Interview mit Jamie FoxxChanning Tatum zu White House Down

Doppelter Einsatz. In Roland Emmerichs neuestem Action-Kracher White House Down kämpfen Channing Tatum (21 Jump Street, G.I. Joe) als Sicherheitsmann und Jamie Foxx (Django Unchained) als US-Präsident Seite an Seite. SKIP traf sie in Cancun zum Schmäh-Duell.

SKIP: Mr. Tatum, stimmt es, dass Sie es waren, der Roland Emmerich Jamie als Präsident eingeredet hat?

Channing Tatum: Wer würde Jamie nicht als Präsident haben wollen? Ich würde ihn auf jeden Fall wählen! (lacht)

SKIP: Und wie haben Sie sich auf diese edle Rolle vorbereitet, Mr. Foxx? Kennen Sie den echten Präsidenten?

Jamie Foxx: Ich habe ihn tatsächlich mal getroffen, ja. Er ist ein cooler Typ. Ich habe so einen Empfang im Weißen Haus gehostet. Das war ganz streng, ich musste denen vorher eine Liste schicken mit allen Witzen, die ich machen würde. Ich hab dann aber trotzdem ganz andere gerissen und mich königlich über die verwirrten Gesichter der Organisatoren amüsiert (lacht).

SKIP: Im Film gibts jede Menge Schmäh zwischen Ihnen beiden, neben der vielen Action mutet White House Down fast an wie ein Buddy-Movie mit dem US-Präsidenten …

Channing Tatum: Ja, wir wollten da ja nicht nur Geballer und Gefighte, es sollte auch wirklich lässig werden - und das wurde es dann auch, weil wir so viel Spaß hatten. Wir haben viele Szenen in zwei Versionen gedreht, eine spaßige und dann eine todernste Variante, in der "der Deutsche" dann sein Naturell zum Vorschein gebracht hat (grinst).

SKIP: War Roland Emmerich für Sie denn wirklich so typisch deutsch?

Channing Tatum: Total. Jeden Morgen, wenn wir uns getroffen haben, hat er gesagt: "Halloooo!" (lacht). Ich mag jedenfalls Rolands Blickwinkel. Man spürt einfach, dass er sehr genau weiß, wie die Welt Amerika sieht.

SKIP: Sie beide verstehen sich ganz offensichtlich blendend - waren Sie schon vor den Dreharbeiten befreundet?

Channing Tatum: Ja, aber noch gar nicht so lange. Kennengelernt haben wir uns übrigens genau hier in Cancun voriges Jahr, als Jamie Django Unchained präsentiert hat und ich 21 Jump Street. Bei einer dieser Parties war Jamie der DJ, und meine Frau und ich haben getanzt, bis wir ausgesehen haben, als kämen wir direkt aus dem Pool. Jedenfalls hat er gerockt. Wenn ich jemals irgendwas werden könnte wie Jamie Foxx, wäre ich ein glücklicher Mensch.

Jamie Foxx: Quatsch, dieser Kerl hat doch eh alles! Was mir an ihm wirklich imponiert, ist, dass er nicht daherkommt wie der typische aufgeblasene Jungstar-Gockel, sondern das alles überhaupt nicht ernst zu nehmen scheint. Dabei ist er wirklich superhot momentan. Ich weiß das, weil meine ältere Tochter Corinne, sie ist 19, einen untrüglichen Riecher hat für alles, was gerade ganz groß im Kommen ist. Und vor ein oder zwei Jahren - noch vor Magic Mike - tauchte irgendwo mal die Frage auf, was es mit diesem Channing Tatum auf sich hat. Ich schrieb ihr ein SMS, und 2 Sekunden später kam die Antwort: "OMG!!! Definitiv das nächste große Ding!" Und naja, innerhalb eines Jahres ist ihre Prognose auf allen Linien aufgegangen. Meine Tochter trifft solche Urteile nicht als simpler Fan. Sie studiert PR im College, und sie meinte zu mir: "Dad, du musst verstehen: Es gibt da etwas bei ihm, ich weiß nicht, wie man es nennen soll - aber er hat es einfach."

SKIP: Channing, Sie wurden zum sexiest man alive gewählt - was hatten Sie bisher davon?

Jamie Foxx: (feixt) Genau, der sexieste Mann alive, haha!

Channing Tatum: Jeder verascht mich deshalb. Schon wieder (lacht). Meine Freunde habens diesbezüglich ja sowieso nicht gerade schwer: Ich meine, ich wurde mit Tanzfilmen (Step Up, Anm. d. Red.) so richtig bekannt! Sie können sich gar nicht vorstellen, wie kreativ gemein Leute plötzlich sein können, die sonst keine Kreativjobs haben, wenns ums Verarschen geht.

SKIP: Was war die erste Reaktion Ihrer Frau, als sie von dem Titel gehört hat?

Channing Tatum: Sie hat es schlicht nicht geglaubt. Als sie es schließlich selbst wo gelesen hat, hat sie einen Lachanfall bekommen.

SKIP: Und trotzdem werden Sie bald Vater (Tochter Everly kam am 31. 5. 2013 zur Welt, Anm.). Jamie, haben Sie Channing schon mit Tipps zur Vaterschaft versorgt?

Jamie Foxx: Das kriegt der schon hin. Es wird so wie bei allen sein, am Anfang wird er sein Leben in zwei Teile teilen - eins für sich, eins fürs Kind -, und wenn er älter wird, gehts nur mehr ums Kind.

Channing Tatum: (lacht) Ich finds einfach nett, eine wirkliche Erfrischung, mal komplett aus sich selbst zu treten und zu begreifen, was wirklich wichtig ist. Und das ist mal endlich nicht man selbst.

SKIP: Und das gerade jetzt, wo Ihre Karriere so richtig abhebt?

Channing Tatum: Tja, Dinge passieren eben in ihrer eigenen Reihenfolge. Klar hab ich momentan eine Menge zu tun, ich spiele tolle Rollen und arbeite mit den talentiertesten Leuten der Branche. Und trotzdem wird das durch das Kinderkriegen alles recht angenehm ein wenig zur Seite geschoben, und das macht dich dann zu einem ganz normalen Menschen, wie alle anderen auch.

Interview: Kurt Zechner / April 2013

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