¿Hablas español, Tomás?

Interview mit Tom Cruise zu Vanilla Sky

SKIP Hollywood-Korrespondentin Elisabeth Sereda bat den charmanten Schwerenöter zum Exklusiv-Interview, um mit ihm über seinen neuen Film, seine neue Liebe, sein neues Leben und seine neuen Sprachkenntnisse zu plaudern.

SKIP: In deinem neuen Film Vanilla Sky spielst du einen überforderten Yuppie, der sich in den Charme von Penélope Cruz verliebt, in Wirklichkeit bist du ein gestresster Filmstar, der für Penélope Cruz seine Ehe sausen ließ. Angeblich soll es gerade während dieser Dreharbeiten zu ersten Kontakten gekommen sein, seither sind die Fans mehr an deinem Privatleben als an deiner Arbeit interessiert. Befürchtest du, dass das dem Film schaden könnte?

Tom Cruise: Erstens hatten wir während der Dreharbeiten kein Verhältnis, und zweitens kann ich nicht kontrollieren, welche Latrinengerüchte die Leute über mein Privatleben verbreiten. Ich habe das Glück, die Filme machen zu können, die ich machen will, aber mein Privatleben ist mein Privatleben, und wie ich mein Privatleben lebe, geht nur mich was an. Die Leute wollen Geld verdienen und Zeitungen verkaufen, und dafür erfinden sie eben Geschichten. Ich werde nicht mein Privatleben ändern oder die Gefühle, die ich für jemanden habe, nur um dieses Verlangen zu befriedigen. Ich lebe mein Leben so gut ich kann, das ist der eine Punkt. Vanilla Sky ist ein Film, das ist der andere Punkt. Der Film muss für sich selbst sprechen - mit meinem Privatleben hat er nichts zu tun.

SKIP: In Vanilla Sky stellt sich deine Filmfigur die Frage, was Glück ist. Was bedeutet Glück für Tom Cruise?

Tom Cruise: Glück ist, ein echtes Leben zu leben. Die einzige Art, wie man wahres Glück finden kann ist, ein ehrliches Leben zu führen, kein falsches. Das klingt einfach, aber es ist sehr schwer. Ich glaube fest daran, dass es Leute gibt, die sogar in ihren Träumen ein falsches Leben führen. So vermeiden sie jede Konfrontation mit der Wirklichkeit. Sie wollen einen Schein kreieren, um der Wahrheit zu entkommen.

SKIP: Stellst du dich der Konfrontation mit der Wahrheit?

Tom Cruise: Ich versuche mein Bestes. Ich bin nämlich Optimist.

SKIP: Okay, eine Frage nach der Wahrheit: Welche Rolle spielt Scientology in deinem Leben?

Tom Cruise: Ich bin seit 14 Jahren Scientologe. Scientology ... das Wort bedeutet "zu wissen, wie man weiss". Es ist eine angewandte religiöse Philosophie, eine funktionelle Philosophie, die es einem ermöglicht, ein besseres Leben zu leben und mit seinen Problemen fertig zu werden. Scientology gibt einem die Werkzeuge dafür. Es hat die besten Drogenentzugsprogramme der Welt, die besten Werkzeuge für Bildung und Business. Ich meine es gibt alle Arten von Scientologen, es gibt baptistische Scientologen und jüdische Scientologen, viele verschiedene Religionen...

SKIP: Wie sehr stimmt das Thema von Vanilla Sky mit deinem persönlichen Glauben und Scientology überein?

Tom Cruise: Der Film ist ein Film. Was ich an dem Film und an den Charakteren liebe, ist dass der Typ am Ende doch die Verantwortung für sein Leben übernimmt. Und dass er ein richtiges Leben einem Traum vorzieht. Und das bringt uns an den Punkt wo wir verstehen, was Scientology ist. Aber Vanilla Sky ist Cameron Crowes Film, es ist Cameron Crowes Drehbuch, wir sind Cameron Crowes Charaktere - und soviel ich weiß ist Cameron Crowe kein Scientologe.

SKIP: Mit Vanilla Sky adaptierte Cameron Crowe einen bekannten spanischen Film - Abre Los Ojos von Alejandro Amenabar- und drehte ihn Szene für Szene nach. Somit sind das doch nicht Cameron Crowes Charaktere, oder?

Tom Cruise: Vanilla Sky ist eine Hommage an Abre Los Ojos. Aber Cameron Crowe schrieb das Drehbuch und führte Regie. Es sind seine Vision, seine Vorstellungen. Wir haben viel diskutiert, alle möglichen Konzepte durchgekaut, dadurch ist es ein sehr persönlicher Film für mich geworden, und es ist auch ein sehr persönlicher Film für Cameron. Als ich Abre Los Ojos zum erstenmal sah, rannte ich noch während des Nachspanns zum Telefon und sagte zu meiner Produktionspartnerin Paula Wagner: "Kauf diesen Film!" Und Paula und ich kauften die Rechte mit unserem eigenen Geld.

SKIP: Über die Hälfte des Films leidest du an den Folgen eines fürchterlichen Autounfalls, dein Gesicht ist total verunstaltet. Wolltest du damit beweisen, das du auch ohne dein berühmtes Lächeln einen erfolgreichen Film machen kannst?

Tom Cruise: Nein, das war sicher nicht der Grund warum ich die Rolle angenommen habe. Und die Gesichtsprothese war nicht angenehm, kann ich nur sagen. Ich besitze ein sehr gutes Sehvermögen, und wenn irgendetwas mein Auge blockiert, ist das sehr verwirrend. Mir war manchmal richtig übel.

SKIP: Im Film sagst du, wenn es ein Leben nach dem Tod gibt, möchtest du als das Muttermal von Penélope Cruz wiedergeboren werden. Wie ist das im wirklichen Leben?

Tom Cruise: Na, ein Muttermal am Körper von Penélope Cruz zu sein, das sind doch keine schlechten Zukunftsaussichten. Ich habe eine Beziehung mit jemanden, den ich für äußerst nett halte. Sie ist meine Freundin und ich respektiere sie.

SKIP: Sprichst du schon spanisch?

Tom Cruise: Ein wenig, ein wenig! Sí!

SKIP: Was hältst du von Penélope Cruz als Schauspielerin?

Tom Cruise: Sie ist eine sehr talentierte Schauspielerin. Wenn du mit anderen Schauspielern arbeitest und dir nachher ihre Arbeit ansiehst, dann erkennst du klar ihr komödiantisches Talent. Sie hat das perfekte Timing. Und sie ist sehr natürlich. Ich wusste, dass sie in der Rolle exzellent sein würde. Besonders, weil sie ja dieselbe Rolle auch im Original Abre Los Ojos spielte.

SKIP: Du hast in diesem Jahr auch Alejandro Amenabars Gruselthriller The Others produziert, für den deine Exfrau Nicole Kidman - wie in Hollywood gemunkelt wird - vermutlich den Oscar bekommen wird. Warum wolltest du The Others machen?

Tom Cruise: Ich wusste, dass The Others eine fantastische Geschichte war. Und eine grossartige Rolle für Nicole Kidman. Amenabar ist extrem talentiert. Und für Nic war das eine Tour de Force, eine sehr schwierige Rolle. Sie musste damit total ins Schwarze treffen, denn der gesamte Film hängt von ihr ab.

SKIP: Wie sind deine Gefühle Nicole gegenüber heute?

Tom Cruise: Ich gehöre nicht zu den Menschen, die in der Vergangenheit leben. Was zwischen Nicole Kidman und mir geschah, ist privat und geht nur Nicole Kidman und mich was an, ganz gleich was andere Leute, Freunde oder wer immer sagen. Jeder, der eine Scheidung hinter sich hat, weiß dass das alles nur zwischen zwei Menschen abläuft. Rückblickend habe ich mit Nicole sehr schöne Zeiten verbracht. Ich liebe sie und werde sie immer lieben. Wir haben schließlich eine Familie miteinander.

SKIP: Hast du vor, mit Penélope Cruz eine neue Familie zu gründen? Und stimmt es, dass du sie noch vor Ende des Jahres heiraten wirst?

Tom Cruise: Nein, das stimmt nicht, das stimmt nicht, das stimmt ganz bestimmt nicht. So, und ich hoffe, das schreibst du jetzt auch so. Es gibt keinerlei Hochzeitspläne und ich möchte auch keine weiteren Kinder haben. Andrerseits, wer weiß, vielleicht heirate ich doch wieder ... aber sicher nicht so schnell.

SKIP: Typisch Mann, du lässt dir alle Möglichkeiten offen. Apropos, ich habe gehört, dass dich Penélope Cruz zur Vanilla Sky-Premiere in Australien begleiten wird, der Heimat deiner Exfrau. Die Australier mögen dich nicht mehr seit du Nicole verlassen hast. Dein Ruf dort ist ziemlich beschädigt. Hast du nicht Angst, dich den Wölfen auszuliefern?

Tom Cruise: Ich liebe Australien. Ich liebe Sydney. Deshalb wurde doch auch Mission: Impossible 2 dort gedreht. Meine Kinder sind halbe Australier. Ich fühle keine Feindschaft von Australiern. Meine Gefühle dem Land gegenüber haben sich nicht geändert. Und wenn mir jemand feindlich gesinnt ist, dann soll er doch zur Hölle fahren! Das Leben geht weiter!

SKIP: In diesem Sinne: Bist du seit dem 11.September schon geflogen?

Tom Cruise: Ja, aber nicht mit öffentlichen Airlines. Ich bevorzuge meinen Privatjet.

Interview: Dezember 2001

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