Start-Ziel-Sieg

Interview mit Daniel Brühl zu Rush – Alles für den Sieg

Als Deutscher in den Rennanzug eines österreichischen Nationalheiligtums zu schlüpfen, ist gewagt. Daniel Brühl hat sich nicht gefürchtet und überzeugt in Rush - Alles für den Sieg als Niki Lauda sogar Niki Lauda. SKIP traf ihn zum Interview.

SKIP: Wie war es, dich in die Psychologie eines Formel-1-Rennfahrers reinzuversetzen?

Daniel Brühl: Ich bin da sehr typisch deutsch, muss ich sagen. Ich liebe Autos, und ich liebe es, schnell zu fahren, ich bin ein echter Autonerd.

SKIP: Sammelst du Autos?

Daniel Brühl: Nein, ich hab nur eins. Einen Audi, und der ist schnell genug (lacht). Formel 1 ist da ja nochmal ganz was anderes. Was die Piloten mit ihren Autos machen, ist ja total verrückt. Es ist irre, total faszinierend, welche Kontrolle sie über ihre
Maschinen haben.

SKIP: Man kann also gefahrlos annehmen, dass dir die Dreharbeiten Freude gemacht haben?

Daniel Brühl: Oh ja, na klar (lacht). Schon die Vorbereitung war großartig. Ein großer Teil bestand natürlich darin, in einem Rennauto zu sitzen. Gleich am Anfang durfte ich am Nürburg-Ring mit alten Rennautos rumfahren und einige legendäre Rennfahrer treffen. Ich hatte mir auch mehrere Monate vor Drehbeginn komplett freigehalten, ich wollte nichts anderes tun, als mich auf diese Rolle vorzubereiten. Es ist ja doch so ziemlich die anspruchsvollste Rolle und das größte Projekt, das ich jemals gemacht habe!

SKIP: Niki Lauda ist eine österreichische Legende. Hast du keine Angst, dass du als Deutscher da mit Vorurteilen kämpfen musst?

Daniel Brühl: Na wenigstens bin ich kein Amerikaner (lacht), das wäre noch viel schlimmer gewesen! Ehrlich gesagt mach ich mir da gar keine großen Gedanken. Außerdem lebe ich in Berlin, weit weg von Österreich - zur Not komm ich einfach nicht mehr nach Wien (grinst).

SKIP: Du hast in den letzten Jahren sehr unterschiedliche Rollen gespielt – was ist für dich zentral bei der Rollenauswahl?

Daniel Brühl: Das wichtigste ist immer das Drehbuch, und dann natürlich die Rolle, die man spielen soll. Man muss dran glauben, dass man selber diesen Job gut machen kann. Dann muss einen auch noch der Regisseur interessieren - und ab da ist es mir total egal, ob das ein großer oder ein kleiner Film wird. Natürlich ist es immer das Schwierigste im Leben eines Schauspielers, die richtigen Entscheidungen zu treffen. So ist das einzige, was ich tun kann, auf meine Intuition zu vertrauen. Bis jetzt habe ich einige Filme gemacht, auf die ich wirklich stolz bin, und ein paar, mit denen ich nicht sehr glücklich bin (lacht). Ich sage immer, wenn ich am Ende meiner Karriere so ein Box-Set mit 10 bis 15 meiner Filme habe, die ich meinen Kindern gerne zeige, weil sie relevant sind und gut und zeitlos, dann bin ich glücklich.

SKIP: Du bist einer der wenigen bekannten deutschen Schauspieler, der sich immer der „Neuen deutschen Komödie“ um Til Schweiger oder Matthias Schweighöfer verweigert hat.

Daniel Brühl: Ja, stimmt, das hat mich nie interessiert. Ich finde es ja eigenartig, dass wir Deutschen immer glauben, wir müssen komisch sein. Dabei sind die Österreicher viel lustiger als wir. Und die Briten. Eigentlich fast alle (lacht).

Interview: Gini Brenner / Juli 2013

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