Es ist angerichtet

Interview mit Cody CameronKris Pearn zu Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen 2

Nach Chris Miller und Phil Lord haben nun Kris Pearn und Cameron Cody das Küchenkommando übernommen. SKIP traf die Regisseure zum Lunch in Mexiko - und tauschte mit den beiden ein paar Essenstipps aus.

SKIP: Ihr beide habt in Teil zwei die Regie von Chris Miller und Phil Lord übernommen. Ist so eine Fortsetzung eine besondere Herausforderung?

Kris Pearn: Am schwierigsten war bestimmt, dass man bei sowas eine Gruppe bestehender, bereits beliebter Figuren mitnehmen muss. Aber wir haben beide jahrelang am ersten Film mitgearbeitet, und es gab auch einiges an übrigem Material, das da keinen Platz mehr hatte. Und mit diesen Ideen haben wir zu arbeiten begonnen.

Cody Cameron: Ja, es gab sozusagen noch Essensreste …

Kris Pearn: Das wichtigste war aber, den originalen Look des ersten Films beizubehalten und ihn auf eine neue Ebene zu heben. Die neuen Figuren haben die selben Muppet-artigen Augen, die Flint und seine Freunde schon im ersten Teil haben.

Cody Cameron: Und unter dem ganzen Dschungel, der sich auf der Insel Swallow Falls entwickelt hat, musste die ursprüngliche Stadt ja noch erkennbar sein. Und all die Naschtiere mussten auch zu den bisherigen Figuren passen.

SKIP: Hat die Arbeit am Film eure Beziehung zu Essen verändert? Ich meine, da kommt zum Beispiel eine putzige Erdbeere namens Barry vor - kann man da in der Mittagspause noch unschuldig Obstsalat essen?

Cody Cameron: Ich gebe zu, ich habe während der Arbeit am Film ungefähr zehn Kilo zugelegt. Schau, das Hemd lässt sich nicht mehr zuknöpfen! Wir mussten natürlich ziemlich viel recherchieren für die Cheesespinne zum Beispiel: Wie sieht so ein Cheeseburger real aus? Wieder und wieder mussten wir da Vergleiche anstellen, rein beruflich, versteht sich. Bei den Karotten brauchte es signifikant weniger Forschungsarbeit (lacht).

Kris Pearn: Es war natürlich unmöglich, die neuen Filmausschnitte um die Mittagszeit zu sichten, das hat einfach zu großen Appetit gemacht. Und mit dem, was beim Lunch nicht gegessen wurde, haben danach alle zu spielen begonnen.

SKIP: Woher kommt eigentlich die ursprüngliche Idee, animierte Figuren aus Essen zu gestalten? Das klingt irgendwie, als wäre da ein übermütiges Kind dran schuld.

Kris Pearn: Die Idee kommt vom ersten Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen. Am Ende des ersten Teils gibt es ja diese gefährlichen Gummibären …

Cody Cameron: Und die bösartigen Pizzaschnitten!

Kris Pearn: Die Überlegung war, die Essensmetapher aus dem ersten Film weiterzuentwickeln: Wir haben mit normalem Essen begonnen, dann wird es riesig, schließlich kriegt es Gefühle und dann wird es gefährlich. Der erste Film ist so etwas wie ein Katastrophenfilm. Hier haben wir die Variante eines klassischen Monsterfilms versucht, eine Mischung aus Monsterstory und einer Geschichte von noblen Wilden. Wir haben also nicht nur mit Essen herumgespielt, sondern auch mit den Filmgenres (lacht).

Interview: Kurt Zechner / April 2013

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