The Next Generation

Interview mit Gia Coppola zu Palo Alto

Opa Francis Ford, Onkel Roman und Tante Sofia drückten alle die Daumen, als das jüngste Küken der Coppola-Familie am Lido die Premiere seines Debütfilms feierte: We proudly present Gia Coppola, die garantiert nicht ihren letzten Auftritt auf dem Roten Teppich hatte.

SKIP: James Franco spielt in Palo Alto nicht nur eine wichtige Rolle, er hat auch die Buchvorlage geschrieben und den Film produziert. Wie habt ihr euch kennengelernt?

Gia Coppola: Wir haben uns zufällig getroffen, ich hab ihn einmal beim Einkaufen gesehen und abends beim Fortgehen, wir sind uns einfach immer wieder über den Weg gelaufen. Wir haben uns angefreundet, ich hab ihm meine Fotoarbeiten gezeigt, und er hat mir sein Buch geschickt. Ich hab es gelesen und sofort geliebt. Er hatte zu dem Zeitpunkt bereits daran gedacht, daraus einen Film zu machen, und er hat gemeint, dass ich das doch tun könnte.

SKIP: War es deine Idee, ihn als den Fußballcoach zu besetzen, der auf ganz junge Mädchen steht?

Gia Coppola: Ja, ich wollte, dass er diese Rolle spielt, aber ich hatte Angst, ihn zu fragen, weil ich mir gedacht habe, es wäre ihm vielleicht nicht recht, zugleich Autor und Schauspieler zu sein. Aber dann hab ich mich doch getraut, und er hat zum Glück ja gesagt. Mit ihm am Set hab ich sehr viel gelernt.

SKIP: Du bist aus einer Familie legendärer Filmemacher. Hast du viel von deiner Verwandtschaft mitbekommen?

Gia Coppola: Klar, mir ist das Filmemachen sehr vertraut und angenehm, weil ich schon als Kind Zeit auf Filmsets verbracht habe. Ich habe bei Sofias Somewhere in der Kostümabteilung mitgearbeitet, und ich hab bei Opas Film Twixt hinter den Kulissen mitgeholfen, damit ich sehen konnte, wie er mit Schauspielern umgeht. Von hier kommt meine gesamte filmische Ausbildung.

SKIP: Hast du dich während der Arbeit an Palo Alto auch an deinen Opa um Hilfe gewandt?

Gia Coppola: Gerade während des Drehs war es mir sehr wichtig, das Gefühl zu bewahren, dass ich das alleine bewältigen kann. Ich wollte nicht von irgendwelchen Ratschlägen verwirrt werden, ich wollte, dass es für mich selbst richtig ist und stimmt. Aber davor hat mein Großvater mir einen wichtigen Tipp gegeben: "Schau, dass deine Crew ein gutes, reichhaltiges Mittagessen bekommt. Denn eine Armee marschiert nicht mit leerem Magen." (lacht)

SKIP: Falls die Filmarbeit nicht zu deiner Zufriedenheit funktioniert - gibt es einen Plan B?

Gia Coppola: Nein. Das hier vereint alles, was ich liebe, in einem Beruf. Ich bin so froh über diese Gelegenheit. Und wenn es im Großen nicht funktioniert, dann werde ich künftig eben Filme auf meinem iPhone drehen. Ich muss einfach filmen, und ich werde einen Weg finden.

Interview: Magdalena Miedl / September 2013

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