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Interview mit Markus Zusak zu Die Bücherdiebin

Der Australier Markus Zusak ist Sohn einer Deutschen und eines Österreichers - und schrieb mit Die Bücherdiebin völlig unerwartet einen Bestseller.

SKIP: Haben Ihre Eltern Ihnen erzählt, wie sie als Kinder den Krieg erlebt haben?

Markus Zusak: Ja, ich bin aufgewachsen mit ihren Geschichten von zerbombten Städten, und wie es war, in den Bunkern zu sitzen. Ich hatte also schon sehr klare Bilder von der Zeit, als ich an diesem Buch zu schreiben begann.

SKIP: Die Bücherdiebin ist aus der Perspektive des Todes erzählt. Das wirkt aber nicht gruselig, sondern tröstlich ...

Markus Zusak: Ja, das hoffe ich zumindest. Ich war ja eigentlich sicher, dass das hier mein bei weitem erfolglosestes Buch sein würde: "Es spielt in Nazideutschland, erzählt vom Tod höchstpersönlich, fast alle im Buch sterben, und oh, es hat 580 Seiten - hey, du wirst es lieben!"  Wer sollte einer solchen Empfehlung folgen? (lacht) Ich bin immer noch überrascht, was für ein Eigenleben dieses Buch entwickelt hat.

SKIP: Sie haben die Arbeit am Drehbuch völlig einem Fremden überlassen. Ist das nicht fast so, als würde man sein eigenes Kind hergeben?

Markus Zusak: Nein, eher, als würde ich einen grantigen Teenager aus dem Haus schicken (lacht). Ich hatte schon so sehr mit dem Buch gekämpft und gestritten und versucht, es in Form zu biegen, dass das ein Moment der Erleichterung war.

Interview: Magdalena Miedl / Februar 2014

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