Bergbreakerbua

Interview mit Vinzenz Wagner zu Rise Up! And Dance

Er tanzt, seit er 10 ist, tourte jahrelang mit einer Dance Company durch die Welt, und hat jetzt mit 24 in Rise Up! And Dance seine erste Filmhauptrolle: Der Salzburger Vinzenz Wagner schafft bisher alles, was er sich vornimmt - solang nur der Handyempfang gut ist.

SKIP: Spätestens seit deiner Finalteilnahme beim RTL Supertalent bist du auch außerhalb der Breakdanceszene ein Begriff. Wie bist du zum Film gekommen?

Vinzenz Wagner: Ich hab von einem Freund erfahren, dass da in Österreich für einen Film Tänzer gesucht werden und hab einfach ein E-Mail mit meinen Daten an die Produktionsfirma geschickt. Nach Wochen wurde ich angerufen, die wollten ein E-Casting von mir, und das hab ich dann ganz patschert und hektisch gemacht. Dass es da um die Hauptrolle ging, hab ich erst im Nachhinein gecheckt (lacht).

SKIP: Rise Up! And Dance ist alles andere als ein staubiger Heimatfilm, aber das doch vor Bergkulisse ...

Vinzenz Wagner: Ich finde, die Verbindung von Popkultur und der Landschaft darf in Österreich gerne eine größere Rolle spielen: das Moderne, Hippe und das Ländliche - es gibt viele Künstler bei uns, die das verbinden.

SKIP: Bist du daheim in den Bergen?

Vinzenz Wagner: Ich bin aufgewachsen in der Stadt Salzburg, aber da bist du am Wochenende immer am Berg oder am See und hast im Freundeskreis automatisch viele Bauern. Ich hab als Kind immer wieder im Stall mitgeholfen und fand das total interessant, das war also keine unbekannte Welt für mich. Die direkte Arbeit mit den Tieren im Film war aber eine Herausforderung. Ich hab zwei Wochen vor Drehbeginn ein richtiges Bauern-Bootcamp durchgemacht, damit das alles echt ausschaut (lacht).

SKIP: Kannst du dir vorstellen, so abgeschieden zu leben?

Vinzenz Wagner: Schwer eigentlich. Wenn du so aufwächst, kennst du es ja nicht anders, aber ich fand das schon hart. Allein schon, weil der Handy-Empfang so schlecht ist! Ich hab gleich auf W-Lan bestanden in meinem Quartier (grinst). Aber man muss sich darauf eben richtig einlassen. Die Drehtage waren total aufreibend, bis zu 15 Stunden lang, und danach musste ich noch Text lernen. Aber durch die Natur bekommst du viel Energie zurück, in der Stadt wäre das noch viel anstrengender. Dort ruft am Abend keiner mehr an und sagt, "Gemma noch fort" - da hat eh nix mehr offen. Für den Film war die Abgeschiedenheit perfekt, aber ich könnt mir so ein Leben nicht vorstellen.

SKIP: Markus, den du im Film spielst, nutzt sein Tanztalent, um ein umweltpolitisches Anliegen zu unterstützen. Könntest du dir auch vorstellen, das für einen höheren Zweck zu tun?

Vinzenz Wagner: Klar, mir sind Sozialprojekte sehr wichtig. Ich habe deswegen auch die Ausbildung zum Kindergartenpädagogen gemacht. Und ich habe Zivildienst geleistet, da war ich in Salzburg als Haushaltshilfe beschäftigt. Da putzt du für Leute und gehst für sie einkaufen. Du hilfst älteren Menschen, Kranken, Alkoholikern, psychisch Beeinträchtigten. Manches war schwer zu verdauen, aber ich bin froh, dass ich das gemacht habe. Das bringt dich auf den Boden, da wirst du wieder dankbar für das, was du hast. Das hat mir, glaub ich, gutgetan.

Interview: Magdalena Miedl / Januar 2014

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