Bitte Moore davon!

Interview mit Julianne Moore zu Maps to the Stars

Ein Skandal eigentlich, dass diese Frau immer noch keinen Oscar hat. Aber immerhin einen Cannes-Schauspielpreis für Maps to the Stars.

SKIP: Bei seinem letzten Film, Cosmopolitan, ließ David Cronenberg viel Improvisation zu. Hier auch?

Julianne Moore: David schätzt Schauspieler und heißt alles willkommen, was man vorschlägt. Wir hatten aber ein sehr präzises Drehbuch von Bruce Wagner, die Dialoge waren ein reines Vergnügen.

SKIP: Viele von Davids Filmen kippen bei aller Dramatik ins Komödienhafte oder Groteske, dieser ganz besonders. Wars schwer, da nicht zu übertreiben?

Julianne Moore: Oh, ich hab doch übertrieben, meinen Sie nicht? (lacht) Ich finde im Grunde alles witzig: Jede Tragödie hat komische Elemente, unsere Sehnsüchte, unsere Verzweiflung. Und diese Havana Segrand, die ich da spiele, giert so verzweifelt nach Anerkennung, das ist zugleich komisch und traurig. Sie liegt mit allem, was sie tut, völlig daneben. Davon handelt der ganze Film: Davon, seine Außenwirkung zu beobachten, statt sich mit seinem Inneren zu befassen. Das ist total pubertär - und sowas ist immer witzig.

SKIP: Der Film vermittelt viel Abscheu gegenüber Hollywood. Ist Ihnen das Business manchmal zuwider?

Julianne Moore: Hey, ich liebe das Filmbusiness, ich bin nicht hier um es zu verunglimpfen! (lacht) Wir schätzen Film, Literatur und alle Erzählungen so sehr, weil sie uns auch davon erzählen, wer und was wir sind.

Interview: Magdalena Miedl / Mai 2014

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