Faustschlagqualität

Interview mit Arnold SchwarzeneggerSylvester Stallone zu The Expendables 3

Mit dem Panzer rollte die wohl hochkarätigste Action-Truppe, die die Welt je gesehen hat, heuer beim Filmfestival von Cannes an und lieferte jede Menge markige Sprüche - wobei sich vor allem die alten Konkurrenten Sylvester Stallone und Arnold Schwarzenegger als Partners in Schmäh präsentierten.

SKIP: Was macht für Sie eigentlich den perfekten Action-Helden aus?

Sylvester Stallone: Nun ... er muss unglaublich klug sein, fesch, sexy, mit perfektem Gebiss, hohem IQ, üppigem Haar … (lacht) Nein, im Ernst: Einen wirklich guten Action-Darsteller zu finden, ist eins der schwierigsten Dinge überhaupt. Denn, was genau ist es, warum die Leute einen Helden lieben? Es sind nicht unbedingt die Muskeln – viele Action-Stars sind nicht besonders muskulös, sie sehen nicht mal besonders gut aus. Es ist irgendetwas nicht Greifbares, und unglaublich selten. Echte wirklich große Action-Heroes gibts in der Geschichte vielleicht 15.

SKIP: Vor 20 Jahren waren Arnold und Sie Konkurrenten, nun arbeiten Sie zusammen, wie fühlt sich das an?

Sylvester Stallone: Arnold hatte immer die dickeren Arme und das dickere Flugzeug als ich, das verzeihe ich ihm nie, aber er ist ein guter Mann. Er ist sehr clever, sehr ehrgeizig und sehr loyal. Wir sind einander im Prinzip sehr ähnlich, und es war ein großartiger Zufall, dass es mit unseren Karrieren ziemlich zeitgleich losgegangen ist. So haben wir uns wechselseitig immer angespornt, und das ließ uns noch viel härter arbeiten.

Arnold Schwarzenegger (mit getragener Stimme): Sly war immer eine meiner größten Inspirationsquellen …

Sylvester Stallone: … Das musste ja jetzt kommen.

Arnold Schwarzenegger: (lacht) Er hat mich die Karriereleiter hochgejagt damals. Es war ein einziger Wettbewerb: Wer hat mehr Erfolg, wer hat mehr Muskeln, wer hat die größeren Kanonen, wer killt die meisten Leute pro Film auf die effizienteste Art und Weise … "42!" - "Ha, in meinem letzten Film sind es 87!!" Wir waren Gegner, aber es gab keinen Moment, wo ich ihn nicht respektiert und bewundert habe. Er ist so talentiert. Er ist ja nicht nur Schauspieler, er führt auch Regie, schreibt, malt, macht Musik, man kann mit ihm über so viele verschiedene Sachen reden ... und es ist ihm total peinlich, wenn man ihn so lobt (lacht).

Sylvester Stallone: Grummel.

SKIP: Vergleichen Sie manchmal die Action-Filme der 80er und 90er mit den heutigen?

Sylvester Stallone: Die von heute sind sensationell und unglaublich toll, sehr begabte Regisseure und Schauspieler geben dem Pubikum genau, was es will. Aber wir hier halten die Ehre der älteren Generation hoch, wir machen es so, wie wir es gelernt haben.

Arnold Schwarzenegger: Ich war immer großer Fan von Action-Filmen. Dieses Genre ist eins der besten, um ein Publikum zu unterhalten. Und eines stimmt quer durch alle Zeiten: Für einen erfolgreichen Actionfilm braucht man nicht nur großartige Stunts, sondern auch eine gute Story. Und ich glaube, das ist es, was die Expendables-Reihe so toll macht, ich bin sehr glücklich, dass ich schon zum dritten mal mitmachen darf. Und ich werde noch glücklicher sein, wenn ich auch noch bei den nächsen dreien dabei bin (lacht). Mann, ich hab jetzt schon so viele Actionfilme gemacht … großartige waren dabei, aber durchaus auch welche, die eher fürs Klo waren.

Sylvester Stallone: Du hast Filme fürs Klo gemacht?

Arnold Schwarzenegger: Na du doch auch. Obwohl, ich wäre ja wirklich gerne bei Stop! Oder meine Mama schießt (der Film, von dem Stallone sagt, er wäre der schlechteste, den er je gemacht hat, Anm.) dabeigewesen. Ich liebe diesen Film, darin habe ich Sly in Windeln gesehen!

Sylvester Stallone: Halt halt, hast du nicht in Junior sogar ein Kind auf die Welt gebracht?? Ich habe dich gebären sehen!

SKIP: Wie machen Sie das bei Stunts, Sie sind ja nicht mehr die Jüngsten, gibts da irgendwelche speziellen Vorkehrungen?

Sylvester Stallone: Sowas haben wir nicht im Budget (lacht). Nein, aber das ist bei Action nun mal so, egal wie alt man ist: Jeder verletzt sich irgendwann. Klar versucht man sich abzusichern, aber Hands-on-Action muss man halt auch Hands-on machen. Darauf sind wir stolz. Wir holen uns echte Beulen und blaue Flecken.

Arnold Schwarzenegger: Naja, mit dem Alter tendiert man schon dazu, es sich ein bisschen leichter zu machen. Wenn es hieß: "Heb ihn hoch und schmeiß ihn an die Wand", dann war das eine gepolsterte Wand. Und wenn Sly mir eine reingehaut hat, dann hat er vorher den Ring abgenommen. Und wenn Harrison geschossen hat, hat er keine echte Munition verwendet (lacht). Das sind so die Vorkehrungen, die wir mittlerweile treffen.

SKIP: Wann weiß man, wann man zu alt sein wird für diesen Job?

Sylvester Stallone: Wenn ich in der Früh aufwache und mein Arsch ist abgefallen, dann geh ich in Pension. Keine Sekunde vorher. Wir werden immer Kinder sein - vielleicht halt bald Kinder mit Arthritis.

Interview: Mai 2014

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